Hallo zusammen,
so, ich bin dann gestern nach 7 Tagen nach Hause gekommen. Dann fang ich am Besten mal von vorne an.
Bin wie gesagt Mittwoch angekommen und durfte dann die üblichen Voruntersuchungen über mich ergehen lassen. Abends habe ich dann noch einmal ein Gespräch mit Prof Seitz gehabt. Der sagte mir, dass die OP aufgrund der Größe des Transplantats (8,5 - 8,6 mm Durchmesser) technisch nicht ganz einfach sei und es somit kein ganz normaler alltäglicher "Spaziergang" werde. Außerdem sei dadurch auch die Abstoßungswahrscheinlichkeit höher. Erfreut hat mich das ganze zwar nicht, aber was will man machen, es bleibt ja nichts anderes übrig.
Donnerstag ging es dann so um 11 Uhr los und ich war gute 3 Stunden später zurück auf meinem Zimmer. Die Anästhesisten waren echt sehr gut, da muss ich Danielle zustimmen, sie hatten sehr ruhige Stimmen und auch einen wirklich guten Umgang mit dem Patienten. Daumen hoch dafür!
Nach der OP habe ich dann erstmal gefragt, wie es denn ausgegangen sei und irgendwer sagte mir dann nur, dass es "gut" gelaufen ist, was für mich im ersten Moment sehr beruhigend war. Den restlichen Tag ging es mir auch eigentlich sehr gut, was mich auch sehr erstaunt hat. Ich habe natürlich ein leichtes kratzen im operierten Auge gemerkt, aber das habe ich so hingenommen. Habe dann auch gegen Abend Karten gespielt und bin wieder aufgestanden, also alles ganz normal.
Kritisch wurde es erst am nächsten Morgen, als ich um 5.30 wach wurde. Da war das kratzen im Auge schon recht extrem und es tat weh. Das änderte sich den ganzen Tag auch nicht. Bei der Visite von Prof Seitz war der allerdings sehr zufrieden. Die Hornhaut war glatt und klar, also optimal. Er sagte, dass es besser werden würde, wenn das Epithel erstmal komplett geschlossen sei. Ich bekam dann 5 mal täglich Inflanefran forte und Floxal Tropfen und hab mir am anfang stündlich Corneregel geben lassen. Ansonsten musste ich 100 mg Urbason (Kortison) nehmen, was aber täglich reduziert wurde. Dazu gab es abends 20 mg Paronzol (für den Magen wg. des Kortisons). Am ersten Tag hab waren da auch noch andere Tabletten dabei, die kannte ich aber nicht.
Das Ganze besserte sich dann täglich. Die Visiten fielen immer sehr zufriedenstellend und positiv aus und am Samstag war dann das Epithel schon zugewachsen. Allerdings muss ich sagen, dass gerade der Freitag und der Samstag zwei Tage waren, die ich gerne aus meinem Gedächnis streichen würde. Aber ich denke, bei so einer OP muss man da durch und es waren auch "nur" zwei sehr schlimme Tage. Der Rest war ertragbar und es ging wie gesagt täglich aufwärts, so dass Prof Seitz am Montag dann schon sagte, dass ich am Mittwoch oder Donnerstag nach Hause fahren kann.
Beim Abschließenden Sehtest kam ich mit Korrektur auf einen Visus von 0,2. Aber ich glaube es ist noch sehr ausbaufähig, der junge Assistenzarzt war auch nicht unbedingt motiviert.
Momentan, also 8 Tagen nach der OP bin ich sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. Ich bin noch etwas vom Fremdköpergefühl beeinflusst, aber ich denke, es wird nicht mehr lange dauern. Daher bekomme ich das Auge noch nicht komplett und bedenkenlos auf und es tränt immer mal ein wenig, das aber alles eher dann, wenn ich mich auf mein Auge konzentriere. Wenn ich gedanklich abgelenkt bin kann ich eigentlich gut mit dem Auge umgehen.
Zur Zeit nehme ich noch 20 mg Urbason und 20 mg Paronzol, aber wahrscheinlich nur noch ein paar Tage. Ansonsten muss ich weiterhin 5 mal täglich Inflanefran forte und Corneregel nehmen. Das wird dann alle 6 Wochen um einmal täglich reduziert. Außerdem muss ich sie ersten Wochen 2 mal wöchentlich zum Augenarzt zur Kontrolle.
Besonderer Dank in dieser Zeit gilt meinen vielen Freunden und vor allem meiner Mutter, die mich angerufen haben, denn ich wohne über 200 km von Homburg entfernt. Außerdem dank ich dem Heiko, der mich Sonntag Abend mehrmals vom Red Hot Chili Peppers Konzert aus Frankfurt angerufen hatte, denn da muste ich meine Karte wegen der OP kurzfristig abgeben.
Abschließend kann ich sagen, dass ich mit Prof Seitz und der OP sehr zufrieden bin und ich es immer wieder machen würde.