Dann werd ich mal loslegen und euch mal einen Einblick geben, wie es bei mir so hergegangen ist mit dem Keratokonus.
Bis ich 18 Jahre alt war habe ich mit Brille auf beiden Augen 100% gesehen, hatte zwar auf beiden Augen so -7 bis -8 Dioptrien aber alles in allem war es gut. Ich bekam dann nach einiger Zeit wieder eine "stärkere" Brille, konnte aber nach ein paar Wochen wieder nicht richtig sehen, sodass dann meine Augenärztin sagte, sie überweist mich an die Fach-Uni Augenklinik.
Gesagt getan, im August 2017 wurde dann bei mir Keratokonus bds. diagnostiziert, links > rechts, stark verschlechternd. Die Ärzte wollten mich dann links operieren, Kostenvoranschlag an KK, 10 Wochen gewartet, OP Termin, so dann kam der 1ste Rückschlag, Hornhaut links war so dünn (390µm), dass man mich notfallmäßig rechts (400µm) operiert hat. Crosslinking-OP verlief dann gut und ich sah dann wieder ca. 50% am rechten Auge. Es wurde eine harte Kontaktlinse angepasst von meiner super Opikerin, mit dieser sehe ich je nach Tagesform 90-100%. (wenn jemand detaillierte Infos braucht, bitte sagen, ich gebe gerne Auskunft)
Das war das rechte Auge, so was mache ich mit dem linken war mein Gedanke?
In der Uni sagte man mir, es hilft nur noch die Transplantation, dass wollte ich unbedingt verhindern, ich stieß dann durch Eigenrecherche und durch das Forum auf Dr. Daxer's Myoring.
Ich ließ mich dann in München untersuchen, Dr. Daxer meinte eine Myoring Implanatation wäre bei mir riskant, aber dennoch machbar. Er plante den Myoring nicht so weit unter die dünne HH zu setzen sondern eher oberflächlich.
Er operierte mich dann in München und setzte mir den Myoring ein, Ergebnis war grandios, ich verbesserte meine Sehkraft von unter 5% auf 40% nach der Myoring Operation. (Auch hier gebe ich gerne nähere Auskunft bei Bedarf).
Ich gewöhnte mich gut an den Ring, Halos und Artefakte waren vorhanden wenn es Dunkel war bzw. wenn wo viel Licht war. Ich bekam den Ring im April 2018 implantiert und es lief 1 Jahr gut, doch dann im Mai 2019 der nächste Rückschlag.
Ich hatte so ein Fremdkörpergefühl und kratzen im Auge. Ich ging zu meiner Optikerin, wir machten Aufnahmen die leider nicht sehr gut aussahen. Die Hornhaut war ca. auf einem Viertel der Ringfläche gerissen, der Ring stieß durch.
Ich schickte die Bilder zu Dr. Daxer dieser holte mich dann in seine Praxis in München und entfernte mir den Ring wieder. Er warnte mich vor der OP 2018, dass bei mir ein höheres Risiko besteht, dass der Myoring herauswachsen könnte, aber er glaubt nicht das es passiert. Leider war es dann so aber ich mache ihm da keinen Vorwurf, sonder bewundere seine Tätigkeit. Ich persönlich halte ihn für den besten Keratokonus-Dr. den ich kenne.
Zu erwähnen ist noch dass die HH mit dem Myoring deutlich dicker wurde, von ca. 370µm auf 430µm nach der OP.
Nach diesem Rückschlag blieb dann eigentlich nur noch die Transplantation, diese lehnte ich aber kategorisch ab aus vielen Gründen...
Ich wartete dann eine Zeit lang und Dr. Daxer gab nicht auf bei mir, er sagte ich sollte nochmal vorbeikommen bei ihm, er hat noch eine OP-Methode im Sinn, die er auch noch probieren könnte. Also begab ich mich zum Doc, er stellte mir das Crosslinking vor, nochmal anders als es auf meinem rechten Auge gemacht wurde.
Er wollte mir eine Goldfolie in den noch vorhandenen Spalt vom Myoring schieben, mit der er die UV-Strahlung für die unteren HH Schichten abfängt, damit diese nicht geschädigt werden.
Das war Anfang 2020, dann kam leider Corona... Ich durfte nicht mehr nach Wels fahren. Im Mai war ich dann zur Untersuchung in der Uni, leider zeigte sich nochmal eine Veränderung, eine weitere große Narbe bildete sich am linken Auge. Ich merkte dass selber auch. Als ich dann im Juni wieder ausreisen durfte nach Österreich, sagte Dr. Daxer er sei sehr zufersichtlich für die OP, die HH erholte sich inzwischen auf ca. 380µm sodass er nicht mal mehr die Goldfolie brauchte.
Im Juli 2020 wurde ich dann operiert, er öffnete den Spalt am linken Auge, injizierte mir das Riboflavin und bestrahlte es dann mit seinem selbstenwickelten Keralux-UV Licht. Erfolg steht noch aus, Sehktraf aktuell +- 5%. Nächster Step wäre dann mal eine Sklerallinse wo ich dann evtl. wieder ein paar % mehr sehen könnte, das steht aber noch in der Zukunft.
So dabei belasse ich es mal für den Anfang, was noch zu sagen bleibt, die Kosten wurden mir alle von der KK bezahlt, man muss nur hartnäckig bleiben
Ich gebe Euch gerne Hilfe und beantworte gerne Eure Fragen, falls ihr welche habt. Ich habe Tagebuch geführt über die jeweiligen OP's vorher - nachher. Das wars jetzt im Schnelldurchlauf.
Viele Grüße
Jonas