Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie? Hilfsmittel?

Tipps und Tricks zum Umgang mit Keratokonus in Beruf und Freizeit. Erfahrungen mit Hilfsmitteln und psychologischer Beratung bei chronischen Krankheiten.
CoffeeCup
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Joined: 2024-03-08, 18:10
KC-Experience: Ich wurde vor 6 Monaten mit beidseitigem Keratokonus diagnostiziert. Trotz nicht stark fortgeschrittenem Stadium (L:1, R:2) habe ich immens viel Sehkraft verloren und habe auch bereits beidseitig ein Crosslinking hinter mir. Links habe ich mittlerweile ohne Linsen einen Visus von 0,25 und Rechts von 0,16. Aufgrund meiner starken Sehkrafteinschränkung bin ich in jeder vorstellbaren Alltagssituation sehr stark eingeschränkt. Aktuell bin ich im Prozess der Kontaktlinsenanpassung.
Keratoconus since: Die Diagnose habe ich im September 2023 bekommen, nachdem ich erst schleichend und dann sehr schnell viel Sehkraft verloren hab.
Operationen: Beidseitiges Crosslinking
Begeiterscheinungen: Kopfschmerzen, Augenschmerzen, druck auf den Augen, trockene Augen
Mögliche Ursachen: Poly-Allergikerin, Asthma, SD-Unterfunktion, etc.
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Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie? Hilfsmittel?

Post by CoffeeCup »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier. Ich habe in älteren Beiträgen im Forum schon etwas hierzu gefunden, würde mich aber freuen wenn wir hier etwas sammeln könnten, was Neulingen wie mir vielleicht hilft...

Konkret gesagt, ich bin erst vor 6 Monaten mit Keratokonus diagnostiziert worden, habe zwar nicht stark fortgeschrittenen Stadien, aber einen recht drastischen Sehkraftverlust. Ich komme gefühlt nicht mehr klar, ich halte mich gerade so mit meinen Verpflichtungen über Wasser, aber es fällt mir alles sehr schwer. Ich bin nur noch auf meinen Partner angewiesen und fühle mich daher echt mies. Eigentlich bin ich ein sehr engagierter Mensch (Studium, Arbeit, Sprecher-Tätigkeiten, etc.), aber seit ich die Diagnose habe, bin ich gefühlt außen vor im Leben und hänge hinterher. Besonders der Blick in die Zukunft macht mir echt Angst. Aktuell bin nach beidseitigem Crosslinking in der Kontaktlinsenanpassung, aber bin mir durchaus dessen bewusst, dass das kein endlos stabiler Zustand bleiben wird.

Wie geht ihr damit um? Wie habt ihr es geschafft weiter zu machen und all die Einschränkungen in Kauf zu nehmen?

Ganz liebe Grüße :::Nice
andreas
Administrator/in
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KC-Experience: Im Studium und im Beruf war es immer sehr anstrengend, mit den Kollegen mitzuhalten - trotz sehr großer Bildschirme und immer "vorne sitzen" bei Präsentationen. Feierabend war wirklich Feierabend; da war keine Kraft mehr für After-Work-Parties oder Work-Out im Fitnessstudio. Langes lesen oder schreiben von Texten war trotz aller Hilfsmittel anstrengend; oder lange Besprechungen mit Präsentationen.

Seitdem ich Rentner bin, kann ich mir meine Zeit / Pausen sehr viel großzügiger einteilen; trotz der regelmäßigen Struktur, die ich meinem Rentnerleben gegeben habe.
Keratoconus since: Die erste richtige Diagnose kam so 1978 - erst irregulärer Astigmatismus, dann Keratokonus. Bis zur richtigen Diagnose habe ich ca. 10 Augenärzte und 3-4 Jahre gebraucht. Seit ca. 2006 stabil in rechts Stufe II-III: links I-II; kaum Veränderungen bei Scanns in 4-6-Jahres-Abständen
Experience with eyeglasses / lenses: Ich komme gut mit verschiedenen Brillen zurecht (Hell&Fern; NormalesTageslicht/Nah; Dunkel/Fern; Dunkel/Nah; reichen fast immer. Früher habe ich gelegentlich Tageslinsen getragen, dass brauche ich nun nicht mehr.
Operationen: Keine OP´s
Begeiterscheinungen: trockene Augen; trockene Haut; Augen-jucken
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Re: Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie?

Post by andreas »

[Update 15.3.2024]

Hallo CoffeeCup,

erst mal mein Beileid, dass bei dir Keratokonus diagnostiziert wurde. Schade, aber zumindest hast du eine klare Diagnose – was nicht selbstverständlich ist.

Die Ansage „Keratokonus“ vom Augenarzt kann eine(n) schon „aus der Bahn werfen“, die Lebensplanung in Frage stellen, Schule, Studium, Ausbildung oder den Beruf beeinflussen, etc.

Einen pauschalen Leitfaden gibt es nicht, da jeder in einer anderen Lebenssituation von der Diagnose getroffen wird.

Eine kleine Sammlung von „Leben mit Keratokonus“ findest du bei www.keratokonus.de (Unterpunkt „Leben“). Die Sammlung wird von Zeit zu Zeit überarbeitet und kann beliebig erweitert werden, da jede(r) anders mit der Diagnose umgeht.

Ich selbst z.B. habe mit ?14/15/16? angefangen damit "klar zu kommen" indem ich mehrere Jahre und viele Augenärzte später, überhaupt erst mal eine klare Diagnose haben wollte. Das hat ein paar Jahre gedauert. Später habe ich dann alle verfügbaren allgemeinen und wissenschaftlichen Informationen, meist aus USA/Asien über Keratokonus aus Büchereien, meist per Fernleihe, gesammelt und später, als es dann auch irgendwann tatsächlich auch das Internet gab, allgemein auch für andere Betroffene verfügbar gemacht. Letztlich sind daraus, mit der Unterstützung von vielen anderen Betroffenen, vor ca. 30 Jahren dieses Forum und die Webseiten, Veranstaltungen, Treffen, etc. entstanden.

Persönlich würde ich mit meiner heutigen Lebenserfahrung mir gleich zu Beginn die Beratung bei Profis holen, wenn die berufliche Situation dies zulässt. Das ist auch heute nicht ganz einfach. Es gibt zwar inzwischen viele Augenärzte, die Keratokonus mehr oder weniger gut behandeln können aber leider gibt es nur sehr nur wenige Psychologen oder Beratungsstellen für Betroffene mit Keratokonus. Aber die Beratungsstellen von Sehbehinderten- und Blindenvereinen können oft „erste Hilfe“ leisten.

Am schwierigsten ist es, wenn man bisher recht gesund und leistungsfähig war, den Umgang mit einer chronischen Krankheit „zu lernen“, die einen für den Rest des Lebens begleiten wird. Es gibt für Keratokonus bisher keine Heilung, nur Stillstand, Verzögerung oder Linderung der Beschwerden. Auch wenn die Werbung einiger Kliniken wahre Wunder verspricht…bisher hat noch jede(r) Betroffene(r) irgendwelche Einschränkungen, mit denen man/frau aber zu leben lernt.

Für mich war das Sammeln von Informationen, das zur Verfügung stellen für andere Betroffene, Ärztetreffen, Treffen von Betroffenen, etc. zu organisieren mein Weg, um mit der Erkrankung umzugehen und weiterzumachen. Für meine Einschränkungen durch den Keratokonus habe ich immer Lösungen gefunden, wie z.B. sehr große Bildschirme, Hand- und Standlupe(n), Vorlesesoftware, Anti-Blendlicht im Auto (Außendienst), Schnell-Lesetechniken; mehr Umgebungslicht, Lampen mit einstellbarer Lichtfarbe, verschiedene Brillen, Kombination Brille+Kontaktlinse, Brille mit Wellenfront-Technologie, etc., etc.

So habe ich trotz aller Einschränkungen ein komplettes ca. 40ig jähriges Berufsleben inkl. Studium mit vielen interessanten und herausfordernden Stationen, vom einfachen medizinischen Außendienst bis zum Geschäftsführer einer Werbeagentur hinter mich gebracht. Das hat mich erheblich mehr Energie gekostet, als meine "normal-sichtigen" Kollegen/innen aufwenden mussten. Ich hatte oft keine Kraft mehr für After-Work-Parties, musste mich auch beim Sport wg. der schlechten Sicht neu orientieren. Dennoch konnte ich fast immer mindestens mithalten, meistens war ich besser.

Leider hat mich im Verlauf meines Berufslebens dann eine zweite chronische Erkrankung „erwischt“, die mich sehr viel schlimmer einschränkt als „nur“ ein einfacher Keratokonus. Es ist halt alles Relativ.

VG
CoffeeCup
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KC-Experience: Ich wurde vor 6 Monaten mit beidseitigem Keratokonus diagnostiziert. Trotz nicht stark fortgeschrittenem Stadium (L:1, R:2) habe ich immens viel Sehkraft verloren und habe auch bereits beidseitig ein Crosslinking hinter mir. Links habe ich mittlerweile ohne Linsen einen Visus von 0,25 und Rechts von 0,16. Aufgrund meiner starken Sehkrafteinschränkung bin ich in jeder vorstellbaren Alltagssituation sehr stark eingeschränkt. Aktuell bin ich im Prozess der Kontaktlinsenanpassung.
Keratoconus since: Die Diagnose habe ich im September 2023 bekommen, nachdem ich erst schleichend und dann sehr schnell viel Sehkraft verloren hab.
Operationen: Beidseitiges Crosslinking
Begeiterscheinungen: Kopfschmerzen, Augenschmerzen, druck auf den Augen, trockene Augen
Mögliche Ursachen: Poly-Allergikerin, Asthma, SD-Unterfunktion, etc.
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Re: Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie? Hilfsmittel?

Post by CoffeeCup »

Lieber andreas,

vielen Dank für deine liebe und ausführliche Antwort! Danke auch für den Link, da habe ich direkt reingeschaut. Auch den Tipp mit den Beratungsangeboten von Sehbehinderten-/Blindenvereinen finde ich super und werde mich da lokal umschauen. Ich habe auch mittlerweile eine Standlupe, ohne wäre ich nicht durch meine Uni-Klausuren gekommen. Besonders dass du geschrieben hast, dass du trotz allem ein relativ normales Berufsleben führen konntest gibt mir Hoffnung :)

Viele Grüße
Mart54
-
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Joined: 2021-06-17, 00:38
KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
Keratoconus since: Diagnose mit 19
Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag
Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017
Begeiterscheinungen: Transplantatektasie li u. re
Map-Dot-Fingerprint Dystrophie + Salzmannknoten li
Trockene Augen, hohe Lichtempfindlichkeit, Schatten an Buchstaben, Strahlenkränze um Lichtquellen, Nachtblindheit

Depression, Überlastung

Verschlechterung durch Stress
Mögliche Ursachen: Jeder möchte doch erben, ich hab! Meine Oma hatte auch KK.
Ich über mich: verheiratet, 2 Töchter, 4 Enkel
Singen, Lesen (lassen), Geschichte, Religion
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Re: Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie? Hilfsmittel?

Post by Mart54 »

Hallo CoffeeCup,

ich habe gesehen, dass Du im Raum Wiesbaden lebst. In Wiesbaden gibt es eine Beratungsstelle von Blickpunkt Auge des DBSV.

Hier die Kontaktdaten:
Blickpunkt Auge Beratung in Wiesbaden

Zeit. Jeden Dienstag von 10:00 bis 12:00 Uhr und jeden Donnerstag von 16:00 bis 18:00 Uhr oder nach Vereinbarung. Wir bitten um Anmeldung per Telefon oder E-Mail.

Ort. Blücherstraße 7. 65195 Wiesbaden.

Ansprechpartner. Thomas Sauer. Telefon: 0611 34 18 76 12.

Bei Blickpunkt Auge beraten Betroffene Betroffene. Es gibt Beratung für Menschen mit chronischen Augenerkrankungen. Vermutlich kennt man sich dort mit dem KK nicht aus, dafür aber mit allen Fragen zu Sehbehinderung, Hilfsmitteln, deren Finanzierung usw.

Wenn Du Hilfsmittel am Arbeitsplatz bzw. Schulung zum Erhalten desselben benötigst, kannst Du Dich an die Agentur für Arbeit wenden.
Aus meiner Sicht ist es jetzt wichtig, dass Du, bis Du Deine Kontaktlinsen hast, ruhig bleibst. Du wirst sehen, dass mit den Dingern die Welt wieder besser aussieht. Wenn Du Deine Linsen hast ist es wichtig, dass Du Dir Deine Zeit mit Linsen gut einteilst und dass Du trotz allem „Stress“ Pausen machst.

Mach Dir auch Gedanken darüber, ob Du einen GdB beantragen möchtest. Ich weiß, dass sich das brutal anhört, aber der kann nützlich sein, vor allem im Bereich Hilfsmittel. Beim GdB ist heute das Thema Teilhabe wichtig, deshalb zählt auch die kontaktlinsenlose Zeit!

Ich wünsche Dir alles Gute, vor allem viel Erfolg mit den Kontaktlinsen und einen erträglichen Verlauf Deines KK.

Liebe Grüße
Martin
"Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen."
(Mahatma Gandhi)
CoffeeCup
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Re: Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie? Hilfsmittel?

Post by CoffeeCup »

Lieber Martin,

vielen Dank für deine liebe Antwort! Ich werde mich nachher direkt mal an den DBSV wenden. Ich habe auch schon überlegt einen GdB zu beantragen und bin da aktuell in einer Abwägungsphase, auch in Bezug auf mein späteres Berufsleben.
Danke für die aufbauenden Worte!

Liebe Grüße
Mart54
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KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
Keratoconus since: Diagnose mit 19
Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag
Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017
Begeiterscheinungen: Transplantatektasie li u. re
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Depression, Überlastung

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Ich über mich: verheiratet, 2 Töchter, 4 Enkel
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Re: Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie? Hilfsmittel?

Post by Mart54 »

Hallo CoffeeCub,

vielen Dank für Dein Lob!

Du hattest ja noch das Thema Hilfsmittel angesprochen.

Du findest dazu einiges hier im Forum. Um es zu finden, kannst Du die Suchen-Funktion einsetzen.

Mein wichtigstes Hilfmittel ist meine Vorlesesoftware.

Es handelt sich dabei um eine Freeware, die ich mir aus dem Internet heruntergeladen habe, z. B. von der Seite von Chip.
Das Ding heißt Balabolka und mir hat es schon sehr geholfen und es hilft mir immer noch. Das Programm kann Dokumente in unterschiedlichen Formaten vorlesen, auch PDFs und Words, man kann sich aber auch den Inhalt der Zwischenablage vorlesen lassen.

Ich benutze es auch zusammen mit meinem Scanner - Seite einscannen, als PDF speichern und vorlesen lassen. Ich hab damit schon viele Bücher gelesen. Ich benutze es aber auch, zum Korrekturlesen meiner eigenen "Werke" - mittlerweile höre ich auch kleine Rechtschreibfehler und Buchstabendreher.

Als ich noch gearbeitet habe, hatte ich eine ähnliche Software und die hat mich sehr entlastet. Es hat aber einige Zeit gedauert, bis ich mich ans konzentrierte Zuhören gewöhnt hatte. Man muss halt alles trainieren.

Ich benutze gelegentlich auch einen Screenreader. Es gibt als Freeware das NVDA. Auch diese Software kann einfach aus dem Netz heruntergeladen und installiert werden. Ich finde sie aber für mich nicht so gut, einfach, weil sie alles, auf dem der Cursor steht, vorliest. Das brauche ich nicht, bin visuell dafür noch viel zu gut.

Empfehlen kann ich Dir auch die Broschüren des DFBV. Du findest sie unter folgendem Link: https://www.dbsv.org/broschueren.html
Du findest dort Infos zu vielen Bereichen des schlechten Sehens: Recht, Augenerkrankungen, Reha und Hilfsmittel, Umgang mit Betroffenen, Sehen im Alter, Informationen für Schüler und Kinder, Kinderbücher zum Tasten, Informationen zur Barrierefreiheit, Sport

Die Broschüren können als PDFs und als Autodateien heruntergeladen werden.

Über den Keratokonus wirst Du dort zwar nichts finden, aber dafür hast Du ja das Forum.

Aber wie ich schon sagte, Menschen mit Sehknacks haben doch vieles - vor allem viele Probleme - gemeinsam.

Liebe Grüße
Martin
"Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen."
(Mahatma Gandhi)
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Keratoconus since: Die Diagnose habe ich im September 2023 bekommen, nachdem ich erst schleichend und dann sehr schnell viel Sehkraft verloren hab.
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Re: Umgang mit Diagnose? Alltag bewältigen - aber wie? Hilfsmittel?

Post by CoffeeCup »

Lieber Martin,

vielen Dank nochmal für deine hilfreiche Antwort! Habe mir die Broschüren mal angeschaut und diese geben in Bezug auf Hilfsmittel einen guten Überblick.
Auch danke für die Vorlesesoftware Empfehlung!

Liebe Grüße