ich bin nun schon eine geraume Weile im Forum Mitglied - dank meines Keratokonus, ED 2003 - und bin echt dankbar für Eure Arbeit hier! Ich war lange Zeit unsicher ob der Notwendigkeit des Crosslinkings… Als Düsseldorfer war ich aufgrund der (älteren) Empfehlungen im Forum in der (früheren)Praxis Zeitz-Breyer vorstellig, jedoch kam ich aus der Beratung mit Dr. Breyer eher mit einem unguten Bauchgefühl aber auch mit einer geleisteten Unterschrift zum OP-Vertrag heraus, ohne wirklich zu wissen ob ich das wollte (– es war eher dieses Gefühl wie nach einem längeren Gespräch mit einem erfolgreich gedrillten Versicherungsvertreter)…also dämmerte ich dem abgesteckten Crosslinkingtermin entgegen und betäubte mein ungutes Bauchgefühl in genügend Ablenkungen durch Familie und Arbeit.
(Eine zweite Meinung hatte ich auch leider nicht eingeholt, aufgrund meiner Faulheit in Dortmund Prof Kolhaas aufzusuchen…die weiteren im Rahmen der Praxisempfehlung im Forum (auch hier hatte ich nur die Oberfläche aufgewühlt)eigentlich erwähnten Dr. Seiler (jetzt in Zürich) und mittlerweile eigenständige Praxis Zeitz kamen scheinbar auch nicht in Frage.., denn ich erfuhr von einer Dame im Team der Praxis Breyer: Kollege Zeitz würde ihres Wissens nicht mehr Crosslinken…Hammer, dass ich durch die keine 400m entfernte „Nachbar“ Praxis Breyer falsch informiert wurde, naja, was sagt man dazu?!
Ich nahm einen kurzfristigen Beratungstermin wahr, es war eine andere Ausstrahlung durch den Doc und die Praxis als die davor, und nach sehr gutem fachlichen und persönlichen Eindruck im Erstkontakt entschied ich mich (-endlich - nun auch endlich mit dem Gefühl der richtigen Entscheidung nach der 2.Meinung, – „jeder sucht sich halt seinen Arzt“) extrem zeitnah zur OP, welche ich am 16.11. 09 an meinem li. Auge (bei progressiven KK und mit hohen Dioptrin- und K-Wert) durchführen liess:
Die Hornhaut mußte aufgrund der grenzwertigen Dicke (nur knapp über 400µm) zunächst aufgequellt werden, anschließend erfolgte die Abrasio der oberen Hornhautschichten nach Verabreichung der lokalanästhetischen AT sehr sorgfältig.
Ich war echt erstaunt, wie relativ erträglich die Schmerzen, die ich während der Procedur tatsächlich verspürte, waren; Ich hatte regelrechte Höllenqualen erwartet. Das anschließende Riboflavintropfen nach Zeitplan und das Ertragen der Lidsperre zum Offenhalten des linken Auges und die korrekte UV-Bestrahlung vergingen im Rahmen eines kurzweiligen Gesprächs mit Dr. P. Zeitz auch eher besser als befürchtet. Ich fühlte mich echt gut und professionell aufgehoben, insgesamt tolles Team, auch die Assistentin, welche alles geduldig und freundlich umsetzte, obwohl sie sich immerhin schon in der 4. Überstunde befand.
Nach dem Eingriff war ich mit meiner Frau sogar noch in der Stadt essen, so gut half allein die Lokalanästhesie plus Voltaren.
Auf jeden Fall solltet ihr aber im weiteren Verlauf auf stärkere Schmerzmittel zurückgreifen, wenn diese vertragen werden. Zuhause gab ich mir zusätzlich zu dem Voltaren eine Tramaldröhnung, die ich auch am Folgetag auf Höchstdosis 400mg/d, dazu weiterfuhr. Am 2.Tag post-OP brauchte ich absolute Dunkelheit, war mit Sonnenbrille im Haus unterwegs und vergrub mich unter meinen Kissen, wo ich die Zeit dösend und mit einem guten Hörbuch verbrachte und alles auf dem bestehenden Tramalspiegel plus Novalgintropfen doch letzendlich „nicht allzu unangenehm“
An Tag 3 ¬ - bei der Kontrolle - bestanden noch Epitheldefekte und Visus 0% li Auge, so dass ich zusätzlich zu den 3xtgl. Dexa-AT noch 5mal tgl. Vigamox-AT (Antibiose) bekam, seit Tag 4 hatte ich bis auf einen leichten Schleier - als Restwirkung des Riboflavins, soweit ich verstehe ist dies noch nicht der eigentliche Haze – sonst keine Beschwerden.
Ich warte mal ab, wie sich´s weiter entwickelt, bin gewillt wenn nötig dann auch mein gutes re. Auge (mit Brille komm ich momentan fast auf 1,0 Visus!) auf jedenfall dort bei Zeitz vernetzen zu lassen.
Ich bleib am Ball und beschreib den weiteren Verlauf auch hier.
Fazit: Also, das Crosslinking ist echt zu ertragen und sicher kein Vergleich zu irgendwelchen rezidivierenden Keratoplastiken (und nach meinen Literaturrecherchen sicherlich state-of-the-art, mit fast 10Jahren positiven Follow-up-Ergebnissen in Dresden). Sucht Euch dafür den Arzt eures Vertrauens, wenn ihr dabei, so wie ich, auch auf ein gutes Bauchgefühl für eine Entscheidung angewiesen seid.
Alles Gute, klaren Blick nach vorn und allen eine schöne Advendszeit!!