ich habe bereits eine ganze Weile mitgelesen und habe nun doch die ein oder andere Frage bezüglich harter Kontaktlinsen.
Keratokonus wurde bei mir vor etwa 10 Jahren beidseitig diagnostiziert (bin 29) und seitdem wurde der Visus stetig schlechter.
Im letzten Jahr gabs dann nochmal einen riesen Sprung, so dass ich nun gezwungen bin etwas dagegen zu unternehmen (links 30%, rechts deutlich drunter).
Am meisten Probleme hab ich mit den Mehrfachbildern, die sich überlagern (wie vermutlich viele hier) und damit die Sehschärfe extrem beeinträchtigen.
Ihr kennt das sicher, wenn sich ein ordentlicher Kranz um Lichtquellen bildet, oder wenn weiße Schrift auf schwarzem Grund sich mehrfach überlagert, in alle Richtungen.
Das Bild wird quasi völlig vermatscht.
Na jedenfalls ließ ich mir zunächst beim Optiker eine Brille anfertigen und war begeistert, ich kann nun Details erkennen und wieder vernünftig lesen. Linkes Auge hat mit Brille
fast 70%, aber das Rechte leider nur etwa 30% (beide zusammen fast 90, tagesformabhängig). Sehr störend sind aber die unterschiedlichen Dioptrien von links +4 und rechts -2, das macht ein Tragen im Alltag fast unmöglich (außer wenn ich den Kopf nicht bewege und lese, oder am Bildschirm arbeite). Hinzu kommt, dass die Überlagerung bei leuchtenden Objekten noch deutlich zugenommen hat (da die Schärfe aber auch besser wurde, kann ich zumindest schwarz auf weiß wieder sehr gut lesen). Allerdings hab ich das Gefühl es wird wieder schlechter, auch mit Brille.
Meine Optikerin meinte dann dies könne man nur mit harten Linsen ausgleichen. Also ging ich in die Uniklinik Köln und ließ mich nochmals komplett durchchecken, wo mir auch zu harten Linsen geraten wurde,
da die Überlagerungen nur so ausgeglichen werden können (dafür seien diese Linsen ja gedacht, aber das wisst ihr ja
Mir wurde das Kontaktlinsenlabor im Haus empfohlen, wo ich dann auch hin ging.
Beim ersten Tragen der Linsen fiel mir, unabhängig vom fiesen Tragegefühl harter Linsen, auf, dass der Kranz bzw. die Überlagerungen geblieben sind und kaum Schärfe hinzukam.
Im Gegenteil, die meiste Zeit sah ich schlechter, weil die Augen tränten und die Linsen verrutschten. Gut dachte ich, die werden ja jetzt erst angepasst und man muss sich dran gewöhnen.
Beim zweiten Termin (4! Wochen später) gabs dann die angepassten Linsen. Keine Verbesserung. Ein wenig leichter zu tragen vielleicht, aber von Sehschärfegewinn keine Spur.
Ich fragte dann die Ärztin warum ich keine Verbesserung bemerke und warum die Überlagerungen denn nicht wenigstens geringer würden, denn dafür seien diese Linsen doch schließlich da.
Es hieß das könne noch im Nachhinein besser werden (was ich nicht glaube). Der Sehtest war natürlich ernüchternd, da keine Verbesserung.
Dann ließ sie mich mit den Linsen durch eine Lochblende gucken und ich kam bei beiden Augen auf 100%. Daraus würde ihrer Meinung nach wohl ersichtlich, dass die Linsen richtig seien, so wie sie sind.
Fragte sie dann welche Aussagekraft die Lochblende hätte, da ich auch ohne Linsen durch selbige 100% hätte und dies doch demnach kein Beweis dafür sei, dass die Linsen etwas bewirken.
Darauf gabs dann keine richtige Antwort. Allgemein wirkte sie sowieso sehr genervt und wollte Fragen nur widerwillig beantworten.
Also wenn die Überlagerungen gleich bleiben und die Sehschärfe nicht besser wird (vielleicht nach mehreren Wochen ein wenig), dann sehe ich nicht den von allen dort angepriesenen Vorteil gegenüber einer Brille,
mit der ich ja aktuell deutlich besser sehe, als mit deren Linsen. Oder aber sie kann einfach keine Linsen anpassen.
Nun meine Fragen an euch:
War jemand bereits in diesem Labor und hat gute/schlechte Erfahrungen gemacht?
Sollten die Linsen nicht sofort (oder nach Anpassung) Besserung bei den Fehlbildern bringen?
Ist es normal, dass die Linsen nach dem Blinzeln irgendwie leicht verrutschen und dann alles verschwommen ist (irgendwie so, als würde man jedes mal nen Regentropfen ins Auge bekommen)?
Gibt es einen wirklich fähigen Optiker für harte KK Linsen im Raum Köln?
Irgendwie möchte ich keine 300€ für Linsen ausgeben, an die ich mich lange und schmerzhaft gewöhnen muss, ohne dafür in entsprechender Weise Vorteile zu gewinnen. Noch kann ich die Linsen jedenfalls ablehnen und ggf. den Arzt/Optiker wechseln.
Kommende Woche (wieder 4 Wochen später, also nun 2 Monate) gibt es dann die Übergabe der nochmals angepassten Linsen (wo allerdings nicht viel gemacht wurde laut ihr).
Vielen Dank erst einmal