Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Myoring OP München Dr. Daxer, links, 22.10.2022

TheodorKeller
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KC-Experience: Keratokonus Diagnostiziert 2015, da schon weit fortgeschritten.
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Myoring links München 2022 Okt.
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Myoring OP München Dr. Daxer, links, 22.10.2022

Post by TheodorKeller »

Hallo Freunde!

ich möchte nun berichten über die Myoring OP auf dem linken Auge.
Es ist schon fast zwei Wochen vorbei und ich muss bald nicht mehr Tropfen!
Der Grund warum ich erst jetzt berichte ist, es war ziemlich traumatisierend und psychisch belastend.

Weil also ich wusste ja, dass das linke Auge stärker vom Keratokonus betroffen ist und die Hornhautdicke an der dünnsten Stelle nur noch ca. 420um ist.
Aber Dr. Daxer riet mir letztes Jahr, erst das rechte Auge operieren zu lassen und das tat ich und es hatte auch wunderbar geklappt, im nachhinein hätte ich das aber nicht gemacht, ich hätte gesagt erst das schlechte Auge retten bitte, damit der Keratokonus gestoppt wird!

Ob das irgendwas geändert hätte, ka, weil eigentlich war der Keratokonus zum stillstand gekommen.

Naja war dann halt so.

Aber zack, da war schon wieder ein Jahr vorbei, Geld war gespart OP bezahlt, Brille angepasst für das rechte Auge, Sehschärfe sehr gut und ich hatte den nächsten Termin für das linke Auge.
Aber mit den alten Pentacamaufnahmen, von vor einem Jahr, hockte in München im Wartezimmer, hoffte es würde alles gut, aber hatte auch Angst, dass man mir sagt "nein das geht nicht, das Auge hat sich verschlechtert" oder so.

Ich hatte also schon so ein schlechtes Gefühl, und ja dann wurde ich in das andere Wartezimmer gebracht, und dann noch in das letzte direkt vor dem OP Saal, hatte schon die Haupe auf und die Schutzschuhe.

Dann kam Dr. Daxer und sagte mir es gebe ein Problem, er meinte er könne nicht sagen ob die OP erfolgreich werden würde, weil ich Narben auf der Hornhaut hätte und deshalb könnte es sein, dass die Hornhautdicke an diesen Narben dünner als 350um sei.
Weiter, sei es daher möglich, dass eine Hornhautperforation ernstehe beim Schneiden der Hornhauttasche für den Myoring.

Er schaute sich dann meine Auge unter der Spaltlampe nochmal an und sagte.

Die Chance, dass es eine Hornhautperforation geben werde, liege bei 50%.
Außerdem hätte sich der Keratokonus auf dem Auge allgemein verstärkt.

Ja super! Ich sollte also entscheiden, was ich will.

Ich fragte was das bedeutet Hornhautperforation, er erklärte mir dass sei wenn man durch die Hornhaut durchschneidet, es sei aber nicht schlimm, es würde bedeutet man könne keinen Myoring einsetzen, es würden aber keine bleibenden Schäden am Auge entstehen.

Ja gut. Dann sagte ich, ich möchte es versuchen, weil ich habe nur etwas zu gewinnen und zu verlieren eigentlich nichts außer das Geld für die OP und halt meinen Lebenswillen, Spaß bei Seite.

Aber der psychische Druck war leider sehr groß. Ich ging also in den OP und lag da und hatte so Angst wie im Leben nicht.
Ich dachte die ganze Zeit bitte lass es funktionieren, aber dachte auch, gleichzeitig, gleich sagt er Hornhaut ist perforiert, oder so etwas.

Ja das war schrecklich. Sehr sehr belastend. Ich denke, man stumpft ab wenn man öfters in dieser Krankenhaus Atmosphäre ist und durch solche Situationen durch muss, ich glaube man wird dann sehr gleichgültig.

Vorallem wenn es nicht klappt usw. Irgendwie wenn ich jetzt so zurück denke. Ich kann das Gefühl gar nicht mehr in Worte fassen, ich glaube ich habe es schon verdrängt, so wie ein Selbstschutz des Gehirns. So etwas habe ich aber bisher noch nie Gefühlt.
Ziemlich erdrückend.

Um es kurz zu machen es hat funktioniert, keine Hornhautperforation!
Myoring konnte eingebaut werden und alles gut, bis jetzt zumindest.

Dr. Daxer betonte nach der OP und am nächsten Tag bei der Kontrolle noch einmal, ich hätte Glück gehabt und dass es Haarscharf gewesen sei.

Was ich noch erwähnenswert finde, in der Nacht nach der OP, waren die Schmerzen wirklich stark, es war die Hölle.
Die Schmerzen waren meiner Meinung nach viel Stärker als bei der OP auf dem linken Auge.

Ich hätte mir besser Schmerzmittel für nach der Myoring Op besorgt..

Weiter, über den Visus kann man noch nichts sagen dafür ist es zu früh, weil das Auge sah sehr schlecht, ich habe selber sehen können mit dem Spiegel wie das linke Auge spitz war, man hat die Spitzheit gesehen also den Konus, den Kegel. Ja leider, war es schon so weit fortgeschritten.
Wenn ich ein Schriftstück in der Hand hatte und drauf geschaut habe ohne Linsen habe ich mit dem Auge nur Schnee Weiß gesehen.

Der Visus war ohne Linsen bei Fingerzählen, bin gespannt ob dann bald das Thema Keratokonus für mich abgeschlossen sein kann.
Ich werde aber noch über Jahre hier weiter berichten, weil das hilft sicher einigen.
Tatsächlich sehe ich schon gefühlt etwas besser mit dem linken Auge, mal sehen.

Bin aufjedenfallglücklisch, dass der Keratokonus somit dann aufgehalten ist und die Hornhaut sich stabilisieren kann.


Ich schreibe dann später wie es noch weiter geht mit dem Visus und ob dann auch für das Auge ein Glas angepasst werden kann.

Ps. ich wollte noch anmerken, weil es kommt sicher vllt so rüber als würde ich den Myoring schön reden aber das ist nicht so, wahrscheinlich habe ich wirklich einfach mega Glück im Unglück gehabt und für mich funktioniert der Myoring einfach.
Vllt hab ich auch nicht so hohe Ansprüche, weil bei mir der Keratokonus schon relativ stark fortgeschritten ist und war.
Jeder Fall ist sicher anders.

Ich lese hier immer mit was andere schreiben und einige wollen oder haben sich den Ring ja auch wieder entfernen lassen.
Das hat dann sicher auch seine Gründe, und man kann nur durch seine eigenen Augen sehen.
Deshalb jeder sollte individuell schauen ob das etwas für ihn ist, einige Sprechen ja auch negativ über den Myoring und als ich nach einer ausgedruckten Pentakam Aufnahme fragte bei dem Kontaktlinsenlabor bei der Uni Klink.
Da stand auf dem Zettel unten drunter kleingedruckt dabei "Myoring und ICRS nicht empfohlen weil gute Sehschärfe mit Linsen erreicht wird"

Ich hab es trozdem gemacht, und bis jetzt nicht bereut. Guckt euch die Videos auf YT von Dr. Daxer an, ich fand das alles sehr überzeugend, vorallem weil der Mann Physik und Medizin studiert hat.

So das solls erstmal gewesen sein, das waren meine Gedanken.

Alles Gute!