Hallo Sven,
ein erläuternder Nachtrag zu deinen Fragen, die sich mir so oder überhaupt nicht stellen sowie den Fragen, die ich persönlich für unwichtig halte:
5ven wrote:Wie zielführend ist es denn, wenn Lombardi in diesem Forum andere Teilnehmer beleidigt?
Selbstverständlich völlig am Ziel vorbei. Was ich dir dazu sagen kann, ist, dass Dr. Lombardi bei meinem letzten Kontrolltermin erwähnt hat, dass er den Beitragsautor und seine Angriffe auf seine Methode aus anderen Foren, in denen es wohl zu regelrechten "Hetzjagden" auf ihn gekommen ist, bereits kennt.
Da ich diesen Umstand weder verifizieren noch widerlegen kann und einige Beiträge hier im Forum mehr als darauf hindeuten, dass Dr. Lombardi einiges an Erfahrungen sowohl in Bezug auf massive Verleumdung seiner Person als auch Verunglimpfung seiner Methode gemacht hat, gehe ich im Moment davon aus, dass er diese seine oben stehende Antwort bewusst so verfasst hat, wie er sie verfasst hat.
Darüber, dass er sich mit der Art und Weise seiner Antwort keinen Gefallen getan hat, brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Weniger hitzköpfig und beleidigend hätte eher den gewünschten Effekt gebracht. Dass einem auch mal die Hutschnur platzen kann und dass das auch nur menschlich ist, können wir auch unseren Beiträgen entnehmen, was keine Entschuldigung sondern lediglich eine Erklärung für "Beitragsexplosionen" sein soll...
5ven wrote:Wie zielführend ist es, dass Lombardi andere Methoden nur "runtermacht"? Die seit Jahrzehnten sehr erfolgreich sind und immer weiter verbessert werden (i.e. Keratoplastik KP)
Dazu kann ich dir sagen, dass Dr. Lombardi mir gegenüber zu keiner Zeit andere Methoden diskreditiert hat, auch Kontaktlinsen hat er nie erwähnt, obwohl er dazu mehr als Gelegenheit gehabt hätte als wir uns unterhalten haben...
Glücklicherweise wurden alle Methoden im Laufe der Zeit verbessert und einige sogar völlig neu erfunden wie das Crosslinking. Eine KP wird in Deutschland völlig zweifelsfrei als die "Ultima Ratio" der Keratokonusbehandlung angesehen. Was ich z.B. in diesem Zusammenhang merkwürdig finde, ist die Tatsache, dass in Deutschland gegenüber anderen Ländern bei Keratokonus überdurchschnittlich häufig transplantiert wird:
http://augen.uniklinikum-dresden.de/pdf ... okonus.pdf
Zugegeben, die Betrachtungszeiträume für die KP-Indikation variieren in dem oben genannten PDF beträchtlich und der Vortrag wurde aus der Perspektive der Vernetzungsentwickler erstellt. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die in Deutschland immer noch herrschende, ophthalmologische Lehrmeinung lautet: Keratokonus => formstabile Kontaktlinsen => Hornhauttransplantation.
Das bedeutet, dass diejenigen, die keine Kontaktlinsen vertragen auf eine Brille angewiesen sind, die ihren Sehfehler trotz neuer Entwicklungen in diesem Bereich in den meisten Fällen nur unzureichend korrigieren können. Diejenigen unter uns, denen ausschließlich Kontaktlinsen weiterhelfen, können meistens am Leben nicht mehr teilnehmen, wenn sie ihre Kontaktlinsen herausgenommen haben. Dieser "Zwitterstatus" zwischen annähernder Normalsichtigkeit und / oder Sehbehinderung bis hochgradiger Sehbehinderung hinterlässt deutliche Spuren in der Lebensqualität und Lebensgestaltung.
Deshalb ist für mich die Entwicklung und Diskussion von tatsächlichen Alternativen zur KP immens wichtig, weil die KP trotz Verbesserung der Methode und ihrer Erfolgsaussichten eben immer noch hohe postoperative Astigmatismen produziert, in sehr vielen Fällen eine Brillenkorrektur unmöglich gestaltet und ein Transplantat auch nicht ewig hält.
Diesbezüglich halte ich persönlich im Moment die Kombination aus den zunächst einmal die Refraktion verbessernden Methoden und einem nachgeschalteten Crosslinking für die interessantesten Entwicklungen mit dem meisten Potenzial...
5ven wrote:Wie zielführend ist es, dass Lombardis OP teuerer ist als eine KP?
Ich weiß nicht, wie teuer eine KP ist. Die Kosten werden ohnehin je nach Umfang und Verfahren (perforierend, lamellär, Typisierungsnotwendigkeit ja oder nein, ...) sowie Versicherungsstatus des Patienten erheblich variieren.
Eine Vernetzung z.B. ist wesentlich preiswerter als eine KP, sollen deshalb alle auf Teufel komm raus und ohne Rücksicht auf Verluste vernetzt werden? Was bringt eine rein betriebswirtschaftlich-finanzielle Betrachtung der unterschiedlichen Behandlungsmethoden? Gar nichts, weil sich jeder KK-Betroffene in einer völlig individuellen Situation befindet und hier wohl eine etwas differenziertere Betrachtung angebracht ist. Außerdem bin ich der Meinung, dass sich Aspekte wie Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit nur bedingt quantitativ und betriebswirtschaftlich erfassen lassen...
5ven wrote:Wann veröffentlicht er endlich das lang versprochene Bild seines Keratoconuserregers?
Du scheinst davon auszugehen, dass
der Keratokonuserreger i.S. eines Virus, Bakteriums etc. tatsächlich existiert. Das tue ich nicht, ich persönlich halte eine multifaktorielle, hochgradig individuelle Genese für wahrscheinlicher, bei der eine individuelle genetische Prädisposition und ebenso unterschiedliche Umweltfaktoren in welcher Interaktion auch immer eine entscheidende Rolle übernehmen.
Weiterhin bin ich persönlich fest davon überzeugt, dass wie bei jeder anderen Krankheit auch die psychische Verfassung, Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten usw. einen entscheidenden Einfluss auf die Krankheitsentwicklung haben können. Außerdem halte auch ich die Kombination von schulmedizinischen und so genannten alternativmedizinischen Ansätzen für sehr sinnvoll, weil für mich keine "Doktrin" allein zum gewünschten Ergebnis führt...
Soviel zu deinen Fragen aus meiner Perspektive. Auf weitere undifferenzierte und bewusst provozierende "Breitseiten" deinerseits werde ich auch weiterhin gar nicht oder anders als gewünscht reagieren, für ein differenziert-konstruktives Gespräch mit dir bin ich jederzeit bereit.
Viele Grüße
Britta