Hallo radenhüber,
die Probleme bzw. Angst vor Kontaktlinsen haben relativ viele Betroffene. Zu deinen Fragen
Gibt es vielleicht irgendwelche Methoden, die helfen?
Übung. Darauf lässt sich das Ganze reduzieren. Vor allem am Anfang wird das Einsetzen und auch das Herausnehmen der Linsen schwer fallen. Dies hat mehrere Gründe.
1) Eine Linsenanpassung erstreckt sich oft über Wochen, d.h. dein Optiker wird die Linse(n) nach und nach immer weiter optimieren. Der Nachteil besteht dann für dich darin, dass du "nicht-optimale" Linsen eine gewisse Zeit zur Probe trägst - man trägt die Linse(n) quasi ein. Nur dadurch erkennt dein Optiker anhand der Abnutzung der Linse(n) an welcher Stelle weiter Anpassungen nötig sind. Dies ist ein ganz normaler Vorgang und du wirst diese Linsen nicht ewig im Auge haben, also keine Panik. Die Tragezeiten erhöhen sich erst dann signifikant wenn die Linse(n) weitestgehend angenehm sitzen. Dieser Prozess ist nervig, da kann man nichts beschönigen, aber wirklich nichts wovor man Angst haben müsste.
2) Das richtige Einsetzen. Ein guter Optiker wird dir zeigen wie man es richtig macht und du wirst es gemeinsam mit ihm üben. Bei youtube findest du auch entsprechende Videos, solltest du die Vorgehensweise vergessen. Mein Tipp schon vorab, Linse und Hände gründlich reinigen; einen Spiegel auf einen Tisch legen, Linse auf dem Zeigefinger setzen. Diese dann mit einem ordentlichen Tropfen; entweder von deinem Kontaktlinsenmittel ( nicht das Reinigungszeugs!) oder spezielle Augentropfen zur Befeuchtung der Hornhaut (je nach Linse können nur bestimmte Mittel verwenden werden, daher ist es ratsam sich vorab mit dem Optiker abzusprechen welches Mittel geht) zu befüllen. Beim Einsetzen schwimmt dann die Linse schön auf der Hornhaut und ein Ansaugen der Linse wird verhindert. Wichtig ist dabei am Anfang den Kopf bzw. das Auge möglichst nahe an deinen Zeigefinger samt Linse zu führen. Der umgekehrte Weg setzt neben Routine auch ein geschicktes Balancieren der Linse voraus... Am Anfang schlägt diese Weg meistens fehl und man kann die Linse am Boden suchen - war alles schon da
Dann das Augenlied mit den Fingern der anderen Hand, nach oben ziehen und die Linse langsam einsetzen.
So viel zur Theorie.
Das wird einige Versuche dauern bis du es beherrschen wirst, auch daran gibt es nichts zu beschönigen, aber auch hier gilt: alles machbar. Bis die Linse passt und du das Einsetzen beherrscht wirst du sicher auch mal ein Ziehen kurz nach dem Einsetzen verspüren. In diesem Fall immer schön nach unten schauen, die Linse positioniert sich dann von alleine. Steigere die Tragedauer langsam und nimm dir die nötigen Ruhepausen für das Auge. Es macht keinen Sinn zahllose Versuche zu unternehmen solange bis sich das Auge kaum noch öffnen lässt. Zwei, drei Versuche und wenn die Linse dann noch nicht auf dem Auge sitzt versucht man es nach einer halben Stunde wieder.
Das ist alles reine Übungssache.
(Da hab ich ebenfalls Angst vor; ähnliches gilt eigentlich auch für eine Augen-Op - etwa das Crosslinking, bei dem man ja wach sein muss und eben mitansieht, wie an den EIGENEN Augen operiert wird ...)
Es besteht die Möglichkeit einer Vollnarkose gegen Aufpreis. Braucht man aber nicht. Du wirst während der gesamten OP nichts spüren. Ich habe während meinen OPs noch nie Schmerzen gehabt. Dein Auge wird so gut betäubt, dass ich dir die Angst nehmen kann. Ansonsten gilt "Augen auf und durch", mit dem Motto bin ich immer gut gefahren. Mach dich einfach nicht verrückt. Das ist nur eine "Kopfsache".
Schreibt sich natürlich viel leichter, als es lesen zu müssen, dessen bin ich mir bewusst.
Meine Augenphobie mag darin begründet sein, dass ich in früher Kindheit durch Zufall Stanly Kubricks Film "Clockwork Orange" gesehen habe; vielleicht kennen einige von euch die Szene, in der Malcom McDowell gezwungen wird, sich Gewaltszenen anzuschauen und die Augen mit Klammern offengehalten werden. Für mich eine traumatische Filmsequenz ...
Das hab ich mir auch gedacht - mich damals sogar während der OP u.a. darüber mit der Ärztin unterhalten. Du siehst, dass man da nicht zwangsläufig wie gelähmt auf einem Tisch liegt. Was ich damit sagen will, und das gilt gleichermaßen fürs Einsetzen der Linsen, wie für die mentale Vorbereitung aufeine mögliche OP, belohnt werden kann dieser ganze Aufwand mit einer Verbesserung der Sehleistung, die in den allermeisten Fällen dazu führt, dass man wieder problemlos das Buch zum Film lesen kann. Mehr Motivation kann es eigentlich nicht geben. Wobei Clockwork Orange jetzt nicht jeden anspricht
Halts mit Alex: "Ich war geheilt! Allright!!!"
P.S. Während man Linsen einträgt oder während eines Crosslinking kann man auch Musik hören, z.B. den guten alten Ludwig Van
In diesem Sinne. Wird alles Gut.