Hallo,
ich (Bj. 66, l. 50%, r. 100%, Stufe 1) habe mich mit Begleitung, in Form meiner Eltern, am 19.09. nach Dresden begeben.
Meine Eltern waren allerdings im Hotel und mehr als Backup gedacht wenn ich nicht klarkomme und machten sich ein paar schöne Tage.
Mein Domizil war das absolut zu empfehlende Gästehaus, es sei denn man hat Angst vor einer sehr sauberen Gemeinschafts-WC / Dusche.
Im Zimmer ist neben Bett, Stuhl und Tisch Waschbecken, Kühlschrank und TV mit Zimmerantenne. Besteckt und Handtücher sind auch vorhanden. Die gemeinsame Küche ist vollausgestattet und einen ruhigen Garten gibt es auch. In Verbindung mit der sehr netten, blonden Hausdame mit dem schwierigem Namen eine ideale Unterkunft.
In der Nähe ist ein Bäcker und Bushaltestelle. (Johannstadt)
Tag 0:
Am 20.9. war um 10.00 die Untersuchung geplant, ich konnte es aber nicht mehr aushalten und war schon um 09.00 vor Ort nachdem ich mir den kürzesten Rückweg zur Unterkunft gemerkt hatte.
Die Untersuchung bestand aus Topographie, Hornhautstärkenmessung (per Ultraschall), Sehkraft und Augeninnendruck.
Federführend war Frau Dr. med. U. Köller - eine nette, attraktive junge Ärztin. Am Ende der Untersuchung kam Prof. Dr. Kohlhaas dazu - der übrigens bald eine Chefstelle in Dortmund besetzt - und schlug mir vor das rechte Auge so zu lassen wie es ist und nur das linke Auge zu vernetzen.
Dieses wurde dann sofort sequentiell durch 2 Ärzte durchgeführt.
Dr. Köller nahm die Epithelabrasio vor und ein älterer Kollege danach die eigentliche Vernetzung. Dabei erzählt er viele interessante Sachen, dadurch wird man nett unterhalten.
Die Behandlung war dank der Betäubungstropfen schmerzfrei und eigentlich recht langweilig. (mit Abstand betrachtet)
Wenn die Betäubung nachließ bekam man auch welche nachgetroft. (bei mir waren das ca. 10 Minuten Abstand).
Zum Schluß gab es noch 2 Salben (Vitamin und AB), ein paar Pads, Schmerztabletten - eine davon bekam ich schon vor der OP - und Klebeband.
Damit marschierte ich dann - dank der noch wirkenden Betäubung - heim ins Gästehaus. Dort habe ich noch schnell eine meiner "Ein-Teller" Suppen verspeist und mich danach im Zimmer verdunkelt.
Jede Stunde sollte ich schmieren - das war recht "angenehm".
Tipp: Nehmt etwas mit was jede Stunde piepst.
Die Stunden vergingen im Flug - jede 3 h nahm ich eine Schmerztablette.
Die Schmerzen selbst waren auszuhalten aber konstant sehr unangenehm.
(Vergleich: Als würde immer man immer wieder eine Fliege in's Auge bekommen). Tränen sind dabei nicht zu vermeiden.
Tipp: Ablenkung ist ideal - also MP3 Player oder Hörbuch mitnehmen.
Dank der etwas aufregenden Nacht davor bin ich tatsächlich abends eingeschlafen und konnte sogar durchschlafen.
Hilfreich war dabei vor dem Einschlafen nicht mehr zu salben bzw. nur ganz wenig von der AB Salbe.
Tag 1:
Am nächsten Morgen wachte ich ohne Schmerzen auf, habe dann aber trotzdem die 4. Tablette genommen.
Nach dem Salben kamen diese dann auch wieder allerdings stark abgeschwächt (vergleichbar mit einem kleinem Sandkorn im Auge)
Mit Hilfe einer Sonnenbrille - sehr wichtiges Utensil - ging ich morgens um 08:30 zur Kontrolle.
Etwas mehr als 1/3 war erst zu - ansonsten alles o.k. und zurück gings zum trauten Heim - jetzt ohne Pad vor dem Auge. (nicht mehr nötig)
Mittags traf ich dort die nette Begleitung "Jutta" einer weiteren Keratokonus Patientin die an diesem Tag frisch "behandelt" wurde.
(Die Sache OP zu nennen ist etwas übertrieben)
Beide (!) traf ich dann am nachmittag im Garten sitzend vor wo es dank dem schönen Wetter sehr angenehm war - im Vergleich zum Zimmer.
Wie schon geschrieben: Mit Ablenkung ist die Sache viel besser.
Zum Einschlafen habe ich dann die 5. Tablette genommen und nochmal das Auge mit einem Pad abgedeckt wegen des zeitweiligen Tränenflusses.
Tag 2:
Auch die zweite Nacht prima geschlafen und wieder zur Kontrolle.
Lt. der Ärztin fehlte nur noch "1 mm" ansonsten wäre alles o.k.
Nachmittags habe ich mich dann zu Fuss auf den Weg an der Elbe in die City gemacht und dort einige Sehenswürdigkeiten besucht (Tipp: Verkehrsmuseum).
Meine Beschwerden waren seit mittags weg - der letzte "mm" war wohl zu.
Tag 3:
Die Kontrolle ergab das wirklich alles geschlosen ist und ich bekam Tropfen verschrieben und die "Entlassung".
Die Mit-Patientin wurde auch entlassen - ich war also etwas langsamer
Grüsse an beide falls sie meinen Text lesen.
Es war sehr lustig - ich glaube auch für das gesamte Wartezimmer. An keinem Tag habe die Wartenden so gegrinst.
Heute (Tag 5):
Man spürt noch manchmal das etwas am Auge nicht o.k. ist, inbesonders die neblige Sicht. Ich bin gespannt wie lange die Nebelwirkung bei mir anhält und was ich danach (mehr) sehen werde.
Die 6. Schmerztablette habe ich übrigens immer noch
Falls jemand meinen Bericht liest und auch nach Dresden fährt:
Schöne Grüße an Frau Kostov und Dr. Köller vom "Men in Black" bzw. "Mr. Happy Pill".
Gruß
Stefan