Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

Frage zur ARK

Sandra
-
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Frage zur ARK

Post by Sandra »

Hallo

Ich stelle meine Frage einfach mal in diese Rubrik.

Warum praktiziert nur Lombardie in Rom mit dieser Methode?
Vernetzung, Transplantion usw. werden mittlerweile überall und von vielen durch geführt, warum keine ARK?

Wenn es so toll wirkt, sollte doch auch andere qualifizierte Operateure das lernen können? Hält er sein Wissen geheim?

Vielleicht ist die Frage ja etwas blöd von mir, aber mich würde das einfach mal interessieren.

Vielleicht wäre es für viele eine Möglichkeit sich die Augen machen zu lassen, aber die Reise nach Rom schreckt wohl doch einige ab, von den Kosten ganz ab zu sehen.

Vielleicht gibt es ja auch schon einen Beitrag dazu, und ich hab ihn noch nicht gelesen.

Tschüssi
Sandra
sabine s.
-
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Joined: 2005-05-30, 11:25
KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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frage zur ark

Post by sabine s. »

:? :wink: :lol: hallo sandra !


ja ganz genau! du hast recht. das frag ich mich auch dauernd, willkommen im club.

nein, im ernst, das ist wirklich eine gute frage, mich erstaunen die lombardi erfolge wirklich und ich wünsche allen auch alles gute,!!!!!!!
warum das nicht weiter "propagiert" wird weiß wohl nur der meister selbst. ich wäre auch froh, es würde jemand in deutschland das machen.........

grüßle
sabine
Tim_OS_78
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KC-Experience: Ich denke ich hatte die typische KC-Karriere mit vielen Ärzten und Optikern, die keine Ahnung hatten. Es dauerte 6 Monate bis der KC diagnostiziert war. Danach brauchte es noch einige Zeit bis ich einen fähigen Optiker vor der Haustür in Osnabrück gefunden hatte.
Stand Oktober 2008 bin ich zufrieden auch die beiden Operationen gemacht zu haben, denn seitdem brauche ich nicht mehr alle 3 Monate neue Linsen. Die Augen sind seitdem einigermaßen stabil. Also auch wenn das primäre Ziel der OPs eine Sehverbesserung zu erreichen, nicht erreicht wurde, so war es doch ein Erfolg.
Keratoconus since: Ich habe den KC etwa mit 20 Jahren bekommen, das war 1998. Das ging sehr rapide bergab. Und innerhalb von kürzester Zeit war eine zufriedenstellende Sehstärke nur noch mit Kontaktlinsen zu erreichen.
Experience with eyeglasses / lenses: Ich trage täglich mehr als 10 Stunden die Kontaktlinsen und das ist auch mein Mittel der Wahl, da das schlechte linke Auge mit Brille nicht zu korrigieren ist und bei einem Visus von 0% bleibt.
Operationen: Februar 2005 ARK in Rom auf beiden Augen.
Juli 2005 Vernetzung auf dem linken Auge.
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Post by Tim_OS_78 »

Hallo Sandra,

die Frage ist eigentlich gar nicht so schwer zu beantworten.

Zum einen liegt es daran das diese OP nicht standardisiert ist, also sehr anspruchvoll für den Operateur. Das sieht man ja schon daran das sich auch nur wenige Professoren in Deutschland an die AK rantrauen, obwohl die wesentlich einfacher ist.

Zum anderen aber liegt es daran das sích die Erfolge nicht in einer "anerkannten" Studie widerspiegeln. Mal abgesehen davon das es auch nicht immer Erfolge gibt, ist es auch evtl. leichter einen zufriedenstellenden Visus durch andere Mittel und Methoden zu erreichen.

Evtl. können Anja und Norbert da ja sogar noch mehr zu sagen.

VG
Tim
Ziggy
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Post by Ziggy »

Tim_OS_78 wrote:Hallo Sandra,

die Frage ist eigentlich gar nicht so schwer zu beantworten.

Zum einen liegt es daran das diese OP nicht standardisiert ist, also sehr anspruchvoll für den Operateur. Das sieht man ja schon daran das sich auch nur wenige Professoren in Deutschland an die AK rantrauen, obwohl die wesentlich einfacher ist.

Zum anderen aber liegt es daran das sích die Erfolge nicht in einer "anerkannten" Studie widerspiegeln. Mal abgesehen davon das es auch nicht immer Erfolge gibt, ist es auch evtl. leichter einen zufriedenstellenden Visus durch andere Mittel und Methoden zu erreichen.

Evtl. können Anja und Norbert da ja sogar noch mehr zu sagen.

VG
Tim

es könnte auf der einen seite arroganz der deutschen Ärzte sein oder auf der anderen seite die deutsche pingeligkeit.

Die ARK ist für deutsche Spezialisten eine einfache Phusharbeit bei der gute Ergebnisse rauskommen können und auf so ein Risoko lassen sich deutsche Ärzte nicht ein da sie sonst schnell ihre Zulassung verlieren könnten.

Prof. Lombardi möchte seine Methode mit sicherheit auch nicht so preisgeben da er sonst die guten "Kunden" aus dem reichen Deutschland verlieren könnte. Und wirklich glauben das da so viele hingehen wie es im Internet immer gesagt wird glaube ich auch nicht.
Anja_1
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KC-Experience: Hier steht eigentlich das Wichtigste: http://www.forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=689
Keratoconus since: Ende 2003

Post by Anja_1 »

Die OP-Methode ist höchst anspruchsvoll, da sie individuell durchgeführt wird. Es gibt kein "Schema F". Prof. Lombardi entscheidet anhand seiner jahrelangen Erfahrung wie er die Schnitte an welchem Auge setzt. Er sagt z.B. auch, dass ein Arzt ein super Studium hinlegen kann, aber er trotzdem absolut ungeeignet sein kann, wenn ihm das "handwerkliche Talent" für diese Methode fehlt.

Prof. Lombardi hält die Mini-ARK in keinster Weise geheim. Er hat schon öfters Ärzte in seine Praxis eingeladen, damit die sich mal ein Bild vor Ort machen können bevor sie weiter die Methode schlecht reden ohne zu wissen, wie die Methode überhaupt wirklich funktioniert. Aber die wollen irgendwie nicht so richtig. Warum? Keine Ahnung, aber darüber mache ich mir auch schon lange keine Gedanken mehr.
Bei den Vorbereitungen zum KC-Treffen 2005 ließ z.B. Prof. Lombardi an Prof. Kohlhaas (Vernetzungsbehandlung) ausrichten, dass dieser sehr gerne mal in Rom vorbeischauen könne und er sich freuen würde, wenn er sich mit Prof. Kohlhaas beim KC-Treffen unterhalten könne. Leider hatte Prof. Kohlhaas nicht zugesagt...

Der in Deutschland recht anerkannte Prof. Dr. Jörg Draeger (praktiziert nicht mehr) hatte jedoch Lombardi schon in seiner Praxis besucht. Bei dem damaligen Besuch hatte er u.a. gesagt, dass Prof. Lombardi den Nobelpreis verdiene, wenn er die OP-Methode mittels Studien nachweisen könne. Mittlerweile hat sich Prof. Draeger von dieser positiven Stellungnahme zu Prof. Lombardi distanziert - warum auch immer (ich hatte Prof. Draeger bezüglich dieses Themas angeschrieben). Habe die Aussage von Prof. Draeger bezüglich des Besuches gerade nicht zur Hand, war jedoch auf der Schweizer KC-Seite, die jetzt leider nicht mehr existiert, nachzulesen.

Es gibt übrigens noch einen zweiten Arzt, der die ARK-Methode in Italien durchführt oder durchgeführt hat - Dr. Marco Abbondanza hat bei Prof. Lombardi gelernt. Zu den Ergebnissen von Abbondanza habe ich aber keine Infos und ich kann auch nicht sagen, ob er jetzt noch aktuell bei KC operiert...

Glaube kaum, dass Prof. Lombardi so auf die deutschen Patienten angewiesen ist. Jahrelang hatte er keine deutsche Patienten und er ist offensichtlich wunderbar klargekommen. Wir sind übrigens nicht bei weitem die Patienten, die es am weitesten haben bzw. den Weg auf sich nehmen. Beim letzten Besuch habe ich mich z.B. mit Andreas unterhalten, der ursprünglich aus der Schweiz stammt, aber seit ein paar Jahren in Kanada wohnt. Es gibt mittlerweile Patienten aus verschiedenen Ländern (siehe auch im internationalen Forum kcfreedom.org).
Als ich vor zwei Jahren das erste Mal operiert wurde, war es so, dass die deutschen Patienten für die OP weniger bezahlt haben als die italienischen Patienten, es wurden Hotel-und Anreisekosten berücksichtigt; wie es heute ist, weiß ich nicht.

Ich denke, dass ich sagen kann, dass ich bisher regelmäßig in der Praxis war (in zwei Jahren 6x) und jedes Mal habe ich alleine montags ca. 3-4 neue deutsche Patienten in der Praxis getroffen. Von den "ausländischen" Patienten rede ich mal garnicht, mit denen kommt man auch weniger ins Gespräch. Jeder kann sich selbst darüber eine Meinung bilden, wer die Anzahl der Patienten besser beurteilen kann - jemand, der öfters in der Praxis war oder jemand, der noch nie dort war...

Gruß Anja
Gruß Anja

Keine Zukunft vermag gutzumachen,
was Du in der Gegenwart versäumst.

(Albert Schweitzer)
andyH.
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KC-Experience: kommt noch
Keratoconus since: ungefähr mit 16
Operationen: volles Programm:

linkes Auge: Tranplantation, wegen zu hoher Krümmung, danach noch gelasert. Trotzdem nur ca.60% mit starker Brille

rechts: zirkuläre Keratotomie mit Titanringring- hat überhaupt nicht funktioniert,
danach 2mal Operation in Rom bei Dr. Lombardi: ARK. Dann mit Brille ca.80%, aber Schmerzen im Auge und ständig schwankender Visus und Kopfschmerz
Sept. 09 Transplantation in Homburg.
Begeiterscheinungen: häufig Kopfschmerzen
Mögliche Ursachen: wenn ich das mal wüsste
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Post by andyH. »

Nachdem ich mich nach meiner ARK.Operation nun mnit der Krankenkasse auseinander setze will ich dieses Thema nochmals aufgreifen. Die Erklärungen in diesem Forum sind ja schön und gut aber trotzdem:

Warum gibt es von der ARK-Methode keinen einzigen Artikel in einer anerkannten Fachzeitschrift. Oder eine einzige wissenschaftliche Studie? Das verstehe ich wirklich nicht, ihr habt zwar ein Gründe genannt aber wenn es diese Dinge geben würde wäre es viel einfacher von den Krankenkassen etwas erstattet zu bekommen. Kein Wunder das die Kassen nichts bezahlen wenn eine OP-Methode nirgens beschrieben wird ausser auf der Homepage des Arztes.
Norbert S.
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Post by Norbert S. »

Hallo Andy.

Die Gründe wurden auch im Forum schon mehrfach genannt bzw. darüber spekuliert.

Es ist eine Methode, die den aktuellen Ansprüchen der Wissenschaft nicht genügt, u.a. weil sie nicht standardisierbar ist. Eine Methode, die v.a. auch auf Erfahrung beruht fällt durch. Man kann vor den ersten Schnitten nur auf Grund des großen Erfahrungsschatzes mutmaßen, wie das Auge darauf genau reagiert. Es sind immer wieder Zwischen-Topos fällig, bevor die nächsten Schnitte gemacht werden.
Reaktionen und Nebenwirkungen sind nicht wirklich kalkulierbar.
Bsp. von mir. Es wurde durchgeschnitten, Kammerwasser lief aus. Für die meisten Ärzte bei uns ganz übel. Lombardi bläst halt Luft rein und verschließt. Lombardi hat das im Griff. Er beherrscht das Spiel mit dem Feuer. Ich habe bisher nur einen sehr anerkannten dt. Augenspezialisten getroffen, der das für nicht ganz so schlimm hielt.

Warum soll ein guter Chirurg (das ist die Voraussetzung) sich in Lehre begeben und eine steinzeitliche Methode erlernen (mit einem Messer per Hand schnipseln und das wo es um +/- 50µm geht), bei der er doch eigentlich nur verlieren kann? Man sieht das doch am Beispiel Krumeich. Er wagt sich in "Außenseitermethoden" vor und fällt in der "ophtalmologischen Gesellschaft" durch (ist so mein Eindruck).

Ich bin zum Ergebnis gekommen, dass so etwas wie die ARK in unserer heutigen hochspezialisierten, technisierten Welt etwas für Individualisten ist.

Gruß
Norbert
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Post by sabine s. »

@Norbert, hallo,
ich glaube nicht, daß der Krumeich in der "ophtalmologischen Gesellschaft " durchfällt. Kennich andere Meinungen.
Diese Entlastungsschnitte, die ja auch hiesige Augenchirurgen machen, werden doch auch mit einem Messer gemacht, oder?? Das ist doch im Prinzip wirklich nicht so verschieden von der ARK, oder??
Wenn die ARK erfolge zeigt, kann das nichts für Individualisten sein, das glaub ich nicht.
Es gibt mehrere AUgenchirurgen die das Spiel mit dem Feuer beherrschen, die würden sich evtl. doch auch da dran wagen, oder?

grüßle
sabine s.
Norbert S.
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Post by Norbert S. »

Hallo Sabine,

was den Krumeich angeht, habe ich andere Infos, aber lassen wir das gut sein.

Ein Entlastungsschnitt (oder mehrere) ist im Vergleich zur ARK wie Knetgummi spielen und Statuen modellieren.
Entlastungsschnitte sind pippifax im Vergleich zur ARK. Wie der Name schon sagt entlasten Sie "Spannungen". Wo das ist, ist offensichtlich.
ARK geht ans modellieren. Da wird die Augenoberfläche komplett verändert. Schau Dir doch einmal eine 3D-Topo nach einer ARK an (Zitat eines dt. Augenarztes: "wüste Kraterlandschaft, eigentlich dürfte man da doch nichts mehr sehen können").

Wie das funktioniert, dazu gibt es im Forum genügend Abhandlungen bzw. Links. Das ist auch gut erklärt. Nur wo welcher Schnitt hinmuss, wie tief, wie lang und dann entsprechend der topographischen Veränderungen der nächste Schnitt hin muss, das ist die Kunst.

Ich sage nicht, dass es nur einen gibt, der so etwas (lernen) kann. Aber es gibt mit Sicherheit keinen, der sich nach ein paar Wochen Einarbeitung da heranwagen würde.

Gruß
Norbert
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Post by sabine s. »

ja, das ist schon möglich. danke, daß du's mir nochmal erklärt hast. das thema ist doch sehr komplex, aber ich hab jetzt schon ne ungefähre ahnung davon, daß die ARK wohl doch ziemlich tiefgreifend sein muß, der unterschied war mir bis dato noch nciht so klar. jetzt durch deinen vergleich, leuchtets mir ein.
grüßle sabine
Michael H.
-
Posts: 13
Joined: 2006-03-04, 20:00
KC-Experience: KC, beidseitig.
Bis zu meinem 22. Lebensjahr hatte ich (subjektiv) noch nie Probleme mit den Augen oder mit der Sehstärke. Habe KC aber vermutlich schon seit dem 13.-14. Lebensjahr. Kann das ziemlich genau sagen, da ich mich an einige Dinge erinnere die ich erst seit geraumer Zeit richtig interpretieren konnte. Konnte auch mit dem linken Auge nie so gut sehen, das rechte hat die Arbeit geleistet. Allerdings ist das bei Sehtests immer nur mir aufgefallen, hätte eigentlich nicht immer „bestanden“. Aber ich habe mir nie etwas dabei gedacht und das leider etwas naiv gehandhabt (schlecht geschlafen, temporäre Sehschwäche etc.), da ich mit beiden Augen zusammen immer sehr gut sehen konnte.
Dann kam schlagartig ein „großer Schub“ bzw. Gehirn konnte plötzlich nicht mehr ausgleichen. Zuerst eine Brille, half nur wenige Wochen. Dann einige Wochen (und Augenärzte) später, die Diagnose im Jahre 2004 (22. Jahre). Seitdem harte Kontaktlinsen auf beiden Augen. Bis jetzt (seit Mitte 2004) keine (bzw. nur minimale) Veränderungen an der Hornhaut.
Ohne KL: links <0,3; rechts 0,6-0,8. Mit KL: links 0,4-0,7; rechts 0,9-1,0. Hornhautdicke: links unbekannt (nicht messbar mit Ultraschall), rechts etwa 0,48 mm (und Stadium 3)

Post by Michael H. »

Ich nehme mal an, Prof. Lombardi hat seine ganzen Arbeiten dokumentiert:
Topografien vor und nach den Operationen, sowie andere Daten.
Ich stelle mir da immer die Frage: Warum kann man diese ganzen Daten nicht in Form von anonymisierten und aggregierten Daten zusammenfassen und auswerten? Das ist ja genau das was immer gefragt wird, ein Nachweis über den Erfolg der Methode.
Ich nehme an, eine Topografie ist auch eine formale Beschreibung. Man könnte so auch ein hübsches CBR-System bauen. Mit dem man dann eine neue Topografie einer ähnlichen, bereits erfolgreich operierten zuordnet und die gleiche bzw. ähnliche Operation anwendet.
Frank B
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Post by Frank B »

CBR-System
Zitat: "Das fallbasierte Schließen (englisch case-based reasoning, franz. raisonnement par cas) ist ein maschinelles Lernverfahren zur Problemlösung durch Analogieschluss. Das zentrale Element in einem CBR-System ist eine so genannte Fallbasis (Falldatenbank, case memory), in der bereits gelöste Probleme als Fall gespeichert sind. Ein solcher Fall besteht mindestens aus einer Problembeschreibung und einer zugehörigen Problemlösung. Das Ziel ist, zur Lösung eines gegebenen Problems die Lösung eines ähnlichen und früher bereits gelösten Problems heranzuziehen. Damit ahmt man eine menschliche Verhaltensweise nach: Vor ein neues Problem gestellt, erinnert sich der Mensch oft an eine vergleichbare Situation, die er in der Vergangenheit erlebt hat, und versucht, die aktuelle Aufgabe ähnlich zu meistern."
mehr ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Fallbasier ... ie%C3%9Fen
Martian
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Joined: 2008-01-10, 09:01
KC-Experience: Lange Geschichte...
Keratoconus since: Diagnosealter 37, ein halbes Jahr bis zur "offiziellen" Diagnose,
Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
Experience with eyeglasses / lenses: Kontaktlinsenunverträglichkeit, vor der OP tägliche starke Kopfschmerzen mit Brille
Operationen: Mini-ARK + Vernetzung auf beiden Augen im Juni 2008
Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
Visus ohne / mit Brille nachher: 0,2 - 0,3 / 0,8 - 1,0
Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
Begeiterscheinungen: Allergien
Mögliche Ursachen: Definitiv Stress... in Verbindung mit genetischen und umweltbedingten Ursachen
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Re: Frage zur ARK

Post by Martian »

Ein CBR-System klingt in der Theorie zunächst einmal verlockend, um die Lombardi-Methode wissenschaftlich erfassen zu können.

Eine HH-Topographie ist zweifelsfrei eine formale Beschreibung, die die Zustände der Hornhaut vor, während und nach der OP darstellen kann. Die Sache ist nur die, dass Topographien eine formale Beschreibung unter vielen weiteren wahrscheinlich zahllosen anderen erfolgsentscheidenden Faktoren sind, deren Wechselwirkung untereinander keine Beschreibungskombination der Welt Rechnung tragen kann.

So wie bei den Studien zur Vernetzung auch können nur bedingt wirklich alle Faktoren erfasst und vor allem quantifiziert werden, die bei dem einen zu einer beachtlichen Symmetrisierung der Hornhaut und einer mit dieser verbundenen Visusverbesserung und bei dem anderen nur zu einer Stabilisierung des Ist-Zustands geführt haben. Und das bei einer Methode, die im Gegensatz zur Mini-ARK wesentlich einfacher, standardisierbar (i.S. der eingesetzten Technik und des Prozederes) und überschaubarer ist.

Sehr wahrscheinlich ist bereits bei einer vermeintlich simplen Methode wie der Vernetzung die Grenze der Darstellbarkeit aller für einen Behandlungserfolg relevanten Faktoren sowie ihrer Wechselwirkungen erreicht; will man nun die CBR-Erfassung auf eine Methode anwenden, die wesentlich durch die Erfahrung und Kunstfertigkeit des Operateurs bestimmt wird, kann man sich spätestens dann die Zeit und Energie für diesen Erfassungsversuch sparen und sich besser dem eigentlichen Tun zuwenden :::wink2...

Damit will ich nicht sagen, dass wissenschaftliche Studien und computergestützte Entscheidungshilfen obsolet sind, sondern dass bei der Aussagefähigkeit von Studien und Systemen welcher Art auch immer eine gewisse Skepsis angebracht ist, was Analogieschlüsse auf den eigenen, individuellen Fall durch alle Beteiligten angeht.

Viele Grüße
Britta
lindenmaier
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Posts: 271
Joined: 2008-01-03, 17:53
KC-Experience: Keratokonus scheint weiter verbreitet zu sein als man denkt. Nach meiner
Diagnose bin ich in meinem nächsten Umfeld auf sehr viel gestoßen, die
auch betroffen sind. Ich frage mich daher immer noch, warum es so schwer ist
ist einen guten Arzt zu finden wenn es doch keine "so" seltene Krankheit ist.
Keratoconus since: 1999 erste Sehschwäche von 0,25D auf einem Auge (nicht behandelt)
2004 Bei Führerscheinumstellung (CE) Brille mit 0,75D verpasst bekommen
2007.08.01 offizielle Diagnose Keratokonus Links (-1,75D)
2007.08.02 inoffizieller Weltuntergang für mich ( :-( )
Experience with eyeglasses / lenses: Kontaktlinsen vertrage ich zwar, bringen aber keine besser Sicht.
Visusverbesserung nach CCL links um 15%
Bestes Ergebnis ohne jede Sehilfe oder mit Brille
Denke über Vernetzung des rechten Auges nach
Operationen: 31.1.2008 Vernetzung Links ALZ München
Begeiterscheinungen: Leichte Hautprobleme - Schuppenflechte
Mögliche Ursachen: ??? Wenn das wer wüsste
Ich über mich: Glücklich verheiratet und 1 Kind. Ich interessiere mich für alte Technik wie Flipper und Röhrengeräte. Diese restauriere ich gerne. Mit unserem Verein www.rsv-bissingen07.de versuchen wir das Dorfleben attraktiver zu gestalten.

Re: Frage zur ARK

Post by lindenmaier »

So nimmt er das Wissen aber mit ins Grab?! Wissenstransfer ist unerlässlich!

Oder er hat noch nicht komplett für seine Rente vorgesorgt (Vermutung)! :D
„Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Bertolt Brecht
Martian
-
Posts: 144
Joined: 2008-01-10, 09:01
KC-Experience: Lange Geschichte...
Keratoconus since: Diagnosealter 37, ein halbes Jahr bis zur "offiziellen" Diagnose,
Erkrankungsalter sehr wahrscheinlich so mit ca. 18, weil damals die Blendempfindlichkeit tagsüber zugenommen und die Detailzeichnung im Schatten bei Gegenlicht z.B. abgenommen hat
Experience with eyeglasses / lenses: Kontaktlinsenunverträglichkeit, vor der OP tägliche starke Kopfschmerzen mit Brille
Operationen: Mini-ARK + Vernetzung auf beiden Augen im Juni 2008
Visus ohne / mit Brille vorher: 0,05 / 0,5
Visus ohne / mit Brille nachher: 0,2 - 0,3 / 0,8 - 1,0
Erklärung für den vergleichsweise "schlechten" Visuswert ohne Brille nach der ARK:
Da ich zusätzlich zum KK noch kurzsichtig war, habe ich mit Dr. Lombardi eine Unterkorrektur vereinbart, weil bei mir die Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) so weit nun auch nicht mehr entfernt ist und ich nicht jetzt bereits durch die OP in eine Weitsichtigkeit rutschen wollte.
Begeiterscheinungen: Allergien
Mögliche Ursachen: Definitiv Stress... in Verbindung mit genetischen und umweltbedingten Ursachen
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Re: Frage zur ARK

Post by Martian »

Hi Jochen,
lindenmaier wrote:So nimmt er das Wissen aber mit ins Grab?! Wissenstransfer ist unerlässlich!
Oder er hat noch nicht komplett für seine Rente vorgesorgt (Vermutung)! :D
jau, auf jeden Fall ist Wissenstransfer unerlässlich!

Die Frage, die ich mir stelle ist, ob eine Studie (z.B. http://www.oteurope.com/ophthalmologyti ... ail/556881) wirklich zu einem kompletten Wissenstranfer im eigentlichen Sinne geeignet ist und ob wir uns bzgl. der Abbildbarkeit der Realität oder von vermeintlich überschaubaren Ausschnitten derselben mit welchen Modellen auch immer nicht ordentlich einen in die Tasche lügen...

So eine Methode wie die von Lombardi lässt sich halt nicht so ohne weiteres über Nacht erlernen oder durch den Einsatz von bestimmten Geräten und der Einhaltung eines bestimmten Prozederes reproduzieren. Seine Einladung an Laien und Experten, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen steht ja nach wie vor, und wie man dem obigen Link entnehmen kann, ist er durchaus kein Einzelkämpfer sondern arbeitet tatsächlich mit anderen zusammen.

Und Lombis Rente ist im Gegensatz zu unserer bestimmt bereits gesichert, egal was Nobbi Blüm so sagt :::wink2.

Britta