hier ist der versprochene Bericht zu meiner OP.
Vorgeschichte
Juni 2022: Re-Transplantation - Verlauf positiv
Juni´23: 1. Fadenzug
September ´23: Ödem im Epithel; Behandler: Notarzt und Hausaugenarzt; Ödem klingt nach wenigen Tagen ab.
Dezember ´23: 2. Fadenzug
Februar ´24: Erneutes Hornhautödem; Behandler 2 x Notarzt, Uniklinik Homburg, Hausaugenarzt; Behandlung: Omni Sorb und Inflanefran; Zustand HH: HH trübt sich ein.
März ´24: Termin Homburg; Info: Re-Transplantation notwendig, nicht perforierend sonder DMEK; Aufnahme in Transplantationsliste; vor der OP Behandlung mit Anti-Virus-Pillen und Augensalbe (5 x tgl. ACICLO 400 und Virgan 1,5mg/g.
April ´24: Hornhaut trübt sich heftig ein.
Anruf für den OP-Termin kommt!!!
In der Klinik
Am Tag vor der OP:
Untersuchungen, Arztgespräche, OP-Aufklärung, Antivirusinfusionen, Augentropfen.
Info: OP wird in Retrobulbäranästhesie ausgeführt (Betäubungsspritze hinters Auge)
Am OP-Tag
Frühstück und Mittagessen sind noch möglich.
Start des Prozederes ab ca. 13:30 - Umziehen, Liegendtransport in OP-Bereich, OP-Vorbereitung, Beruhigungsspritze, Lokalanästhesie.
Retrobulbäranästhesie: Zunächst Tropfanästesie, danach die Spritze hinters Auge. Es ist wie beim Zahnarzt; der Einstich tut ein wenig weh, dann spürt man das Medikamentdepot hinter dem Auge - als Druck, ohne Schmerz!
Im OP-Saal: Abdeckender Augen, Spülen und Desinfektion des zu operierenden Auges. Während der OP wird wenig gesprochen, eingespieltes Team, jedes Teammitglied weiß, was wann notwendig ist.
Ich weiß, was gemacht wird (hab ja nachgelesen): Durch die Iris wird eine Öffnung gelaser; diese wird benötigt, um den Gasdruck regulieren zu können.
Zur HH-Rückseite wird ein „Arbeitstunnel“ erzeugt.
Die Descementmembran mit den geschädigten Endothelzellen wird entfernt in der Größe des vorgesehenen Transplantats (bei mir 7,5 mm).
Das Transplantat wird in einer Kapsel ins Auge eingebracht, durch Gasdruck entfaltet und an die Stelle der entfernten Schicht angelegt. Die Descementmembran ist ca 5 Mikrometer dick.
Das Transplantat wird mit einer Gasblase ans Hornhautgewebe angepresst.
Dann kommt eine Verbandskontaktlinse aufs operierte Auge.
Die OP hat ca. 30 Minuten gedauert. Mitbekommen bzw. gespürt habe ich davon wenig.
Zurück im Vorbereitungsraum: Umstieg zurück ins Bett. Rückenlage, das Kopfkissen kommt unter die Kniekehlen, ein zusammengerolltes Gästehandtuch unter den Nacken.
Es geht zurück ins Zimmer. Die überstreckte Rückenlage muss für 3 Stunden eingehalten werden. Dadurch soll sich die Gasblase hinter dem Transplantat konzentrieren. Danach darf zum Essen, Umziehen, Toilettengang, Untersuchungen kurz aufgestanden werden, ansonsten gilt Rückenlage bis zum Morgen. Am Abend und in der Nacht werden Auge und Augendruck mehrmals überprüft.
Bei der Visite am nächsten Morgen ist alles ok. Rückenlage gilt weiter, 20 minütiger Lagewechsel auf die Seite des nichtoperiertenAuges ist jetzt erlaubt. Durch die Lageänderungen verändert sich die Lage der Gasblase und damit der Anpressdruck aufs Transplantat. Die Nacht vergeht wieder in strenger Rückenlage.
An Tag 3 nach der OP sieht alles gut aus und ich darf nach Hause. Dort soll ich noch eine Woche lang möglichst viel liegen, vorwiegend überstreckt auf dem Rücken, minutenweise aber auch in Seitenlage, jetzt sind beide Seiten erlaubt.
Augenschutz: Am Tag Schutzbrille tragen, nachts Augenklappe (beides habe ich in der Klinik bekommen),
Belastung: Keine schweren Lasten heben, kein Kampfsport
Medikamente
- Floxal AT 5xtgl, 14 Tage,
- Inflanefran forte 5xtgl, alle 8 Wochen 1 Tropfen weniger
- Omnisorb AT 5xtgl
- Hylo Vision HD plus 5xtgl
- Virgan 5xtgl
- Urbason Start 80 mg über 8 Tage ausschleichen
- Pantoprazol 40 mg 1xtgl, solange Urbason eingenommen wird.
- Aciclo 400 5xtgl
- in 2 Wochen in der Klinik,
- in 6 Wochen in der Klinik,
- dazwischen Kontrolle beim Hausaugenarzt.
- Sicht bei Entlassung:
Als mögliche Komplikationen wurden genannt: Transplantatreaktion, Druckabfall der Gasblase, Entzündung, Glaukomanfall, Vireninfektion ...
Vorteil des Eingriffs in meinem Fall: Kleinstmöglicher Eingriff um das Problem zu beseitigen, schonende OP, wenn alles klappt Durchblick in 6 Wochen.
Meine Beurteilung
Anästhesie leicht schmerzhaft (Legen der Venenkatheder war wesentlich schlimmer), OP war schmerzfrei, nach der OP sehr leichte Schmerzen (wesentlich weniger als nach perforierender KPL), Rückenlage unangenehm, aber es war auszuhalten. Tropfen macht Spaß!
Die Uni-Augenklinik Homburg ist eine klasse Klinik mit tollem, immer freundlichem und hilfsbereitem Team in allen Bereichen.
Ich hoffe, ich habe mich an das wesentliche erinnert. Ich werde weiter berichten.
Liebe Grüße
Martin