Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Hallo,

ich habe mich heute hier registriert, Beiträge gelesen, Videos angesehen und einen Beitrag gesucht, in dem ich mich vorstellen kann.
Ich bin 49 Jahre alt, von Beruf DV-Sachbearbeiter und sehe seit 1996 leichte Doppelbilder auf dem rechten Auge, was erst einige Jahre später als Keratokonus erkannt wurde (wann genau, weiß ich nicht mehr). Das mit den Doppelbildern habe ich nur zufällig bemerkt, weil ich mir damals privat einen neuen 17" Monitor gekauft hatte und dachte, das Gerät sei kaputt, weil ich unter den Buchstaben leichte Schatten sah. Als ich irgendwann zufällig mein rechtes Auge zuhielt, war das Bild scharf und ich bemerkte, dass ich rechts doppelt sah. Von Keratokonus wusste ich damals noch nichts. Der damalige Augenarzt schickte mich zum Neurologen, der aber auch nichts feststellen konnte.

Einige Jahre später wurde es als schwer erkennbarer Keratokonus diagnostiziert, der in der Homburger Augenklinik bestätigt wurde. Dort wurde versucht, mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Da ich aber weitsichtig bin, funktionierte das bei mir nicht so gut. Mit harten Kontaktlinsen hatte ich den Eindruck schlechter zu sehen und wenn ich "normal" sah, waren sie wieder in der Augenhöhle verschwunden. Da ich mit den harten Kontaktlinsen nicht klar kam und sie persönlich insgeheim auch ablehnte, brach ich die Behandlung ab und mein Sehvermögen hat sich auch jahrelang nicht verschlechtert. Ich bemerkte den Keratokonus nur bei starken Kontrastunterschieden (Leinwand bei Schulungen, beim Lesen und beim Autofahren in der Nacht). Trotzdem war eine Seheinschänkung vorhanden, denn wenn ich z.B. durch das Fenster einen Vogel sah, konnte ich ihn erst scharf erkennen, wenn ich mir mein rechtes Auge zuhielt.
Ich wusste dass ich nicht gut sehe, konnte bisher aber ganz gut damit leben.

Altersbedingt habe ich mittlerweile starke Probleme beim Lesen kleiner Zahlen, so dass ich dafür immer eine Lupe zur Hand nehme.
Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz wurde mir jetzt aber gesagt, dass ich mit meiner aktuellen Brille eigentlich gar nichts sehe und ich müsste dringend zum Augenarzt. Ich konnte die kleinen Zahlen im Gerät nicht erkennen und selbst bei den größten nur raten, wobei ich meist falsch lag. Also suchte ich nach einigen Jahren meinen Augenarzt wieder auf, mit dem gleichen Ergebnis. Ich kann einfach nicht mehr sagen, mit welcher Linse ich besser oder schlechter sehe, weil ich die Zahlen wegen der Doppelbilder nur unscharf und nicht eindeutig erkennen kann. Mein Augenarzt sagte, der Keratokonus wäre jetzt deutlich zu erkennen und eine neue Brille würde nichts bringen. Er schlug mir also wieder harte Kontaktlinsen vor, wovon ich gar nicht begeistert war. Um das Problem dauerhaft zu lösen, wäre mir eine Hornhauttransplantation lieber gewesen, aber davon riet er mir ab, weil ich dadurch mindestens ein Jahr Probleme beim Sehen hätte und das Risiko besteht, dass ich danach noch viel schlechter sehe. Die Beiträge, die ich bisher hier gesehen habe, scheinen das zu bestätigen. Es gibt Menschen, die sehen viel schlechter als ich und dann ist eine solche OP vielleicht die einzige Chance, wieder vernünftig oder überhaupt wieder zu sehen. Wenn ich mir aber die Beiträge über die Nebenwirkungen nach einer solchen OP durchlese, habe ich geistig wieder Abstand davon genommen, vom finanziellen Aspekt ganz zu schweigen.

Mein Augenarzt meinte, es gäbe ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung, das auf mich momentan wie eine echte Alternative wirkt. Er hat mich wieder nach Homburg überwiesen und dort am 1. März einen Termin vereinbart für ein Beratungsgespräch. Mal sehen, was dabei heraus kommt. Was ich momentan noch nicht weiß ist, ob man damit den Keratokonus nicht nur stoppen, sondern danach (auch ohne harte Kontaktlinsen zu verwenden) mit Brille wieder ohne Doppelbilder sehen kann und welche finanziellen Kosten dadurch auf mich zukommen. Ich werde mir die Beiträge in dem dafür vorgesehenen Thema durchlesen, um mich weiter zu informieren.

Ich habe mich bisher noch nie intensiv mit dem Thema Keratokonus beschäftigt, aber meine letzte augenärztliche Untersuchung am Arbeitsplatz hat mich doch nachdenklich gemacht.
Anhand der Beiträge hier sieht man, dass es anderen aber genauso oder viel schlechter geht.
Ich finde dieses Forum, die Videos und die Erfahrungsberichte sehr wertvoll und interessant. :::thumb
Tim_OS_78
Administrator/in
Posts: 784
Joined: 2003-06-03, 21:48
KC-Experience: Ich denke ich hatte die typische KC-Karriere mit vielen Ärzten und Optikern, die keine Ahnung hatten. Es dauerte 6 Monate bis der KC diagnostiziert war. Danach brauchte es noch einige Zeit bis ich einen fähigen Optiker vor der Haustür in Osnabrück gefunden hatte.
Stand Oktober 2008 bin ich zufrieden auch die beiden Operationen gemacht zu haben, denn seitdem brauche ich nicht mehr alle 3 Monate neue Linsen. Die Augen sind seitdem einigermaßen stabil. Also auch wenn das primäre Ziel der OPs eine Sehverbesserung zu erreichen, nicht erreicht wurde, so war es doch ein Erfolg.
Keratoconus since: Ich habe den KC etwa mit 20 Jahren bekommen, das war 1998. Das ging sehr rapide bergab. Und innerhalb von kürzester Zeit war eine zufriedenstellende Sehstärke nur noch mit Kontaktlinsen zu erreichen.
Experience with eyeglasses / lenses: Ich trage täglich mehr als 10 Stunden die Kontaktlinsen und das ist auch mein Mittel der Wahl, da das schlechte linke Auge mit Brille nicht zu korrigieren ist und bei einem Visus von 0% bleibt.
Operationen: Februar 2005 ARK in Rom auf beiden Augen.
Juli 2005 Vernetzung auf dem linken Auge.
Has thanked: 14 times
Been thanked: 11 times

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tim_OS_78 »

Herzlich Willkommen hier Tracker!

Also sich über die Vernetzung schlau machen, macht Sinn. Eine Vernetzung soll allerdings den Ist-Stand einfrieren und Du kannst nicht davon ausgehen, das die Sicht danach besser wird und eine Brille wieder gute Ergebnisse erzielt.
Eine Kombination aus Vernetzung und Kontaktlinsen könnte aber die Lösung für Dich sein. Schau Dich auch mal hier in unserer Adressliste um, vielleicht findest Du ja einen guten Kontaktlinsenanpasser in Deiner Nähe.

Viele Grüße
Tim
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Hallo Tim,

danke für die Infos!
Dass eine Vernetzung nur den Ist-Zustand einfrieren soll, aber nicht verbessert, finde ich ein wenig ernüchternd.
Immerhin wird dabei ja die oberste Schicht er Hornhaut entfernt und neu vernetzt.
Ich hatte die Hoffnung, dass dadurch die leichten Doppelbilder verschwinden und ich mit Brille wieder normal sehen kann.
Kontaktlinsen wollte ich vermeiden, weil sie bei mir nicht gut hielten und oft in der Augenhöhle verschwunden waren.
Ich hatte ständig Angst, die Dinger zu verlieren.

Ich bin gespannt, wie das Beratungsgespräch zum Thema Hornhautvernetzung am 1. März in Homburg verläuft und werde mich weiter informieren.
Wenn die Chance einer dauerhaften Verbesserung bestünde, würde ich mich vielleicht für eine Vernetzung entscheiden.
Ansonsten werde ich es nochmal mit Kontaktlinsen versuchen.
Die Adressliste der Kontaktlinsenanpasser habe ich mir angesehen. :)

Gruß
Tracker
sabine s.
-
Posts: 2364
Joined: 2005-05-30, 11:25
KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
Been thanked: 2 times

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by sabine s. »

hallo tracker

und wenn du es mit einem absolut guten kontaktlinsenanpasser doch mal versuchst??? wenn du mit linse wirklich gut sehen könntest, wäre das, sollte man es hinkriegen die linse perfekt anzupassen, doch eine option.
eine vernetzung würde ich dennoch machen lassen, denn BESSER wird der kc nicht. allerdings, in unserem alter wohl angeblich auch nicht mehr wesentlich schlechter, d.h. es kann ja sein, daß es so, wie es jetzt bei dir ist auch bleibt, dann könntest du dir, solltest du eine optimale linse finden, die vernetzung ersparen.
allerdings kanns schon sein, daß du nach der vernetzung zumindest mit dem anpassen von linsen keine probleme haben wirst. wie sich das mit den doppelbildern ect. verhält, da kenn ich schon ein paar bei denen diese symptome nach vernetzung besser geworden sind. mußt aber wirklich mal die ganzen berichte dazu durchlesen, ich bin mehr die transplantations"expertin" :mrgreen: :::blue
wie auch immer:
so eine entscheidung fällt nicht leicht am anfang. man darf sich nur nicht im grübeln verlieren.

grüßle
sabine
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Hallo Sabine,

danke für deine netten Ratschläge. :)

Da mein Augenarzt mir sagte, dass bei mir der Keratokonus jetzt deutlich erkennbar ist und eine Brille nichts mehr bringt, werde ich wohl oder übel auf Kontaktlinsen umsteigen müssen.

Ich habe mich in den letzten Tagen ein wenig im Forum umgesehen und wertvolle Infos gesammelt.
In Frankenthal gibt es offenbar ein sehr gutes Kontaktlinseninstitut namens Boettcher.
Eine Filiale davon namens Augenconcept gibt es in Kaiserslautern (ca. 20 km von meinem Wohnort entfernt).
Dort werde ich mich informieren, ob sich für mich nur harte oder vielleicht auch weiche torische Kontaktlinsen eignen.

Eigentlich finde ich meine Augen bei Tagessicht noch ganz gut (ein wenig unscharf vielleicht).
Blöd finde ich nur, dass ausgerechent mein dominantes (früher besseres) rechtes Auge, das mit dem Keratokonus ist.
Bei starken Kontrasten bei Nacht oder kleiner Schrift habe ich mehr Probleme.
Beim Lesen am Monitor ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich zum Lesen über die Brille sehe

Über eine Vernetzung denke ich noch nach.
Die Vernetzung hört sich im Gegensatz zur Transplantation eher milde an, zumal eine Transplantation nach 20 Jahren wiederholt werden muss (was ich erst hier erfahren habe) und die Vernetzung offenbar eine einmalige Sache ist.
Wenn eine Vernetzung den aktuellen Zustand fixieren und evtl. sogar etwas verbessern kann, wäre das eine tolle Sache.
Es gibt einige, die schon gute Erfahrungen damit gesammelt haben.
Es gibt aber auch Fälle, bei denen die Vernetzung offenbar schief gegangen ist (z.B. der OP-Bericht von Yuno), der mich erschüttert hat.
Wenn ich sowas lese, habe ich natüriich auch Bedenken mein (subjektiv betrachtet) noch relativ gutes Auge ruinieren.
Mich würde mal interessieren, wie es Yuno heute geht.
Das würde vom Thema her aber besser in seinen OP-Bericht passen.

Was mich wundert ist, dass ich hier noch nichts über Vernetzung in Verbindung mit der Augenklinik Homburg gelesen habe.
Kontaktlinsenanpassung und Transplantationen ja, aber auch Vernetzung?
Mein Augenarzt sagte, ich solle 2 Tage vor meinem Termin dort anrufen und fragen, ob Dr. Schirra anwesend ist.
Falls nicht, solle ich einen neuen Termin vereinbaren.
Soweit ich lesen konnte, praktiziert Dr. Schirra in Homburg aber in Verbindung mit Vernetzung wurde sein Name noch nicht erwähnt.
Daher frage ich mich, ob in Homburg überhaupt Vernetzungen durchgeführt werden.
Hat jemand seine Augen dort schon vernetzen lassen oder Infos darüber?

Mit der Aussage, dass du ein paar Leute kennst, bei denen die Symptome mit den Doppelbildern nach der Vernetzung besser geworden sind, hast du mir natürlich Hoffnung gemacht.
Gleichzeitig erwähnst du in leicht sarkastischem Ton, dass du eher Transplanationsexpertin bist.
Da du schon einige Transplantationsabstoßungen hinter dir hast, kann ich kann mir gut vorstellen, dass du auf diesem Gebiet schon einiges durchgemacht hast. Ich drücke dir die Daumen, dass es Verfahren gibt, die Sehqualität deiner Augen ebenfalls zu erhalten und zu verbessern. :)

Grüße
Tracker
Günter
Administrator/in
Posts: 1071
Joined: 2003-06-03, 15:12
KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131
Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
Has thanked: 92 times
Been thanked: 37 times

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Günter »

Hallo,

dass eine Transplantation nicht ewig hält ist ein Tatsache, aber wie lange sie wirklich hält ist sehr individuell! Das bewegt sich im Rahmen von wenigen Jahren bis Lebenslang! Woran diese Spanne liegt ist nicht wirklich bekannt. Tatsache ist auch, dass je älter das Transplantat ist je höhe wird die Wahrscheinlichkeit das es ausfallen kann.

Über die Vernetzung kann, man noch keine wirklich Aussage treffen wie lange sie vorhält. Da entsprechende Daten noch nicht vorhanden sind, weil diese Methode noch sehr jung ist. Fachleute gehen von 5 - 8 Jahren aus, dann kann/muss ein Vernetzung wiederholt werden. Aber das sind alles noch Vermutungen - denn wie gesagt für ein Aussage ist es noch zu früh.
Gruß Günter
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Hallo Günter,

danke für deinen Hinweis! :)

eine Transplantation würde ich, nachdem ich gehört hatte, dass man lange Probleme damit hat und sie irgendwann wiederholt werden muss, nur noch in Betracht ziehen, wenn sie unbedingt erforderlich wird.

Mir ist klar, dass es das Verfahren der Vernetzung erst seit 8 Jahren gibt und logischerweise noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen.
Nach dem was ich aber gelesen habe, soll sie im Gegensatz zur Transplantation nur einmal erforderlich sein.
Ich warte mal ab, was ich am 1. März zum Thema Vernetzung in der Augenklinik Homburg erfahre. :)

Heute war ich auf einer Schulung zum Thema Datensicherung in unserer Zentrale in Mainz.
Obwohl ich in der ersten Reihe saß, konnte ich die Schrift des Computerbildes, das der Beamer an die Leinwand warf ohne Brille nur erahnen und mit Brille gar nicht lesen, worauf ich sie für den Rest des Kurses absetzte.
Die Computer an denen man üben sollte, hatten 17" Bildschirme mit einer Auflösung von 1280x1024 Pixel mit Schriftgrad "normal".
Außerdem standen sie mindestens 50 cm entfernt auf der Kante des Tisches und das Kabel war so kurz, dass ich meinen Monitor nur 10 cm näher an mich heranziehen konnte. Ich sah mal wieder herrliche Doppelbilder übereinander und konnte im Prinzip fast nichts erkennen.
Ich habe dann versucht mich soweit über den Tisch zu beugen, damit ich die kleine Schrift in ca. 30 cm Entfernung lesen konnte.
Bequem war das nicht. Gott sei Dank wurde viel geredet und man musste nur wenig selbst aktiv tun.
Ich weiß schon, warum ich nicht gerne auf solche Schulungen gehe.
Aber heute hat sich mal wieder gezeigt, dass ich irgendwas unternehmen muss.
Selbst wenn ich es wieder mit harten Kontaktlinsen versuche.

Grüße
Tracker
Mantschi
Beiträge: < 10 - Forenrechte eingeschränkt
Posts: 3
Joined: 2009-03-16, 16:21
KC-Experience: Ich bekomme dieses Jahr ein Hornhautverpflanzung und würde gerne mehr darüber erfahren.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Mantschi »

Hallo Tracker!

Also ich kann von meiner op (sie wurde im August 2009) gemacht nur positives erzählen. Ich bin aus Österreich und die OP wurde in Salzburg gemacht. Bei mir ist es auf dem rechten Auge ich hab den Keratokonus schon ca. 15 Jahre und da ich nun nur noch 20% Sehleistung hatte und meine Führerscheinuntersucheung fällig war musste ich eine OP machen. Genau gesagt hatte ich keine andere Möglichkeit das mir ansonsten die Hornhaut früher oder später gebklatzt wäre da die Krümmung schon so steil war. Klar hatte ich Angst davor, aber es war alles umsonst, bei der OP merkst du ja eh nichts und danach tat es auch nicht weh, es war nur sehr viel zum tropfen. Mir wurde damals zugesagt das ich auf 50% mit Sehbehelf wieder kommen und ich bin jetzt schon ohne auf 70%. Es ist einfach toll. Mittlerweile mus ich nur noch zweimal tropfen.
Únd in der Freizeit wie auch im Beruf klappte es wunderbar sicher am Anfang darf man nicht schwer heben oder am Auge reiben am gefährlichsten sind die ersten 8 Wochen aber das klappt gut du kannst mir glauben man stellt sich sofort um. Also ich würd es dir auf jeden Fall empfehlen. Wenn du fragen hast ich geb dir gerne Antwort.

glg
Manu
Natalia
Beiträge: < 10 - Forenrechte eingeschränkt
Posts: 6
Joined: 2010-01-01, 20:45
KC-Experience: RA Keratokonus Grad 2, LA stabil, aber es gibt schon Anmerkungen laut der Topographie. RA: Sph -1,5, Cyl. -4,5. Hornhautdicke 534. LA: Sph -0,75, Cyl -0,25. Seit der Schulzeit hatte ich etwa -0,75 Sph linkes Auge und -0,5 Sph rechtes Auge.
mehrere Ärzte/Chirurgen besucht und zwar die bekanntesten in RU auf diesem Gebiet. 70% von denen empfeheln zur Zeit nur eine harte Linse, weil ich noch 60% Visus habe und orientiere mich ziehmlich gut im Alltag ohne Brille und weil jede chirurgische OP kann schlechte Auswirkung haben. Was Hornhautvernetzung anbetrifft, da gibts aber die Meining dass niemand mit dieser OP zufrieden blieb und dass das nur der Weg zur Bereicherung ist. Das hat mir einer der besten Ophtalmochirurgen, hier in RU gesagt, der schon seit einigen Jahren diese nue Methode erforscht und praktiziert.
Keratoconus since: mit 28 diagnostiert, weil ich bemerkt habe, dass sich mein Sehen seit 4-6 Monaten stark verschlechtert hat. Es sieht aber so aus, dass das Keratokonus schon seit einigen Jahren existiert, weil ich die alten Angaben von Cylinder nachgeguckt habe, also vor 2 Jahren hatte ich -2,5 for Cyl.
Experience with eyeglasses / lenses: überhaupt keine Erfahrungen, was die Situation in einigem Sinne verschlechtert, weil einige Ärzte sofort nur die Intacts anbieten
Operationen: noch keine, aber die stehen bestimmt vor.
Begeiterscheinungen: plattes Schuppenröschen auch in demselben Jahr diagnostiert, bestimmt hängt das alles zusammen.
Mögliche Ursachen: niemand kann das sagen...ich neige zu der Theorie, dass mehrere Faktoren die Entwicklung beeinflüssen, Endokrinologie am meisten.
Ich über mich: ich komme aus Russland. Da ich auf den russischen seiten nix gefunden habe, ist es ein Glück für mich, dieses Forum zu finden. Bin Verheiratet, habe ein Kind.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Natalia »

hallo alle zusammen!
soviel positives wie bei Mantschi höre ich zum ersten mal! ist es wirklich so? und keine Nebenwirkungen?

LG
Natalia
Alles im Leben hat seinen Preis
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Hallo Manu,

mit OP meinst du wohl Transplantation, nicht Vernetzung.
Mit 20% Sehleistung und weit fortgeschrittenem Keratokonus blieb dir, wie du sagst, gar nichts anderes übrig als die OP.
Um so erfreulicher ist, dass das bei dir alles so gut geklappt hat und du mit 70% wieder viel besser siehst, als man es dir in Aussicht gestellt hat.
Das finde ich toll! :::woot
Mein Augenarzt riet mir von einer Transplantation ab, weil ich damit über ein Jahr Probleme hätte und empfahl mir die Vernetzung.
In deinem Fall sieht man, dass man auch auch mit einer Transplantation positive Erfahrungen sammeln kann.
Ein Quentchen Glück gehört wohl auch dazu.
Momentan tendiere ich mehr in Richtung Vernetzung, weil ich denke, dass eine OP bei mir nicht erforderlich ist.
Ich warte mal ab, wie am 1. März die Diagnose in der Augenklinik Homburg ausfällt und welche Vorschläge sie mir machen.
Ich werde deinn positiven Erfahrungen zur OP aber im Hinterkopf behalten.
Vielen Dank für deinen netten Beitrag! :D

Gruß
Tracker
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Hallo.

heute hatte ich nach 8 Jahren wieder meinen ersten Termin in der Augenklinik Homburg.
Es hat sich herausgestellt, dass der Keratokonus auf meinem dominierenden rechten Auge jetzt deutlich zu erkennen ist.
Die Hornhautdicke rechts liegt bei 552 Microns, was noch ein sehr guter Wert ist, wie ich finde.
Mein schwächeres linkes Auge zeigt Gott sei Dank noch keine Anzeichen von KC, obwohl ich den Eindruck habe, dass ich auch damit in letzter Zeit schlecht sehe.
Erstaunlicherweise erzielte ich links eine Leseleistung von 80 %, während ich mit meinem dominierenden rechten KC-Auge nur auf knapp 30 % kam.
Das ist eine deutliche Verschlechterung gegenüber 2001, als ich noch fast 100 % sah, wenn ich mich recht erinnere
(zur Info: Anfang 1996 bemerkte ich erste Anzeichen von Doppelsichtigkeit, aber erst 2001 wurde KC bei mir diagnostiziert).

Es warteten sehr viele Patienten in der Klinik und ich war ca. 4 Stunden dort.
Da von mir keine Daten mehr vorlagen, wurden in 4 verschiedenen Räumen kurze Augenuntersuchungen durchgeführt, bis ich schließlich mit Dr. Schirra reden konnte.
Ich fragte ihn ob, seit wann und von wem Hornhautvernetzungen in der Augenklinik Homburg durchgeführt werden.
Er erwiderte, dass in Homburg seit ca. 3 bis 4 Jahren Vernetzungen durchgeführt werden und zwar von ihm (Dr. Schirra) und Dr. Schröder.
Er stellte mir frei mich vernetzten zu lassen, betonte aber, dass dies nur den aktuellen Zustand einfriert, ich also keine deutliche Verbesserung meiner Sehleistung erwarten könne. Das war mir durch dieses Forum aber schon vorher bekannt.
Obwohl ich wenig begeistert war, empfahl er mir, es in jedem Fall nochmal mit harten Kontaktlinsen zu versuchen.
Als letzte Möglichkeit bestünde immer noch die Möglichkeit einer Transplantation, falls ich mich nicht zur Vernetzung entschließen könne.
Ich sollte mir das alles Zuhause aber nochmal gut überlegen und könne auch kurzfristig telefonisch einen Termin zur Vernetzung vereinbaren.

Mein Entschluss stand jedoch bereits fest, es zuerst mit Vernetzung und danach entweder mit Brille oder wenn es sich nicht vermeiden lässt, es nochmal mit Kontaktlinsen zu versuchen.
Ich dachte mir, jetzt lieber 30 % einfrieren als bei meinem nächsten Termin in einem halben Jahr vielleicht nur noch 20 % zu sehen und erst dann eine Vernetzung durchführen zu lassen.

Wie ich feststellte, sind Termine zur Vernetzung wirklich sehr kurzfristig zu bekommen (vermutlich weil man die selbst bezahlt). :::grin
Ich hätte nächsten Montag schon einen Termin bekommen können, was mir aber zu früh war, weil ich parallel wegen meinem asthma-ähnlichen Husten beim Lungenfacharzt noch eine Desensibilisierung mache und am 9. März meine nächste Spritze bekomme. Letztes Jahr war ich deswegen im Winter 5 Wochen krank und vertrug, wie sich letztendlich herausstellte den Atemwegserweiterer nicht, was Schübe mit starkem Zittern, Koodinationsschwierigkeiten und Hyperventilation bei mir auslöste. Mein Kollege fuhr mich zum Arzt, der mir eine Valium-Spritze gab, weil er dachte, ich hätte eine Panikattacke. Mein Lungenfacharzt glaubt mir zwar nicht, aber nachdem ich den Atemwegserweiterer absetzte, hatte ich eine Woche später fast keine Probleme mehr. Parallel zur Desensibilisierung nehme ich momentan nur noch morgens und abends einen Hub Kortison (keinen zusätzlichen Atemwegserweitererer mehr) und komme dieses Jahr, fast ohne Husten, prima über die Runden. Man kann ja auch mal Glück haben. :D

Aber zurück zum Thema:
Am 15. März um 13:00 Uhr habe ich einen Termin zur Vernetzung in der Augenklinik Homburg. ddd1
Über die Vorteile und Riskien habe ich mich hier im Forum einen Monat lang informiert, so dass mir die Entscheidung nicht schwer gefallen ist.
Vor der OP selbst habe ich keine Angst.
Trotzdem hoffe ich, dass dabei nichts schiefgeht und ich auf Dauer gesehen zumindest keine Verschlechterung zu erwarten habe.
Ich weiß, dass ich das nicht erwarten kann, aber mein Traum wäre, danach wieder mit Brille besser zu sehen und auf die blöden Kontaktlinsen verzichten zu können. :)
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Hallo miteinander,

am Montag, den 15.03.2010 wurde mein rechtes, dominierendes KC-Auge in der Augenklinik Homburg/Saar vernetzt. ddd1

Zuhause hatte ich vorher die Bögen über Kostenübersicht, Patienteninfos, Aufklärung und Einverständniserklärung bereits durchgelesen, eine ärztliche Bescheinigung zur OP-Fähigkeit von meinem Hausarzt eingeholt und einen Medikamenten-Einnahmeplan erstellt, in dem ich meinen asthma-ählichen Husten erwähnte und die Medikamente, mit denen ich ihn dieses Jahr erfolgreich im Griff habe.

Mein Vater fuhr mich nach Homburg und meine Frau kam auch mit. Wir waren bereits kurz nach 12:00 Uhr da und ich meldete mich auf Station A 01, wo ich zwei Wochen vorher auch meinen OP-Termin bekam.

Dort erhielt ich einen 4-seitigen Bogen mit der Einverständniserklärung zum Unterschreiben und ein zusätzliches Blatt, in dem ich bestätigen musste, dass im Falle von Komplikationen erhebliche Mehrkosten als die in der Kostenübersicht erwähnten ca. 650 Euro plus 70 bis 90 Euro für die Nachuntersuchung, auf mich zukommen können. Das war für mich neu und sowas sollte man schon vorher erfahren und nicht erst am Tag der OP. Nicht jeder hat unbegrenzte Mittel. Ich jedenfalls nicht.

Pünktlich um 13:00 Uhr wurde ich dann zur OP abgeholt, die keine 30 m entfernt auf der gleichen Etage stattfand. Ich legte mich auf ein OP-Bett, bekam eine grüne Haube auf, eine Rolle unter die Kniekehlen, wurde bis zum Hals zugedeckt und in den OP geschoben.

Dort wurde aus Hygienegründen auch mein Gesicht mit einem blauen Tuch abgedeckt, in dem sich nur ein ca. 10 cm großes, kreisrundes Loch für die OP meines Auges befand. Nach einigen Vorbereitungen bekam ich im Abstand von einigen Minuten 4 mal Betäubungstropfen ins Auge, um es völlig unempfindlich gegen das Abschaben der Hornhaut zu machen.
Danach wurde der Bereich um das Auge mit einem braunen Bausch desinfiziert.

Mittlerweile hörte ich auch männliche Stimmen und das Abschaben der Hornhaut begann. Zu meiner Überraschung hörte ich, dass ein Arzt dem Anderen Ratschläge gab, wie er die Hornhaut abzuschaben habe. Ich fragte, ob Dr. Schröder, von dem ich vermutete, dass er die OP vornehmen sollte, anwesend sei und fragte ihn, wer der andere Arzt wäre, der das Abschaben vornahm. Dieser stellte ich als Dr. Schnaidt vor, der momentan von Dr. Schröder eingearbeitet wird, damit auch er künftig Vernetzungen vornehmen kann, die in Homburg seit ca. 4 Jahren durchgeführt werden. Obwohl ich wegen der grünen OP Hauben und dem Mundschutz nur die Augen der beiden Ärtze erkennen konnte, machten diese einen sympathischen Eindruck und ich hatte ohnehin keine Wahl.

Die OP ging weiter und ich denke, Dr. Schnaidt hat es gut gemacht, denn das Abschaben der Hornhaut war schmerzfrei und auch nicht so unangenehm, wie ich es erwartet hatte.

In der folgenden halben Stunde wurden immer wieder 2 Tropfen Riboflavin verabreicht, damit die aufgeraute Hornhaut es aufnehmen kann. Die Sicht wurde dann jedesmal kurzzeitig gelb.

Danach wurde ich gefragt, ob ich bequem liege, weil es wichtig sei, dass ich in der nächsten halben Stunde ruhig in die UVA-Lampe sehe, mit der das Riboflavin fixiert wird. Während dieser Zeit wird im Abstand von ca. 2,5 Minuten regelmäßig Riboflavin nachgetropft. Die UVA-Lampe selbst wirkt wie eine kreisförmige Anordnung von Leuchtdioden (eine im Zentrum und 5 oder 6 drum herum),

Bis dahin hatte ich keine Probleme, aber Gesicht und Körper waren immer noch komplett abgedeckt und meine Nase begann rechts zuzugehen. Ich hatte das Gefühl schlechter Luft zu bekommen, atmete schwer und versuchte mir immer wieder durch hochziehen der Nase Luft zu verschaffen. Mit meinem Asthma hatte es, wie ich glaube, aber nichts zu tun. Das fühlt sich anders an.

Die letzten 20 Minuten wurden für mich unerwarteter Weise zur Tortur. Auf meinen Wunsch wurde das Tuch über meinem Mund angehoben, damit ich besser Luft bekam, aber das nützte nicht viel. Ich hatte das Gefühl als bekäme ich Kreislaufprobeme und irgendwie Platzangst, was ich sonst gar nicht kenne.
Ich bekam einen Fühler an einen Finger meiner linken Hand, um meine Sauerstoffversorgung zu überwachen und wurde weiter aufgedeckt. Ich atmete tief und bemühte mich ruhig zu liegen, bis nach einer halben Stunde die UVA-Lampe endlich ausging.

Danach bekam ich eine weiche Schutzkontaktlinse ins Auge, was ich als unangenehm empfand. Vielleicht begann auch die Betäubung des Auges langsam nachzulassen.

Ich wurde aus dem OP geschoben, um 14:50 abgeholt (der Aufenthalt im OP-Bereich, hat also etwas mehr als 1,75 Stunden gedauert) und wieder zur Anmeldung auf Station A 01 gebracht.

Dort hatte ich einen Blutdruck von 160:100, was für meine Verhältnisse relativ hoch ist. Da der Brief für meinen Augenarzt noch nicht fertig war musste ich noch eine Weile im Wartezimmer zubringen.

In der Zwischenzeit besorgte mein Vater mir aus der Apotheke meine Medikamente. Man verschrieb mir Schmerztabletten (Tramal long 100 mg), Antibiotika-Tropfen (Floxal EDO) gegen Augeninfektionen und künstliche Tränen (Protagent SE). Kosten insgesamt: 46 Euro. Es ist also ratsam zur OP etwas Geld mitzunehmen.

Ich atmete immer noch schwer und hielt die Augen während der Wartezeit meist geschlossen, obwohl das Auge nicht sonderlich schmerzte. Trotzdem schien die Betäubung langsam nachzulassen und bis zum Erhalt des Briefs für meinen Augenarzt wurde ich langsam ungeduldig, war gereizt und wollte ich nur noch nach Hause. Unterwegs öffnete ich ab und zu kurz die Augen, um mich zu orientieren. Ich hätte wegen der Lichtempfindlichkeit eine Sonnenbrille mitnehmen sollen, woran ich vorher leider nicht dachte.

Zuhause angekommen nahm ich eine Schmerztablette (Tramal long) und bereits einige Minuten darauf ging es mir schon besser. Mir wurde gesagt, dass die Schmerztabletten relativ stark wären und ich habe nur eine benötigt.

Der Rest des Tages war erträglich. Ich dunkelte das Zimmer ab, setzte eine Sonnenbrille auf und hatte guten Appetit (ein halbes Hähnchen mit Pommes, das wir unterwegs von einem Hähnchenstand an unserem Ort noch besorgt hatten).

Am Auge hatte ich leichtes Kratzen, Brennen bzw. Druckgefühl ich weiß nicht, wie ich es genau beschreiben soll. Es war aber erträglich und vorzugsweise hielt ich meist beide Augen geschlossen.

In der Nacht lag ich von 2:00 bis 7:00 Uhr wach und sah ständig auf die Uhr, ohne mit dem Auge jedoch große Probleme zu haben.

Kurz nach 7:00 Uhr stand ich auf (Schmerztabletten benötigte ich keine mehr) und versuchte mit meinem linken Auge und einer Lupe die Beipackzettel der Antibiotika-Tropfen und der künstlichen Tränen zu entziffern, wobei ich erstere 4 mal täglich und die künstlichen Tränen 5 mal täglich (oder bei Bedarf öfter), in einem mit einem Mindestabstand von 15 Minuten, tropfen sollte. Ein Tropfen jeweils genügt.

Nach dem Frühstück vereinbarte ich einen Termin mit dem Augenarzt, bei dem ich um 10:30 Uhr sein sollte.
Während der Fahrt trug ich eine Sonnenbrille, was sich besonders im Freien empfiehlt. Sonnenstrahlen waren in den ersten beiden Tagen nach der OP sogar trotz Sonnenbrille unangenehm.

Der Augenarzt meinte, die Schutzkontaktlinse würde sehr fest aufliegen, aber er wolle sie nicht herausnehmen und die Hornhaut würde gut zuheilen.
Er wolle mich auf jeden Fall nach Entfernen der Schutzkontaktlinse (was am folgenden Freitag, im Homburg geplant war), montags darauf noch einmal sehen, um zu entscheiden, ob ich wieder arbeitsfähig sei.

Die folgenden Tage waren problemlos, wenn auch ziemlich trist und langweilig. Die einzige Abwechslung waren ab und zu Videos, die ich mir dem linken und geschlossenen rechten Auge ansah. Fernsehen fand ich uninteressant. Allzuviel außer Nachrichten und Doku-Sendern interessiert mich da ohnehin nicht. Im Allgemein hatte ich beim Sehen einen relativ guten Gesamteindruck, wobei die Sehleistung hauptsächlich vom linken, gesunden, aber generell schwächeren Auge kam. Lesen kann ich links nur mit Brille und ziemlicher Anstrengung. Rechts am operierten KC-Auge sah ich unscharf. Lesen von kleinen Schriften kann ich generell vergessen. Das schafft auch mein linkes Auge nicht. Den PC habe ich in den ersten Tagen testweise kurz angeschaltet und gleich darauf wieder heruntergefahren.

Das Antworten auf eine Mail war mir am dritten Tag nur möglich, weil ich bei meiner Brille das rechte Glas mit einem Tempotaschentuch umwickelt und mit Tesa außen festgeklebt hatte, um mein rechtes Auge zu schonen und mein linkes schwächeres Auge zu zwingen scharf zu sehen.
Davon hielten die Ärtze in Homburg gar nichts, aber in Kombination mit meinem dominierenden, rechten KC-Auge hatte ich auch links ein Unschärfegefühl, was das Lesen kleiner Schriften stark erschwert bzw. unmöglich macht. Dann musste ich zusätzlich eine Lupe verwenden.

Trotz abgedecktem rechten Auge hatte ich viele Tippfehler in der Mail, was ich erkannte, nachdem ich mir den Text nach Microsoft Word kopiert und in Schriftgröße 18 und Schriftfarbe blau umgestellt hatte.
Ein Korrekturlesen wäre sonst zur Tortur geworden.

Donnerstags hatte ich den Eindruck schon etwas besser zu sehen, aber am Freitag hatte ich morgens beim Öffnen er Augen ein unangenehmes Kratzen im Auge, was wohl von der bereits 4 Tage getragenen Schutzkontaktlinse kam. Daraufhin sah ich auch mehr Schleier als am Vortag, wobei ich befürchtete, die Schutzkontaktlinse könnte meine frisch fixierte Hornhaut beschädigt haben.
Ich sehnte mich danach, das Ding endlich los zu werden und hatte Gott sei Dank an diesem Freitag meinen Kontrolltermin in der Augenklinik Homburg.

Dort wurde von Dr. Schröder die Schutzkontaktlinse entfernt. Er meinte, die Hornhaut würde bereits gut aussehen und auch Dr. Schnaidt, der dazu kam, war mit dem Ergebnis zufrieden. Die Hornhaut wäre jetzt im Heilungsprozess und dadurch etwas dicker. Um dem entgegenzuwirken solle ich zusätzlich 5 mal am Tag einen Tropfen Kortison-Gel (Dexagel) ins Auge machen.
Kosten für 2 Tuben Dexagel: 27 Euro.
Die Antibiotika-Tropfen bräuchte ich nur noch bis nächste Woche zu nehmen. Viel davon habe ich sowieso nicht mehr.

Ich sprach die Beiden auch an, dass ich seit Abschaben der Hornhaut rechts, manchmal winzige kleine, schwarze Kreise wahrnehme, wenn ich in helle Bereiche (z.B. den PC-Monitor) sehe. Es sind nur wenige und ich empfinde sie nicht als störend. Wenn ich mich darauf konzentriere, wandern sie aus dem Sichtfeld.
Dr. Schröder meinte, das wären Glaskörpertrübungen, die viele Leute hätten. Für mich waren sie neu, aber meine Frau kennt sowas auch.

Außerdem interessierte mich, ob und ab wann ich das Auge wieder mit klarem Wasser waschen könnte.
Dr. Schnaidt empfahl mir in nächster Zeit mit dem Auge vorsichtig zu sein und nur drum herum zu waschen. Das Kortison-Gel und die künstlichen Tränen würden genügen.

Des weiteren fragte ich, ab wann ich wieder etwas Sport (leichtes Joggen) treiben könne. Seit einigen Jahren habe ich starke Gewichtsprobleme und in dieser Woche der Untätigkeit endgültig mein Höchstgewicht (100 kg) erreicht und das bei 1,76 m Körpergröße.

Früher nahm ich oft an Volksläufen teil (ca. 200 Läufe zwischen 1992 und 2006). Ich nahm an 14 Marathonläufen teil, absolvierte 1998 und 2002 den 80 km Nachtlauf in Karlsruhe und 2004 den 60 km Bärenfelslauf bei Nohfelden (Saarland), was mein härtester Lauf war. Für die 3 Runden a 20 km bei jeweils 500 m Höhendifferenz benötigte ich fast 9 Stunden. Eigentlich wollte ich eine Stunde schneller sein, aber wegen Schmerzen in meinem linken Knöchel hatte ich bereits in Runde 2 Probleme und musste in Runde 3 viele Gehpausen einlegen. Damals hatte ich noch mehr Energie und wog 83 kg, aber dann bekam ich Fersensporn und konnte monatelang gar nicht laufen.

Ich habe mein Gewicht immer durch lange Läufe reguliert, aber als ich mit orthopädischen Einlagen 4 Monate später wieder versuchte, damit anzufangen, hatte ich schon 7 kg zugenommen und damit 90 kg erreicht.

Fersensporn, Beschwerden im Knöchel und asthma-ähnlicher Husten hauptsächlich in den Wintermonaten trugen immer wieder dazu bei, dass ich mein Training unterbrechen musste und mehr und mehr zunahm. Irgendwann hatte ich keine Energie und keine Lust mehr und laufe heute nur noch sporadisch kleine Strecken von 4 bis 7 km. Kaum zu glauben, wie stark ich in den letzten 6 Jahren abgebaut habe.

Seit einem halben Jahr trage ich täglich schwarze Sportschuhe aus dem Laufladen, die auch zum Wandern geeignet sind und zusätzlich orthopädische Einlagen und habe seitdem keine Fußprobleme mehr.

Wie auch immer, Dr. Schnaidt riet mir vom Joggen ab.
Die ständigen Stöße wären nicht gut für das Auge, aber flottes Spazierengehen wäre okay. Diesen Ratschlag werde ich beherzigen und versuchen täglich ein paar km zu Gehen. Gehen ist zwar nicht so mein Ding, aber vielleicht schaffe ich es so, wieder abzunehmen und irgendwann den Spaß am Laufen zurückzugewinnen.

Momentan habe ich aber ganz andere Probleme.
Ich will endlich wieder vernünftig lesen können!!!

Mein nächster Termin in der Augenklinik Homburg ist am 15.04.2010 um 8:30 Uhr.

Eine Rechnung habe ich noch nicht bekommen.
Wenn ich sie kriege, werde ich sie zwar bezahlen, aber para llel dazu auch bei der Techniker Krankenkasse einreichen, auch wenn das nichts bringt.

Nächsten Montag, am 22.03.2010 um 11:30 habe ich meinen nächsten Termin beim Augenarzt.
Ich bin mal gespannt, wann er denkt, dass ich wieder Auto fahren kann.

Dieser Mammutbericht hat mich zwar angestrengt (ursprünglich in Microsoft Word verfasst mit Schriftgröße 18 und Schriftfarbe blau), aber erfreulicherweise scheine ich jetzt sogar besser zu sehen als vorher, was vermutlich daran liegt, dass die Schutzkontaktlinse seit gestern raus ist und ich regelmäßig Antibiotika-Tropfen und Kortison-Gel tropfe.

Vor dem Bericht sah ich rechts leicht verschwommen und konnte gar nichts lesen. Jetzt, einige Stunden später, kann ich rechts sogar kleinere Buchstaben erkennen.

Die leichten Doppelbilder sind noch da, aber ich sehe die Buchstaben, bis auf ein leichtes allgemeines Unschärfegefühl, rechts schon relativ scharf.

Nach einigen Tagen Sehbehinderung nach der OP bin ich begeistert!!!
Endlich sehe ich wieder was!!! :::woot

Nur mit meinem untergeordneten linken Auge könnte ich das Lesen von Schriftverkehr und E-Mails vergessen. Davon schmerzen die Augen und das strengt mich zu sehr an.
Als DV-Sachbearbeiter arbeite ich viel am PC und bei Hilfeanfragen Remote auch auf den PCs anderer Mitarbeiter, um deren Probleme zu lösen.
Wenn es sich um keine momentane Schwankung meiner Sehleistung handelt und sie sich noch etwas verbessert, bin ich sicher, dass ich nächste Woche wieder Arbeiten kann. :D

Dieser Bericht stellt meine subjektiven Eindrücke und mein Befinden während und nach der OP dar.
Ich hoffe damit, dem Ein oder Anderen, der mit dem Gedanken spielt sich vernetzen zu lassen, einen tieferen Einblick über den Ablauf der OP in der Augenklinik Homburg/Saar und den darauf folgenden Tagen gegeben zu haben. :)

Gruß
Michael
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Am Montag, den 22.03.2010 (also eine Woche nach der OP) hatte ich wieder einen Kontrolltermin beim Augenarzt. Ich teilte ihm mit, dass, seit die Schutzkontaktlinse am Freitag davor im Homburg entfernt wurde, das Auge nicht mehr so rot ist. Außerdem erwähnte ich, dass ich seitdem zusätzlich 5 mal am Tag Koritsonsgel (Dexagel) tropfe. Er meinte, die Hornhaut wäre jetzt geschlossen und ich könnte die Antibiotika-Tropfen weglassen. Die bräuchte ich nicht mehr. Das Kortisongel solle ich aber noch 14 Tage nehmen. Ich machte einen Lesetest, wobei ich etwas unscharf und herrliche Doppelbilder sah. Immerhin meinte mein Augenarzt, dass er in 6 bis 8 Wochen, wenn ich wieder besser sehe, versuchen wolle, mir nochmal eine Brille anzupassen, was mich sehr gefreut hat. Er wollte mir ja vorher kene Brille mehr anpassen, weil das bei KK nichts bringt. Mit meiner aktuellen Brille sehe ich nicht mehr gut und dann hätte ich wenigstens eine Brille für den Notfall. Autofahren darf ich wieder, habe bisher aber bewußt darauf verzichtet, weil meine Sicht immer noch unscharf ist. Er hat mich nochmal 3 Tage krank geschrieben, in denen sich die Sicht aber nicht mehr verbessert hat. Mein nächster Kontrolltermin ist am 6.04.2010.

Die Antibiotika-Tropfen und die künstlichen Tränen habe ich weggelassen und tropfe seit Dienstag nur noch 5 mal am Tag Kortisongel.

Am Donnerstag hatte ich wieder meinen ersten Arbeitstag und einige Mails zum Lesen, die ich seit der OP angesammelt haben. Das fand ich ziemlich anstrengend. Im Explorer kann ich mir die Schrift mit „Strg +“ größer einstellen, aber leider nicht in Outlook. Mittags hatte ich Kopfschmerzen und machte in der Pause einen Spaziergang, wobei ich wieder total unscharf sah. Ich habe die beiden Arbeitstage rumgebracht, sehe momentan aber deutlich schlechter, als vor der OP. Doppelbilder und Reflektionen nehme ich sogar stärker wahr. Bei den Autos, die mir gestern Nachmittag auf dem Nachhauseweg entgegenkamen, sah ich 3 Scheinwerfer übereinander und dabei wer es noch hell.
Kann es sein, dass das Kortisongel, das ich ins Auge tropfe, diesen Effekt noch verstärkt? :::geek

Um meinem Gewicht entgegenzuwirken habe ich seit letzter Woche täglich 3 bis 7 km lange Spaziergänge gemacht (Joggen darf ich ja nicht). Die Waage zeigt immer noch gnadenlos 100,4 kg an, also 0,2 mehr als letzte Woche. Dafür ist mein Fettanteil von 31% (ebenfalls Höchststand) auf 28% zurückgegangen, was leider immer noch sehr hoch ist. In meiner aktiven Zeit als Läufer lag er zwischen 21% und 23%. Wenn ich aktiv bleibe und meine Strecken noch etwas erhöhe, wird sich wieder mehr Muskulatur aufbauen, die ja schwerer ist als Fett. Zum Abnehmen hilft bei mir in erster Linie nur Bewegung. Mit FDH baut man zuerst Muskulatur ab, bevor es ans Fettgewebe geht und darauf stehe ich gar nicht, obwohl mir klar ist, dass ich auch meine Essgewohnheiten ändern muss. ^^ :::grin

Der Samstag war bisher eher trist. Dinge wie 3D-Spielemodelle bauen und animieren machen keinen Spaß mehr und Bücher lesen kann ich vergessen. Die Unschärfe meines vernetzten, rechten Auges ruiniert mir die Sicht. Ich hoffe, dass sich das irgendwann wieder bessert. :(
Ich werde noch ein wenig Spazieren gehen. Es regnet zwar, aber dann habe ich wenigstens noch etwas Bewegung.

Gruß
Michael
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Die Vernetzung meines rechten Auges ist nun schon über 3 Wochen her.
Am Dienstag hatte ich wieder einen Kontrolltermin beim Augenarzt.
Leseleistung rechts 20 % bei dreifacher Sicht übereinander und zusätzlicher Unschärfe.
Früher hatte ich den Eindruck nur doppelt zu sehen. Ich war etwas frustriert.
Der Augenarzt meinte, das Auge sähe gut aus, aber mit Brille wäre rechts vermutlich nichts mehr zu machen.
Das hätte er schon 2001 festgestellt.
Es läuft also wieder auf harte Kontaktlinsen hinaus, wobei er sich aber nicht sicher ist, ob die Dreifachsicht dadurch verschwindet.
Ich fragte ihn nach einer Brille für das linke, gesunde Auge (mit dem ich aber nicht gut lesen kann) und Fensterglas für das rechte, vernetzte KK-Auge.
Dann bräuchte ich nur rechts eine harte Kontaktlinse zu tragen.
Er meinte, darüber könnten wir in frühestens zwei Monaten reden, wenn das Endergebnis vorliegt.
Das Kortisongel (Dexagel) wurde an diesem Tag alle und der Augenarzt meinte, ich bräuchte es jetzt auch nicht mehr.
Seitdem mache ich auch nichts mehr ins Auge.
An diesem Tag fuhr ich zum zweiten Mal wieder Auto und hatte bis auf die Unschärfe beim Lesen von Schildern keine Probleme.
Meinen nächsten Termin beim Augenarzt habe ich in einem Monat und in der Augenklinik Homburg nächste Woche am 15.04.2010.

Vielleicht lag die schlechte Sehleistung aber auch an meinem Gesundheitszustand.
Mir ging es den ganzen Tag nicht gut. Ich hatte Kopfschmerzen und ein unangenehmes Gefühl, das offenbar von meinem hintersten, rechten Backenzahn ausging und über die Wange bis in das vernetzte KK-Auge ausstrahlte.
Nach dem Besuch beim Augenarzt war ich noch Einkaufen und als ich wieder Zuhause war, hatte ich 39,5 Fieber.
Dabei hatte ich körperlich keine Beschwerden (nur die Kopfschmerzen und das unangenehme Gefühl in der rechten Wange).
Ich aß noch etwas, legte mich ins Bett. Um 22:00 lag die Temperatur bei 38,8, um 1:00 Uhr bei 38,0 und morgens um 5:30 Uhr bei 37,5.
Körperlich ging es mir nicht schlecht und ich überlegte mir Arbeiten zu gehen, aber meine Frau riet mir davon ab.
Ich ging also wieder zum Hausarzt, der sich zunächst auch nicht erklären konnte, wo das Fieber herkam, meinte aber, es könnte wirklich an den Zähnen liegen. Also ging ich zum Zahnarzt, aber die Zähne waren okay. Er hatte den Backenzahn sogar geröngt und konnte nichts feststellen. Also ging ich zurück zum Hausarzt und der schrieb mich 3 Tage krank und gab mir eine Überweisung für ein Röntgeninstitut mit dem Verdacht auf Nasennebenhöhlenentzündung.
Am nächsten Tag wurden die Nasennebenhöhlen geröntgt und tatsächlich, die Nasennebenhöhle rechts ist komplett zu.
Also zurück zum Hausarzt, der mir Antibiotikatabletten verschrieb, von denen ich 7 Tage lang täglich eine schlucken soll.
Nächste Woche am Dienstag sollte ich meine nächste Spritze zur Desensibilisierung benommen (wegen meinem asthma-ähnlichen Husten).
Davon riet er mir ab, weil das nicht gut sei.
Außerdem empfahl er mir Nasentropfen, Inhalieren und Rotlicht, um die Nasennebenhöhle wieder frei zu bekommen.
Das könne aber eine Weile dauern.
Vielleicht hätte er mich nochmal krank geschrieben, aber ich habe das langsam satt.
Letztes Jahr hatte ich viele Fehlzeiten wegen Asthma, dieses Jahr wegen der Vernetzung und jetzt fehle ich schon wieder 3 Tage wegen Nasennebenhöhlenentzündung. :evil:

Dabei hatte ich in den letzten Wochen das Gefühl, dass es mit mir gesundheitlich wieder aufwärts geht.
Wenn ich schon nicht vernünftig lesen kann, wollte ich wenigstens etwas für meinen Körper tun und ging täglich 4 bis 8 km spazieren.
Am Ostermontag bin ich eine hügelige Strecke von 20,6 km gegangen (ich habe einen GPS-Stick, der die Strecke mitprotokoliert) und war 3:38 Minuten unterwegs.
Früher bin ich diese Strecke gejoggt und war natürlich viel schneller, aber ich fühlte mich körperlich gut.
Knie und Hüfte spürte ich am nächsten Morgen, aber einen Tag später hatte ich das wieder weggesteckt.
Mein Gewicht ist um 3 kg gesunken und ich habe beschlossen nächstes Jahr, nach 6 Jahren wieder einmal, im Mai am Mainz Marathon teilzunehmen.
Entweder ich laufe mit meinem Sohn Halbmarathon oder wenn ich mich fit fühle, vielleicht auch die komplette Strecke (das wäre dann mein 15. Marathon). Dafür müsste ich aber mindestens noch 15 kg abnehmen. :::grin

Mit der Nasennebenhöhlenentzündung habe ich jetzt wieder einen Rückschlag erlitten und muss erst wieder gesund werden.
Ich hoffe, dass sich das nicht schädigend auf mein vernetztes Auge auswirkt.
Meinen Termin zur Desensibilisierung habe ich um eine Woche verschoben und in der Augenklinik Homburg angerufen, ob die Dämpfe beim Inhalieren oder Rotlicht evtl. schädlich für mein frisch vernetzes Auge sei.
Nach Rückfrage der Schwester bei einem Arzt ist dagegen aber offenbar nichts einzuwenden.
Ich solle die Augen dabei nur geschlossen halten.
Zur Sicherheit hielt ich mir trotzdem beim Inhalieren und während der Rotlichtbestrahlung mit einem Tempotaschentuch mein vernetztes Auge zu.
Jetzt hoffe ich, dass ich die Nasennebenhöhlenentzündung bald wieder wegbekomme.
Im Internet habe ich gelesen, dass das sehr hartnäckig sein kann und falls Eiter oder Bakterien in die Augenhöhle durchbrechen, könnte man davon sogar blind werden.
Unangenehm fühlen sich Wange, Zähne und Auge jetzt schon an.
Hat jemand Erfahrungen gemacht, wie lange so eine Nasennebenhöhlenentzündung dauert und evtl. in dieser Zeit auch ein frisch vernetztes Auge gehabt? :?:

Gruß
Michael
Tracker
-
Posts: 22
Joined: 2010-01-26, 12:20
KC-Experience: Ich bin 49 Jahre alt und habe seit 1996 eine leichte Doppelsichtigkeit auf dem rechten, dominierenden Auge, die als Keratokonus erkannt wurde. Auf dem linken, schwächeren Auge sehe ich scharf. Daher halte ich mit der Hand mein rechtes Auge zu, wenn ich Details erkennen will. Ich habe Probleme bei Kontrastunterschieden und kleiner Schrift. Beim Lesen sehe ich in ca. 20-30 cm Entfernung scharf und je mehr sich dieser Abstand vergrößert, desto ich mehr stehen die Buchstaben übereinander. Ich sehe dann schwarze Buchstaben und darunter, leicht nach links versetzt eine graue Kopie davon, was problematisch ist, solange die Buchstaben ineinander übergehen.
Vor einigen Jahren war ich 4 mal in der Augenklinik Homburg, wobei versucht wurde mit harten Kontaktlinsen die Hornhaut zu gurten. Bei Weitsichtigen scheint das aber nicht so einfach zu sein. Ich kam mit den Kontaktlinsen nicht klar, sah schlecht und wenn ich den Eindruck hatte, besser zu sehen, hatten sie sich gelöst und waren in der Augenhöhle verschwunden. Da ich ansonsten den Eindruck hatte mit meiner Brille ganz gut zu sehen, brach ich die Behandlung ab.
Eine Operation (Hornhauttransplantation) wird erst gemacht, wenn man 30% oder weniger sieht und das Risiko einer Verschlechterung zu vermeiden.
In den letzten Jahren scheint sich mein rechtes Auge aber weiter verschlechtert zu haben. Bei einer augenärztlichen Untersuchung am Arbeitsplatz konnte ich die Zahlenreihen im Gerät nicht eindeutig erkennen und bestenfalls raten, wobei ich meist falsch lag. Man sagte mir, ich bräuchte dringend eine neue Brille und müsste zum Augenarzt, wobei ich von dem Erfolg dieser Maßnahme nicht überzeugt war. Das hat sich beim Augenarzt dann auch bestätigt, weil ich wieder nichts klar erkennen konnte. Ich kann einfach nicht sagen mit welchen Linsen ich schärfer oder weniger scharf sehe, weil die Buchstaben ineinander übergehen und ich mit jeder Einstellung fast nichts exakt erkennen kann. Der Augenarzt meinte auch, dass es keinen Zweck habe, mir eine neue Brille zu verschreiben und versprach sich eine größere Chance von harten Kontaktlinsen, wovon ich nicht sehr begeistert war. Von einer Augenoperation riet er mir auch ab, weil ich dann mindestens ein Jahr Probleme hätte. Stattdessen erwähnte er, dass es auch ein neues Verfahren namens Hornhautvernetzung gäbe, überwies mich diesbezüglich nochmal in die Augenklinik Homburg und machte am 1. März einen Termin für mich aus. Jetzt versuche ich über das Internet mehr über das Verfahren der Hornhautvernetzung zu herauszufinden und ob ich mir das überhaupt finanziell leisten kann.

Re: Tracker - Meine Erfahrungen mit KC

Post by Tracker »

Vorgestern, also am Donnerstag, den 15.04.2010 (exakt 4 Wochen nach der Vernetzung) war ich zu meiner zweiten und letzten Kontrolluntersuchung bei Dr. Schnaidt in der Augenklinik Homburg.

Dabei wurde auch eine neue Aufnahme meiner Augen gemacht.
Rechts ist der Keratokonus in der 8 mm Zone an dem dunkelroten Bereich deutlich erkennbar (topografische Klassifizierung: KK2).
Links ist der Bereich gelb und ein wenig orange, d.h. nur 2 von 8 Werten sind rot (topografische Klassifizierung: KK möglich).
Laut Dr. Schnaidt ist am linken Auge jedoch noch kein Keratokonus erkennbar.
Die Hornhautdicke rechts betrug vor der Vernetzung 552 und jetzt 529 microns, ist also etwas dünner, als vorher.

Ich zeigte Dr. Schnaidt die Röntgenaufnahme meiner Nasennebenhöhlenentzündung und fragte, ob während der Vernetzung evtl. Riboflavin durch den Tränenkanal in diesen Bereich gesickert sein und etwas verklebt haben könnte, weil sich die NNH-Entzündung nur unter meinem rechten Auge befand und ich vorher noch nie sowas hatte.
Er sagte, dass es zwar sehr ärgerlich sei, sowas gerade jetzt zu bekommen, aber mit der Vernetzung hätte es nichts zu tun.
Mittlerweile sind die Beschwerden aber schon weitgehend abgeklungen und seit Montag bin ich wieder fieberfrei.
Ich habe 7 Antibiotika-Tabletten genommen und mir danach Sinupret-Tabletten gekauft, wovon in täglich 3 nehme, bis die Packung leer ist.
Die Blutuntersuchung beim Hausarzt hat ergeben, dass ein Entzündungswert, der normalerweise bei 5 liegt, den Wert 91 aufwies und auch ein weiterer Wert stark erhöht war. In einem Monat wird der Bluttest wiederholt, um zu kontrollieren, ob die Entzündungswerte dann wieder normal sind.

Aber zurück zum Thema:
Dr. Schnaidt hat sich mein Auge genau angesehen und sagte dass alles sehr gut aussieht.
Er fragte mich, ob ich noch regelmäßig Kortisongel verwende und ich antwortete, dass es schon seit über einer Woche alle ist und ich laut Augenarzt auch nichts mehr benötige.
Dr. Schnaidt meinte jedoch, dass das Auge momentan noch dabei sei, neue Querverbindungen aufzubauen und ich noch einen Monat Korisongel verwenden soll.
Die Sicht könnte, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist, noch erheblich schwanken.
Er gab mir 3 Tuben Korisongel (Dexagel), das ich 3 mal täglich verwenden sollte, 3 Packungen Augentropfen (Hylo-Vision) zur Benetzung (3 bis 5 mal täglich) und eine Tube Hornhautregenerativum (Corneregel) von dem ich jeden Abend vor dem Schlafengehen einen Strang ins Auge machen sollte.
Vorher musste ich eine Woche lang nichts mehr nehmen und jetzt bin ich wieder einige Wochen mit Tropfen beschäftigt. :::grin

Dr. Schnaidt hat auch einen sehr ausführlichen Sehtest mit mir gemacht.
Es wurden 4 Zeilen mit jeweils 4 Zahlen an die Wand projeziert.
Davon konnte ich mit Brille rechts nur die zweite Zahl von oben eindeutig als 7 erkennen.
Bei den anderen Zahlen hätte sich raten müssen, so matschig war die Sicht.
Dr. Schnaidt setzte mir ein Brillengestell auf, bei dem er die Gläser austauschen konnte.
Bei manchen Gläsern war die Sicht total verwaschen und bei anderen etwas schärfer, so dass ich einige Zahlen von oben erkennen konnte.
Trotzdem war es eine Ratestunde. Ich musste mich stark konzentrieren und konnte trotzdem Zahlen wie 9, 8, 6, 5 oder 0 nicht eindeutig unterscheiden. Immerhin schien meine Erfolgsquote akzeptabel gewesen sein, denn mir wurden "mühsame" 50 % Leseleistung bestätigt, obwohl ich nicht so recht daran glauben kann.

Das Seltsame ist, dass ich mit dem linken, noch gesunden, aber schwächeren Auge, alle Zahlen an der Wand problemlos erkennen konnte, während ich rechts so unscharf und doppelt sah, dass ich bestenfalls raten konnte.
Bei der Leseleistung im Nahbereich ist es genau umgekehrt.
In einem Abstand von 10 bis 30 cm lese ich rechts besser als links, wobei ich kleine Schriften links gar nicht lesen kann, rechts aber schon.
Mein Wahrnehmungsvermögen scheint sich also langsam wieder auf den Bereich vor der Vernetzung einzupendeln.
Ich kann schon wieder viel besser Lesen, als noch vor einer Woche (zumindest im Nahbereich).

Dr. Schnaidt fragte mich, ob ich für weitere Nachuntersuchungen nach Homburg kommen wolle oder lieber zu meinem Augenarzt gehe.
Mein Auge fühlt sich mittlerweile wieder normal an, bei vergleichbarer Sicht als vor der Vernetzung.
In Homburg müsste ich wieder in die Ambulanz, wo ziemlich viel los ist (lange Wartezeiten eingeschlossen) und hätte viel weiter zu fahren, also habe ich mich für meinen Augenarzt entschieden.

Eine Rechung habe ich noch nicht bekommen.
Nach meiner letzten Kontrolluntersuchung dürfte die aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. :::grin

In meinem Kampf gegen die Pfunde bin ich noch nicht weitergekommen.
Letzte Woche hatte ich Fieber wegen meiner Nasennebenhöhlenentzündung und bin infolge dessen nicht viel gelaufen.
Seit Montag sammele ich wieder Kilometer beim Spazierengehen (4 bis 8 km pro Tag).
Heute habe ich einen 11,5 km langen Waldspaziergang gemacht und bin heute Abend nochmal einen km gelaufen, so dass ich auf 12,5 km komme.
Mein Gewicht liegt aber immer noch bei 97,4 kg.
Das ist zwar besser als die 100,4 kg vor 3 Wochen und ich fühle mich körperlich besser, aber einen deutlichen Durchbruch habe ich noch nicht erzielt.
Joggen darf ich laut Dr. Schnaidt wieder, allerdings soll ich dabei eine Sportbrille tragen, wegen der Zugluft am Auge.
Ich werde mich aber noch eine Woche auf Spazierengehen beschränken, solange ich Sinupret-Tabletten nehme und die Nasennebenhöhlenentzündung nicht vollständig weg ist.
Was mein Gewicht angeht, werde ich weiter am Ball bleiben.
Ich will endlich mal wieder fit werden und aus meinem jahrelangen, gesundheitlichen Tief herauskommen. :::grin

Gruß
Michael