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Visus vor und nach der Keratoplastik
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Caramelle
Visus vor und nach der Keratoplastik
ich interessiere mich für Eure Erfahrungen in Sachen Visus rund um die Keratoplastik.
Mein Partner leidet an einem beidseitigen Keratokonus, welcher im Schulalter diagnostiziert wurde. Das linke Auge wurde vor gut 30 Jahren mit einer Hornhauttransplantation versorgt, das rechte Auge konnte mit einer Kontaktlinse auf einen Visus von 0.6 korrigiert werden. Das linke Auge konnte die ersten 25 Jahre nach dem Ersteingriff mit einem Brillenglas korrigiert werden, danach gab es Probleme mit der Hornhautstabilität - es musste eine Kontaktlinse angepasst werden. Diese Linse - von den besten Spezialisten ausgetüftelt - machte Zeitweise grosse Beschwerden. Ein erneute Transplantation wurde von den Augenärzten strikte abgelehnt , schliesslich wurde ja mit der Linse ein Visus von fast 1.0 erreicht.
Im letzten Mai erlitt mein Freund einen schweren Velounfall, trotz Helm und Schutzbrille kam zu einer Verletzung des linken Auges: die alte Transplantationsnarbe war aufgeplatzt, die Iris zu 2/3 abgerissen und die introcculare Linse war herauskatapultiert worden. Anfangs November 2004 gab es ein passendes Transplantat und es konnte die nun zweite Keratoplastik durchgeführt werden. Im gleichen Eingriff wurde eine intraocculare Kunstlinse an der nun vernarbten Iris in der vorderen Augenkammer fixiert. Der Operateur ist mit dem Verlauf zufrieden, das Transplantat ist klar und das Auge reizlos.
Das Problem besteht nun darin, dass mein Partner fast verzeifelt,weil er mit dem operierten Auge immer noch nicht besser sehen kann (z.Z. max 0,2). Er glaubt sich zu erinnern, nach dem ersten Eingriff sehr bald schon gut gesehen zu haben. Diesmal musste das Transplantat auf dem papierdünnen, narbigen Rand seiner eigenen Hornhaut aufgesetzt werden. Die Verhältnisse waren diesmal um ein xfaches schwieriger. Sämtliche Fäden sind immer noch drin und man sieht einen gewissen "Faltenwurf" auf der sonst glatten, glänzenden Hornhaut. Mein Partner und ich sind beides Mediziner aber keine Augenärzte und wissen nicht so genau, was den ein normaler Verlauf nach der Keratoplastik ist.
Wenn sich Leute aus dem Forum mit ein paar Angaben zu ihren Erfahrungen nach der Transplantation melden würden, wäre ich sehr dankbar. Was für einen Visus hattet ihr vor dem Eingriff, wie lange dauerte es bis zur Erreichung des definitiven Resultats, hat sich der Visus nach dem Fädenziehen noch verändert, wie gut seht ihr heute...
Herzlichen Dank mal im Voraus und ein gutes neues Jahr !
Caramelle
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Günter
- Administrator/in
- Posts: 1071
- Joined: 2003-06-03, 15:12
- KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen. - Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
- Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.
Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.
Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).
Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131 - Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
- Has thanked: 92 times
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Re: Visus vor und nach der Keratoplastik
Ich habe auf beiden Augen eine Hornhauttransplantation (siehe in meinem Profil), ohne harte Kontaktlinsen sehe Links ca. 10% rechts 20%. Mit Brille ist links nichts messbares herauszuholen, rechts komme ich mit Brille auf 30-40%.
Mit harten Kontaktlinsen ereiche ich auf beiden Augen 100%.
Nach einer Transplantation haben sich meine Augen während des Heilungsprozesses ständig verändert. Ich hatte im ersten Jahr eine Veränderungen von einigen Dioptrien auf beiden Augen.
Nach dem Fädelziehen haben sich meine Augen ebenfalls noch ein mal verändert, besonders das Linke Auge. Ähnliche Erfahrungen hat Markus gemacht, der im Forum einen fortlaufenden Bericht über seine Transplantation veröffentlicht hat.
Wenn dein Mann lange Jahre nach der Transplantation nur mit Brille ausgekommen ist, gehört er zu den 20% glücklichen, die nach einer Transplantation keine harten Kontaktlinsen brauchen.
Dein Mann hat ja nach dem Unfall einiges durchmachen müssen, nicht den Mut verlieren, man kann auch mit Kontaktlinsen – so wie ich -gut leben
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Caramelle
Re: Visus vor und nach der Keratoplastik
kleines Update meinerseits.
Der Augenarzt ist mit dem Verlauf sehr zufrieden und wir haben auch eine Kopie des aktuellen Photos bekommen. Man sieht genau, das das Transplantat völlig klar ist, die Iris - nach der schweren Verletzung - ist natürlich sehr unregelmässig konturiert und die Kunstlinse, welche an der Iris "angeclipt" wurde , lässt sich nur gerade an einem Lichtreflex ausmachen. Wenn man sich die vielen Spannstiche anschaut, leuchtet es ein, dass die Hornhaut noch völlig unregelmässig und wie eine Art Butzenscheibe ist.
Mein Mann ist leider nicht gerade mit Geduld gesegnet und die Aussicht, noch fast 2 Jahre warten zu müssen, bis eine Versorgung mit einer Linse möglich wird, belastet in schwer. Als selbständiger Arzt kann er sich auch nicht einfach krank schreiben lassen wie ein Angestellter.
Ich bin sehr froh, dass ich mithilfe dieses Forums rausfinden konnte, dass extreme Visusschwankungen nach einer perforierenden Hornhauttransplantation nichts besonderes sind.
Schönen Sonntag noch
C.