Hah, super! An diesen mehr auf der Seite des Bewusstseins liegenden Aspekt hatte garnicht gedacht, meine jetzt aber: ja, dies spielt vermutlich auch eine Rolle!
Ich meinte eher die "unbewussten Instanzen", welche sich leicht der Beobachtung entziehen (

). Du schreibst ja selbst:
ichmalwieder wrote:Keiner kann mir erklären warum das so ist.
Also: nach meiner Transplantation habe ich nun fast 2 Jahre lang mit diesem Auge nie wirklich scharf gesehen. Brille brachte ~ 30%. Die Meßlinsen waren etwas unangenehm, das Auge hat stark getränt. Mit der ersten angefertigten Linse ist soviel Luft dazwischen gekommen, daß es fast sofort durch aufgeschäumte Luft ziemlich trüb wurde. Mit der zweiten angefertigten Linse war das weg und sofort sichtbar: meine körpereigene Linse hat sich inzwischen (vermutlich durch das Cortison) getrübt ... [ich hab an dieser Stelle gelernt, daß man um Trübungen im hinteren Linsenteil sehen zu können, wohl das Auge "weit tropfen" und mit "anderem Gerät" schauen muß. Der Augenarzt hatte immer bloß so reingeguckt und gemeint "Sieht prima aus"]
Abgesehen von diesem permanenten (entfernungsunabhängigen!!) Nebel war es mit dieser 2. Kontaktlinse scharf ...
Auf die Ferne, auf die ich mich konzentriert und der Anpasser gemessen hatte. Zuhause hatte ich dann beim Lesen ein tolles (monokulares) Doppelbild, permanent da und völlig stabil. Anpasser angerufen, ihm "erklärt", daß wohl etwas mit dem Zylinder nicht stimmt oder ein Prisma drin ist ...
Hat sich herausgestellt, daß ich zwischenzeitlich auch noch Altersichtigkeit entwickelt habe (in für mich auffälligem Ausmaß). "Lesebrillen"gläschen mit 1 Dioptrie hat das Doppelbild komplett beseitigt. Ich war mir bis dahin sicher, daß man mit einem rein sphärischen Glas nur unscharf machen, aber keinesfalls Doppelbilder erzeugen kann (am Fernglas oder Mikroskop aus der Scharfstellung verdrehen ergibt doch immer bloß unscharf, aber keine Doppelbilder...)
Mein Fazit: wie Altersichtigkeit wahrgenommen wird ("meist unscharf, aber auch mehr oder weniger doppelbildrig"), hängt an der "Nachbearbeitung" durch Nervenzellen. So kann ja auch ein sich (sehr langsam!) entwickelnder 'grauer Star' durch "Umverdrahtung von Nervenzellen" kompensiert werden (unsichtbar sein!) bis zu einem Ausmaß, welches, wenn es plötzlich auftritt, als stark eingetrübt empfunden wird.
Ich denke, durch diese "Nachbearbeitung auf Ebene der Nervenzellen" können kleine, lineare Änderungen (z.B. in den Lichtverhältnissen) zu unproportional wahrgenommenen Sprüngen führen.