Auch ich möchte heute hier mal einen Bericht veröffentlichen.
Zur Vorgeschichte:
Der Keratokonus wurde bei mir mit 18 Jahren festgestellt.
Da ich damals aber Brille und Linsen doof fand habe ich nichts getan und den keratokonus arbeiten lassen....
Die Quittung kam dann letztes Jahr wo ich mich mit 35 Jahren mal wieder zum AA gezwungen habe.
Dort dann die Ernüchterung: linkes Auge eine Vernarbung auf der Hornhaut und kK sehr weit fortgeschritten. Bin dann mit einer Überweisung zur Uni klinik Köln raus gegangen. Dann im September erster Termin in der hornhautsprechstunde der Uni klinik.
Alles sehr gut organisiert dort. Zig Untersuchungen wurden gemacht bis ich nach ca 1 Stunde dann zu den Ärzten kam.
Die haben sich das Auge dann nochmal angeschaut und die notwendige Hornhauttransplantation bestätigt. Es scheint für die zum Tagesgeschäft zu gehören. Das Formular zur Aufnahme auf die Warteliste hatten sie griffbereit liegen.
Man plante die DALK (Teil kp)
Es wurde mir gesagt, dass ich innerhalb von ca 3 Monaten einen Anruf bekommen würde und dann zeitnah erscheinen müsste zur op. (Die Uni klinik verfügt über eine eigene Hornhautbank)
Nun war es also beschlossen. Ich werde operiert. In den nächsten Wochen stellten sich dann immer weitere Fragen, die ich dann im November in einer gesammelten Mail an die Uni klinik gesandt habe. 3 Tage später klingelte mein Telefon. Und dann die Überraschung: man würde gerne einen Termin mit mir vereinbaren zur op. Also nicht direkt kommen.
Im Gespräch wurde dann ein op Termin für den 15.02.2013 vereinbart. ( nach Karneval) Aufnahme dann einen Tag vorher. Kh Aufenthalt ca 1 Woche.
Natürlich wurden auch alle meine Fragen beantwortet.
Dann bekam ich die Auskunft, dass ich vom Professor dr. Claus Cursiefen operiert werden würde. (Leiter der klinik)
Erst danach habe ich geäußert das ich eine Zusatzversicherung für Chefarzt und Zweibettzimmer habe)
Auch hier Super nette Mitarbeiter am Telefon!!
Insgesamt habe ich also nach erstmaliger Vorstellung nur 5 Monate auf den Termin gewartet.
Ich habe mich dann über den Professor informiert und war hier sehr beruhigt. Er scheint auf dem Gebiet schon eine Größe zu sein. Hat viel entwickelt, geforscht etc. Und war wohl mit einer derjenigen, die die Tkp entwickelt hat.
Dann Aufnahme am 14.02.
alles gut organisiert. Es wurden nochmal viele Untersuchungen gemacht, Gespräche mit Narkose Arzt und alles was dazu gehört. Dann Nachmittags auch das Gespräch mit dem Professor.
Menschlich ein absolut toller Kerl!! Recht Jung und total entspannt. Und fachlich machte er einen genialen Eindruck auf mich. Kann ich also bis hierhin nur empfehlen.
Dann auch die Info das die op unter Vollnarkose stattfinden würde.(ich war beruhigt) auch er bestätigte nochmal das nur die Tkp geplant sei, er sich aber ggfs während der op Umentscheiden kann.
Danach wurde ich dann noch gelasert. Irgendein "Loch" damit Flüssigkeit besser abläuft. Scheint dort wohl normal zu sein, mein Zimmernachbar hat das auch bekommen.
Am nächsten morgen war es dann soweit. Gegen halb acht bekam ich ne beruhigungtablette und hatte das Hemdchen an. Danach die Fahrt in den op wo ich noch recht lange gewartet habe. Gefühlt 45 Minuten. Aber auch hier waren alle Ärzte und Schwestern locker und entspannt.
Dann kamen mehrere Narkose Ärzte und Schwestern nacheinander und haben sich nett unterhalten mit mir und mich beruhigt. Irgendwann kam dann der Ober-Narkose Arzt und hat mich schlafen geschickt. Nichts schlummern oder so. Ich war von jetzt auf gleich weg und bin erst später dann wieder aufgewacht nachdem alles vorbei war. Dann würde ich auch direkt wieder auf mein Zimmer gefahren wo mein Frau schon wartete.
Ich hatte keinerlei Schmerzen und auf dem Auge nen Verband mit einer Augenklappe drauf. Ich dürfte quasi direkt was essen trinken etc. Nur auf dem Rücken sollte ich liegen. Den Tag über passierte dann nicht mehr viel.
Am nächsten morgen dann Verband ab und ab da dann stündliches Tropfen durch die Schwestern! Dann auch Visite beim Professor. Die op sei gut verlaufen, allerdings hat er sich während der op dann doch für die komplette Transplantation entschieden, da er auch auf der unteren Schicht eine weitere kleine Vernarbung festgestellt hat. Mit dem Ergebnis sei er aber sehr zufrieden.
Die op war Freitags und samstags und ab Montag gab es dann Visite beim Professor. Er war sehr zufrieden mit dem Verlauf so dass ich mittwochs entlassen werden konnte.
Ich musste ab da dann regelmäßig Tropfen tropfen.
Anfangs noch drucksenkende Tropfen, Kortison und vislube.
Was ich noch im Krankenhaus festgestellt habe, ist eine enorme Reizung am Auge und Lichtempfindlichkeit.
Bin dann in der gleichen Woche der Entlassung noch zu meinem AA der aber auch zufrieden war.
In der Woche drauf bin ich wieder zum AA. Hier war er nicht so zufrieden, da die Rötung im Auge seiner Meinung nach zugenommen hat. Er hat mir dann wieder drucksenkende Tabletten und Kortison Tabletten verordnet zu den Tropfen.
In der Woche drauf am 1.3. hatte ich dann auch den ersten Kontrolltermin beim Professor.
Auch er war mit der Reizung nicht so richtig zufrieden meinte aber, dass es auch Veranlagung sein kann. Das Transplantat sei absolut klar, die Fäden würden sitzen und eine Abstoßung wäre in kleinster weise festzustellen.
Er hat die medikamention dann wieder geändert.
Seitdem nehme ich jeden Tag eine Tablette Antibiotikum und 5 x täglich Kortison Tropfen und vislube gerne auch häufiger.
Das Kortison soll ich nun monatlich um einen Tropfen reduzieren. Das Antibiotikum insgesamt 6 Wochen lang nehmen.
Mittlerweile ist auch die Reizung stark zurückgegangen und das Auge nicht mehr so rot. Scheint also zu helfen. Das meinte auch der Professor bei einem weiteren Kontrolltermin bei ihm. Mein AA vor Ort war auch zufrieden und will mich erst Anfang April wieder sehen.
Was mich jedoch beunruhigt ist die enorme Lichtempfindlichkeit. Bei sonnigem Wetter ist es draußen auch mit Sonnenbrille kaum zu ertragen. Das Regenwetter heute ist da echt angenehm
Insgesamt werde ich die 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit voll kriegen und soll dann aber wieder arbeiten gehen, ich hoffe das sich das mit der Lichtempfindlichkeit in der nächsten Woche noch was bessert.
Habt ihr hier vielleicht tips für mich?? (Außer Sonnenbrille
Wie entwickelt sich die Sehkraft?
Auch noch bescheiden. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde konnte ich auf 1,5 Metern sehen ob der Arzt winkt. Finger konnte ich nicht zählen. (Stand 20.2.)
Am 1.3. konnte ich dann locker Finger zählen und auch die ersten beiden Reihen zahlen von der Wand vorlesen. Das war ein gutes Gefühl, wenngleich auch das Auge noch viel zeit braucht, was mir der Arzt aber auch schon berichtete. Das Auge fühlt sich aber auch immer noch sehr feucht an, und wie gesagt die Lichtempfindlichkeit.....
Was ich sehr angenehm empfinde ist die Tatsache, dass ich bis jetzt zu keinem Zeitpunkt Schmerzen empfunden habe!!! Der Piekser vom Zugang legen war das unangenehmste!!!
Auch das selber tropfen klappt erstaunlich gut. Hiervor hatte ich auch was Bammel, den aber unbegründet
Nun ja.... Jetzt heißt es wohl abwarten was die zeit so bringt. In ca 3 Monaten meint der Professor könnte man vielleicht über die erste Brille nachdenken. Mal schauen. Die Kisten für die Gläser übernimmt mit etwas Glück meine Kasse....
So, ich hoffe, einigen Betroffenen mit diesem Bericht weiterhelfen zu können und Berichte gerne weiter.
Ich freue mich auf Tipps zum Umgang mit der Lichtempfindlichkeit.
Herzlichen Gruß
Tobias
PS: wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Bericht flott auf ipad verfasst