Hallo Silke!Silke wrote:Hallo Tim,
Bei mir ist Keratokonus drei Jahre (2004) nach einer Lasik Operation diagnostiziert worden, nachdem ich plötzlich auf dem linken Auge nicht mehr gut sehen konnte (Heisst dann wohl Keratektasie). Für mich war es immer ein Traum mal völlig ohne Brille und Linsen leben zu können, daher habe ich mich 2001 für eine Lasik Operation entschieden. Leider wurde die Hornhaut dadurch geschwächt, und der Konus ist ausgebrochen. Ist wohl sehr selten, aber mir ist es halt passiert. Ich habe mir natürlich Vorwürfe gemacht, dass ich die Lasik habe machen lassen, aber hinterher ist man immer schlauer. Ich habe damals in den USA gelebt und habe dort auch meine erste Linse bekommen. Dann bin ich nach Deutschland gezogen und habe hier wieder einen Arzt gesucht, der sich auf dem Gebiet auskennt. Ich bin dann auf Dr. Krumeich gestossen. Er hat mir versichert, dass der Konus über kurz oder lang sowieso ausgebrochen wäre, mit der Lasik halt nur schon früher. Wenn man die Veranlagung in sich trägt, die Krankheit aber noch nicht ausgebrochen ist, ist sie auf der Topographie nicht zu erkennen. Bei einer Lasik Operation läuft man dann ins offene Messer.
Das rechte Auge war bis letztes Jahr noch perfekt, fängt jetzt aber auch an. Ich kann dort allerdings noch mit Brille 100 % erreichen. Beim linken sehe ich ohne KL nur noch 20%. Da bei mir die Hornhaut durch die Lasik ja schon geschnitten wurde, wollte Dr. Krumeich keine weiteren chirugischen Eingriffe (Keratotomie oder EPI) vornehmen. Er hat mir die Vernetzung in Dresden empfohlen, die ich auch im März gemacht habe. Das rechte möchte ich auch noch machen, aber beide Augen gleichzeitig war mir zu heikel. Das war auch im Nachhinein die richtige Entscheidung, denn es dauert etwa 2 Monate bis das Blendungsgefühl nachlässt und die erste Linse wieder angepasst werden kann. Da ich aus Autofahren angewiesen bin, wäre das etwas schwer gewesen. Jetzt werde ich mir wohl wieder eine neue Linse anpassen.
Dr. Krumeich sieht für mich bei einer Verschlechterung nur die Transplantation als Alternative. Ich will aber eigentlich noch nichts davon wissen. Er hält nicht viel von Linsen, weil diese seiner Meinung nach den Konus durch den Sog noch fördern. Ich möchte sie aber trotzdem so lange als möglich noch tragen. Mal sehen was die Anpassung bringt.
Alles in allem ist die Diagnose natürlich ernüchternd, aber es hilft mit anderen darüber zu reden. Die Krankheit ist ja wirklich noch weitgehend unerforscht und es ist sehr schwer qualifizierte Ärzte und Optiker zu finden.
Tja, so leid es mir für Dich tut, aber der Traum ohne Linsen und Brille jemals auszukommen ist damit wohl nun vorbei. Vorwürfe sollte man sich aber nie machen, sondern zu seinen Entscheidungen stehen und das positivste daraus machen.
Die Theorie das der Konus ohne die Lasik ausgebrochen wäre, die teile ich nicht. Naja, beweisen kann er es nicht und ich auch nicht.
Das habe ich auch schon mitbekommen das Dr. Krumeich die gleiche Meinung wie Prof. Lombardi vertritt und die Linse als "Teufelszeug" ansieht. Nichts destotrotz ist es nunmal die einzige Möglichkeit den Visus richtig nach oben zu bringen. Also bevor ich transplantieren würde, würde ich auch alles noch mit Linse versuchen, aber dann ist die Transplantation wahrscheinlich auch noch über einen Zeitraum x aufgeschoben.
Ich beantworte die Frage mal für Anja. Bei der zirkulären Keratomie werden bogenförmige Schnitte (meist ein oder zwei) in die Hornhaut gemacht. Bei der ARK von Prof. Lombardi werden mehrere Schnitte asymetrisch in die Hornhaut gemacht (teilweise rings um die Pupille drumzu).
Viele Grüße sendet
Tim