Meine ARK-OP liegt nun 5 Tage zurück und da ich weiß, dass man als KC-Betroffener jede noch so kleine Info "aufsaugt", hier mein kleiner Bericht von meinem Rom-Besuch
Anreise
Wir sind sonntags mit Germanwings von Stuttgart aus nach Rom (Flughafen Fiumicino) gestartet, der Flug dauerte 1 Stunde und 15min. Gebucht hatten wir online, Hin-und Rückflug kostete pro Person inkl. Gebühren 175 Euro. Jedoch ändern sich die Flugpreise fast täglich, teilweise kostet z.B. der Hinflug nur 20 Euro plus Gebühren.
Vom Flughafen aus gelangt man dann mit dem Leonardo-Express (fährt alle 30min) zum Hauptbahnhof "Termini" und von dort aus kann man problemlos mit der Metro und evtl. Bus zum gewünschten Zielort gelangen.
Hotel
Unser Hotel lag ca. 15km vom Stadtzentrum entfernt, vom Termini aus sind wir mit der Metro + Regionalbahn 35min bis zu dem Vorort, in welchem unser Hotel war, gefahren. Das ***Sterne-Hotel war ok und wir haben pro Nacht für's Doppelzimmer (nicht pro Person!) 95 Euro gezahlt. Beim nächsten Rom-Aufenthalt, der bald wieder kommen wird, werden wir aber versuchen ein bezahlbares Hotel im Stadtzentrum zu bekommen, ist dann einfach nicht so stressig. Wenn man online bucht liegen die billigsten und einigermaßen annehmbaren Hotels so bei 70-100 Euro pro Nacht.
Untersuchungen und OP
Am Montag waren wir gegen 12.30 Uhr in der Praxis von Professor Lombardi, die Untersuchungen fingen dann auch gleich an. Die Praxis war schon recht beeindruckend und alles auf dem neuesten Stand. Die Untersuchungen (Visus automatisch/manuell, Spaltlichtmikroskopie, Topographie, Gesichtsfeldmessung, Messung Hornhautdicke, innere Schicht der Hornhaut, Netzhaut, und vieles mehr) waren um einiges umfangreicher und genauer als ich es z.B. von einer deutschen Uniklinik her kannte.
Im Anschluss daran kann man mit Professor Lombardi alle noch offenen Fragen klären. Für das Gespräch nimmt er sich wirklich lange Zeit (im Vergleich zu manch' deutschem Professor - da habt ihr bestimmt auch gewisse Erfahrungen). Er spricht sehr gut englisch und wenn's damit nicht gehen sollte - seine Assistentin Angela spricht nahezu perfekt deutsch.
Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass auch schon mein rechtes Auge vom KC im Anfangsstadium betroffen ist - entgegen der Aussage eines deutschen Professor's vor ein paar Wochen, dieser diagnostizierte eine normale Kurzsichtigkeit.
Zunächst ließ ich aber nur mein linkes Auge (2. Stadium, Sehleistung ca. 10%, Hornhautdicke 460 Microns -> normal sind 550 Microns) am Abend operieren. Prof. Lombardi meinte im Vorgespräch, dass er bei mir einen Wert von mind. 70% erreichen könne, wenn alle OP's abgeschlossen sind.
Das Auge wurde mit Tropfen betäubt und mit einer Klammer offen gehalten, sodass man nicht mehr blinzeln kann. Die Schnitte, die Professor Lombardi setzt, werden mit einem Diamantmesser gemacht. Während der OP kam dann die Augenklammer immer mal wieder weg um eine Topographie zu machen (man bleibt aber liegen, es wird ein Handgerät dazu benutzt). Die OP dauerte ca. 30min und kurze Zeit später schaute Professor Lombardi mein Auge nochmal an und war schon recht zufrieden. Anschließend konnten wir zum Hotel fahren.
Auch nach der OP hatte ich keine Schmerzen, lediglich das Auge hat gekratzt (als habe man Sand darin) und als wir im Hotel waren tränte es ein bißchen. Ansonsten war es etwas gerötet, das war am nächsten Tag aber schon wieder weg.
Am nächsten Morgen war es "zugeklebt", mit ein bißchen Wasser habe ich es aber wieder öffnen können. Das Zugeklebte am Morgen war dann auch nur noch drei Tage lang der Fall.
Ergebnis
Bei der Kontrolle am Tag nach der OP wurde eine Verbesserung von 2 Dioptrin festgestellt und ich hatte eine Sehleistung von 30%. Professor Lombardi meinte aber, dass ich die nächsten Tage/Wochen noch Verbesserungen spüren werde.
Im Juli muss dann nachgeschnitten werden um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Das ist wohl auch bei den meisten Patienten notwendig. Professor Lombardi muss sich eben langsam an das Ergebnis "heranschneiden", denn wenn er zuviel auf einmal schneidet kann das (logischerweise) nicht mehr rückgängig gemacht werden. Einen Tag später sind wir dann wieder in die Heimat geflogen.
Die Kosten waren bei mir auch 200 Euro für die Voruntersuchungen für die OP, 3000 Euro für das eine Auge, 220 Euro für die Zusatzuntersuchung und ein paar Euro für die Augentropfen. Diese müssen 3-4x am Tag für 7-10 Tage ins operierte Auge getropft werden.
Nach der OP muss man halt sehr vorsichtig mit dem Auge sein: nicht reiben, Staub, Zigarettenrauch und Klimaanlage für 30 Tage meiden, eine Woche lang Gesicht/Haare nur mit Wasser waschen, etc.
Meinem Auge geht es eigentlich bestens, nur abends merke ich dann mal, dass es seine Ruhe haben möchte. Wenn ich rausgehe setze ich immer die Sonnenbrille auf, zum einen zum Schutz vor Staub/Wind und zum anderen bin ich ein wenig lichtempfindlich (das ist aber wohl normal und gibt sich wieder).
Also ich muss sagen, dass das Ganze viel besser gelaufen ist als ich zuvor gedacht hatte und ich bin froh, dass ich mich für die OP entschieden habe. Wir haben sogar nach der Kontrolle am Dienstag noch ein bißchen Rom angeschaut.
Professor Lombardi und sein Team nehmen sich sehr viel Zeit, sind super nett und man fühlt sich einfach aufgehoben. Ich denke, das ist auch sehr wertvoll, wenn man sich für eine solch' wichtige OP entscheidet. Nicht nur einmal habe ich in Rom gedacht "da kann sich manch' deutscher Arzt eine Scheibe davon abschneiden".
Ich weiß, dass die ARK-OP recht umstritten ist, aber der Erfolg der Methode spricht nun einmal für sich (seit 20 Jahren und über tausend Patienten). Die Kritiker sollten sich erstmal ein Bild vor Ort machen bevor sie dagegen sind ohne wirklich Ahnung von der Methode zu haben. Ich wollte auf jeden Fall nicht so lange warten, bis der KC im Endstadium ist und eine Hornhauttransplantation notwendig ist.
Und die Transplantation ist ja schließlich auch nicht ohne Risiko, hält durchschnittlich 10-15 Jahre, man hat bei der 2. Transplantation ein Abstoßungsrisiko von 40-50%, etc.
Bei der ARK-Methode hat man ja den Vorteil, dass nicht nur der KC gestoppt wird, sondern eben in der Regel die Visuswerte deutlich verbessert werden.
Evtl. werde ich im Juli auch das rechte Auge (ca. 40% ohne Sehhilfe, 490 Microns) operieren lassen, denn je früher es gemacht wird desto besser werden natürlich die Ergebnisse.
Nun hoffe ich, dass ich mit meinen Info's dem ein oder anderen weiterhelfen konnte. Wenn ihr Fragen habt: einfach loslegen !
Grüße, Anja
P.S.: Ein dickes Dankeschön an Professor Lombardi und sein Team und viele Grüße an Ulrike und Andreas, ich hoffe bei Euch ist auch alles gut verlaufen!