Dies ist der Folgebericht nach ersten OP am linken Augevom 22.01.2013, diese ist leider nicht erfolgreich gewesen, vermutlich aufgrund einer allergischen Reaktion auf die Transportflüssigkeit der Hornhautdatenbank mit anschließender Abstoßung der Hornhaut.
Deshalb wurde am 11.03.2013 nochmals ein Op-Termin angesetzt, dieser wurde allerdings diesmal stationär geplant. Mir wurde zwar zwischenzeitlich angeboten, nochmal eine ambulante OP mit einer günstigen Hornhaut zu machen, die kurzfristig reingekommen ist, aber ich bin bei der stationären Methode geblieben, aufgrund der schlechten Erfahrung und der doch ziemlich streßigen und auch kostenintensiven Zeit bei der 1. Op.
Untergebracht war ich 5 Tage lang auf der Kurzliegerstation des Martin-Luther-Krankenhauses in Wattenscheid. Sehr gutes Essen und netter Service dort.
Der Op-Verlauf war der gleiche wie bei der ersten Op, mit Vollnarkose. Da der Titan-Ring von der 1. Op noch im Auge war, musste das defekte Transplantat nur ausgetauscht werden, war also nicht ganz so schwierig wie beim ersten Mal.
Die Woche im Krankenhaus war relativ ruhig, viele Tropfen (hauptsächlich Antibiotika) und sehr viel schlafen. Sehr hohe Lichtempfindlichkeit. Das Sehen in der ersten Woche war wie erwartet ebenfalls sehr verschwommen und trüb.
Nach der Entlassung ging es weiter mit vielen Tropfen und Salben und noch mehr Schlaf. Die 2-3 Wochen danach waren allerdings ziemlich unschön. Fast ununterbrochenes Brennen, Kratzen, Stechen, Fremdkörpergefühl, sehr starkes Tränen, dazu eine sehr extreme Lichtempfindlichkeit. Musste ab und zu Schmerztabletten nehmen. Das hat meinen Biorythmus in einen Antirythmus verwandelt. War eine sehr unangenehme Zeit.
Arztbesuche wöchentlich, bei einer hat der Dr. ein paar kleinere Zysten und Geschwüre entfernt, die teilweise für das Fremdkörpergefühl und Kratzen verantwortlich waren.
Und - so kompetent Dr. Krumeich auch im Bereich Keratokonus und den Operationen sein mag - mit der Behandlung war ich nicht besonders zufrieden. Abgesehen von der sehr langen Wartezeit von 2 Std. oder mehr bei allen Terminen geht Dr. Krumeich (sen.) nicht besonders feinfühlig ans Auge. Das Entfernen der Zysten z. B. war ziemlich schmerzhaft ohne lokale Betäubung, die er übrigens auch erst entdeckte, nach dem ich ihn aufgefordert hatte, sich das Auge wegen des starken Fremdkörpergefühls noch mal genauer anzusehen. Und ob aufgrund der unfassbaren Masse an wartenden Patienten oder was auch immer kam ich mir eher vor wie bei der Patientenabfertigung am Fließband, was auch dazu führte, das wieder mal kaum Zeit für Fragen oder Erläuterungen bez. des aktuellen Augenzustands war. Wenn ich 2 Std. warten muss für eine 5-minütige Untersuchung werden ja wohl noch weitere 5 min. für 1, 2 Fragen drinsein.
Wüsste ich nicht, wie schwer es ist, einen kompetenten Arzt für Keratokonus zu finden, würde ich vermutlich den Arzt wechseln.
Umso froher war ich dann, als die Schmerzen und das starke Fremdkörpergefühl endlich nachgelassen haben. Die Lichtempfindlichkeit ist inzwischen auch etwas zurückgegangen. Strahlender Sonnenschein ist immer noch viel zu hell, aber bei bewölktem Himmel gehts meist auch wieder ohne Sonnenbrille.
Die Sehkraft ist immer noch ziemlich unscharf, aber etwas besser als am Anfang. Der Heilungsverlauf war bisher erfolgreich und das Transplantat ist gut verwachsen.
Allerdings arbeitet mein dämliches Immunsystem gegen mich
Außerdem läuft mir mehr oder weniger die Zeit davon. Die Hornhaut des rechten Auges ist schon kritisch dünn geworden. Wäre nicht das erste Mal, dass ich eine Hornhaut-Zerfetzung aufgrund des Drucks am eigenen Leib erlebe.
Bis dahin erstmal, viele Grüße, diavlo