Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Myoring linkes Auge Juli 2021

Deleted User 14173

Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

Nun möchte ich nach Ablauf der ersten drei Monate nach Implantation des Myorings auf dem linken Auge meine Erfahrungen teilen.

Ich habe mich zum Myoring nicht etwa aufgrund einer Kontaktlinsenunverträglichkeit oder einer starken Progression entschieden, sondern um die Sehqualität zu optimieren.

Ich kam präoperativ zwar auf eine gemessene Sehschärfe von 0,4 und mit CL auf 0,8, allerdings machten mir die Doppelbilder/Ghostings zu schaffen. Insgesamt war die HH-Dicke bei 510 und der Konus zwischen Stadium 2 und 3.

Da mein Auge von Natur aus schon in meiner Jugend mit 3,5 Dioptrien weitsichtig war, verbesserte der Keratokonus den sphärischen Wert über die Jahre sogar auf 1 Dioptrie Weitsichtigkeit. Sehr lang glaubte ich daher daran, dass mein Auge besser würde, weil meine Brillen immer leichter wurden. Auch eine Vorstellung beim Augenarzt 2017, bei dem ich mich über die knittrige Bildqualität beklagte, brachte noch keine Diagnose. Dies war wohl erst mit einem Schub Ende 2020/Anfang 2021 möglich.

Herr Dr. D. teilte mir mit, dass sich mein Auge stärker in die Weitsichtigkeit verschieben würde und ich auf jeden Fall eine Brille benötigen werde. Er sagte die postoperativen Werte ziemlich genau voraus.

Die OP war insgesamt keine große Sache. So ganz schmerzfrei wie beschrieben war sie in meinem Fall nicht, aber das ist ja immer subjektiv. Das Ansaugen der OP-Linse war trotz Betäubung etwas unangehm, aber nur von kurzer Dauer und nicht zu vergleichen mit manchen Zahn-OPs. Ich sah danach ein wenig wie ein Zombie aus, aber das verging recht schnell.

Am Tag danach fiel mein Visus auf 0.2 ab, allerdings war das Bild schon deutlich glatter. Anfangs ist das Kontrastsehen nicht optimal, aber auch nicht dramatisch schlecht. Die oft beschriebenen Ringe um Lichtquellen in Dunkelheit gibt es tatsächlich, aber sie sind sehr fein und werden tatsächlich weniger. Das liegt ja daran, dass das Hirn unbrauchbare Infos irgendwann ausblendet. Auch bei gesunden Augen werden sämtliche Abbildungsfehler ausgeblendet.

Die Sehstärkenschwankung in den Wochen danach war schon deutlich, sodass es mir teilweise schwindlig und übel wurde. Allerdings habe ich von meinem Kontaktlinseninstitut eine Leihlinse erhalten, die in etwa der neuen Geometrie entsprach, sodass diese Schwankungen überbrückt werden konnten. Die Linse saß jetzt auch deutlich angenehmer. So konnte ich meinen Alltsg nahezu beschwerdefrei gestalten.

Ich war etwa anderthalb Monate danach in der örtlichen Augenklinik wegen des rechten, noch sehr guten Auges vorstellig, wo man den Ring nicht kannte, aber zugab, dass er sauber in der Hornhaut liegt und es keine Narben oder Ablagerungen gibt. Hier war mein unkorrigierter Visus wieder bei 0,4. Rechts ist mein Visus bei 1,6, allerdings mit leichten Abbildungsfehlern (Schlieren, Schatten unter Buchstaben).

Nun hoffte ich bei der Nachkontrolle Mitte Oktober in München, dass der Ring nicht getauscht werden muss, was dann auch so war. Mein Visus ist noch immer bei 0,4, kann jetzt aber mit einer Brille auf zwischen 0,8 und 1,0 korrigiert werden, mit CL vermutlich sogar noch etwas konstanter. Pachy war bei 525. Die noch vorhandene Hornhautverkrümmung ist jetzt wieder regulärer und damit einfacher zu korrigieren. Ich werde trotzdem wieder auf formstabile Linsen zurückgreifen, da ich diese sehr lange tragen kann und diese sehr angenehm sitzen. Hier ein großes Lob an die Firma Müller-Welt in Stuttgart!

Rechts zeigte sich im Übrigen keine Progression. Die Pachy liegt bei 554, also annähernd normal. Da ich 33 bin, hoffe ich, dass es da nicht mehr allzu dramatisch weitergeht. Allerdings bin ich beruhigt, da ich nun weiß, dass man immer etwas tun kann.

Zwischenzeitlich dachte ich schon über eine Entfernung des Rings nach, da ich ab und an milchig sah oder keine Verbesserung spürbar war. Man muss aber auf jeden Fall 3-6 Monate Geduld haben, um das abschließend beurteilen zu können. Progressionsstop und Antiprogression sind dennoch zwei positive Effekte des Myorings.

Zudem scheint es mit dem Xenia Implant, der Teclens und IVMED-80 bald weitere vielversprechende, sogar noch minimalinvasivere Verfahren zur Behandlung des KK zu geben.

Falls ihr Fragen habt, gerne. :) Ich werde auch ein Follow-up nach 6 Monaten geben, da sich die Hornhautgeometrie ja immer noch einstellt (bei Ringsegmenten ist das ja ähnlich).

Die Schwankungen sind erträglicher geworden und gehen nicht mehr allzu sehr ins Schlechte. Die kommenden Tage kommt meine neue Brille, sodass ich nun endlich wieder zwischen Linsen und Brille sinnvoll wechseln kann.

Was man bei diesem Bericht beachten muss ist, dass ich aufgrund der seit jeher bestehenden Weitsichtigkeit ohnehin ein Sonderfall bin. Am KK nerven mich am meisten die Doppelbilder/Kanten.

Grüße Manu
Igge1
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Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Igge1 »

Moin manu,

Danke für dein Bericht. Was für Brillenwerte hast du nun?

VG
Deleted User 14173

Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

Hey,

+2.00 sph -1.75 cyl 0° Ach, rechts benötige ich keine Korrektur.

Allerdings ist die Bildqualität noch wechselhaft. Ab und an habe ich noch diese Ghosting Effekte.
Deleted User 14173

Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

Kleines vier Monate Follow-up,

4 Monate nach der OP merke ich jetzt tatsächlich einen starke positive Veränderung der Sicht. Insgesamt komme ich nun tagsüber ohne Brille klar und kann am Bildschirm nun auch mit dem operierten Auge kleine Schriften lesen. Die Lichtringe verziehen sich aus dem Blickfeld in die Peripherie.

Meine Brille aus Jugendtagen korrigiert mittlerweile sehr stark, sodass ich damit konstant um die 100% erreiche. Die Qualität ist noch nicht ganz glatt, wird aber immer besser.

Viele berichten hier davon, dass es bereits unmittelbar postoperativ besser ist, das war in meinem Fall absolut nicht so.

Ich bi gespannt, was noch so geht mit dem Plastik-360er im Auge. 😁

Grüße

Manu
TheodorKeller
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Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by TheodorKeller »

Hey danke für deinen Bericht.
Ich habe den Myoring jetzt erst am Donnerstag zwei Wochen.

Erst war meine Sehschärfe gefühlt mega gut, jetzt seit drei Tagen ist die Sehschärfe aber abgefallen und ich habe aufeinmal Doppelbilder :(

Keine Ahnung was da los ist.
Die Sehschärfe ist immer noch definitiv besser als vorher ohne Linsen.

Aber trotzdem ist die Sehschärfe ein ganzes Stück wieder zurück gegangen, echt komisch.


Hattest du auch sowas, dass es erst besser war und dann wieder für Tage schlechter ist? Hattest du Doppelbilder? Wie waren die ersten Wochen bei dir mit Myoring? Wann wurde es besser?

Auch die Halos sind wirklich krass, gehen die echt weg? Was meinst du mit dass sie ins peripheren Blickfeld gehen?
Deleted User 14173

Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

TheodorKeller wrote: 2021-11-30, 13:33 Hey danke für deinen Bericht.
Ich habe den Myoring jetzt erst am Donnerstag zwei Wochen.

Erst war meine Sehschärfe gefühlt mega gut, jetzt seit drei Tagen ist die Sehschärfe aber abgefallen und ich habe aufeinmal Doppelbilder :(

Keine Ahnung was da los ist.
Die Sehschärfe ist immer noch definitiv besser als vorher ohne Linsen.

Aber trotzdem ist die Sehschärfe ein ganzes Stück wieder zurück gegangen, echt komisch.


Hattest du auch sowas, dass es erst besser war und dann wieder für Tage schlechter ist? Hattest du Doppelbilder? Wie waren die ersten Wochen bei dir mit Myoring? Wann wurde es besser?

Auch die Halos sind wirklich krass, gehen die echt weg? Was meinst du mit dass sie ins peripheren Blickfeld gehen?
Hey,

gerne doch.

Das ist tatsächlich normal. Meine Sehschärfe ging postoperativ in den Keller von 0.4 auf 0.2. Bei Tageslicht war sie immer sehr gut.

Die Doppelbilder, bzw. Geisterbilder wurden bei mir ebenfalls mehr. Zuvor war es nur eines nach oben versetzt, dann wurden es 5-6 Stück und das Original war zunächst kaum mehr definierbar. Die Halos sind bei mir keine echten Halos sondern feine Ringe um Lichtquellen gewesen, die tatsächlich weniger werden. Ich nehme sie mittlerweile nur im Blickfeldrand wahr. Bei Dunkelheit ist es manchmal milchig, aber nicht immer.

Ich fand die ersten Wochen bescheiden, da mir aufgrund der Schwankungen schlecht und schwindlig wurde. Das wurde nach 1,5 Monaten etwas besser. Die Dopoelbilder sind jetzt immer noch da, allerdings sehr regulär und auf einer Achse um das Objekt, sodass die Brille alle Doppelbilder wegkorrigieren kann. Die Kontaktlinse ist m.E. besser.

Nach drei Monaten war ich auch wieder bei 0.4, aber mkt Korrektur eben um die 1.0.

Auch nach drei Monaten kann nur beurteilt werden, ob der Ring gut sitzt und der richtige ist. Ein definitves Ergebnis kannst du nach 6-12 Monaten erwarten. Ich trage mittlerweile wieder gelegentlich Kontaktlinse und warte ab.

Da ich weitsichtig bin, konnte man bei mir nicht den stärkeren Ring "einbauen", da die Hyperopie sonst zu stark würde. Deshalb dauert es auch länger bis es sich normalisiert.

Ich habe nach 1,5 Monaten wieder CL getragen, um den Schwindel etwas besser zu beheben, was auch funktionierte.

Bin zwar recht zufrieden, vor allem tagsüber, aber habe noch keine abschließende Meinung, ob das Ding ewig drin bleiben wird. Die Halos bei Nacht sind wie gesagt nicht mehr das Problem.

Wichtig ist auch: Weggucken, dann rechnet das Hirn den 'Müll' raus. 😁

LG
TheodorKeller
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Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by TheodorKeller »

Hallo Claudia,
bei mir ist es viel besser geworden, im Moment wieder gut, ich hatte/habe starke Schwankungen und deshalb auch ein wenig Panik gehabt.

Ich kann die Sehschärfe immer mit meinem Auge, wo ich die Linse habe vergleichen, teilweise war es so, dass ich an manchen Tagen extrem viel schärfer sah mit dem operrierten Auge und dann wieder viel schlechter und ich war völlig auf mein Auge mit Linsen angewiesen.

Es ist schon erstaunlich wie sehr die Sehschärfe schwanken kann, drei mal war es schon so, dass die Sehschärfe wie plötzlich total abfiel, aber hat sich immer wieder gefangen ( gestern Abend hatte ich wieder sehr scharfe Sichtmomente).

Entgegen vieler die hier berichten ist es bei mir aber auch ganz anders, morgens ist bei mir die Sehschärfe eher mäßig , wird dann über den Tag besser, alle meine Erlebnisse wo ich beeindruckt war von der schon guten Sehschärfe, waren Abends in der Wohnung.

Zu den Halos die waren/sind bei mir auch sehr stark, aber auch schon besser geworden, ich sehe zu jeder Lichtquelle einen Kreis drum herum und Strahlen die von der Lichtquelle zum Kreis strahlen, wie ganz viele Radiuslinien, aber es ist matter geworden und teilweise ist die obere Hälfte des Halokreises abgeschnitten, also gar nicht mehr da.

Die Halos nerven, aber nur Nachts auf der Straße, Zuhause nicht, ein Auto habe ich nicht, daher kann ich dazu nichts sagen, ich bin aber schon öfters im dunkeln Fahrrad gefahren, das war kein Problem und ich wohne in einer Großsstadt und da sind wirklich soviele Halos und Lichter es ist verrückt, aber das geht. Ich glaube auch es wird noch viel besser.

Ich bin sehr zuversichtlich, weil meine Op ist noch nicht einmal zwei Monate her, ich bin voll zufrieden und werde warten, wie es sich noch weiter entwickelt und dann höchst wahrscheinlich auch das andere Auge operrieren lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Theodor Keller
Deleted User 14173

Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

Hallo Theodor, hallo Claudia,

bei mir sind es nun fast genau 5 Monate. Die Kreise sind bei mir, wenn überhaupt, nur noch matt vorhanden. Die Beobachtung von Theodor teile ich, dass die Kreise auch mehr und mehr an einigen Stellen verschwinden. Ans Autofahren gewöhnt man sich. Allerdings wird es bei mir auch weniger mit den Halos seit ich nicht mehr darauf achte.

Die Schärfe schwankt nach wie vor noch. Brillenanpassung läuft nur begrenzt bisher.

Viele Grüße

Manuel
Mette
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KC-Experience: Ich habe meine Diagnose im Juni 2015 bekommen. Am rechten Auge soll ein Cross linking durchgeführt werden
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Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Mette »

Hallo Manuel & Theodor,
vielen lieben Dank für Eure Berichte 😊

Die OP ist bei mir übermorgen ja erst 1 Woche her, ich brauche da sicher noch Geduld. Bin froh, zu hören, dass die Halos weniger/blasser werden. Bei mir macht sich leider immer mehr eine Weitsichtigkeit bemerkbar 😥. Vor der OP hatte ich nur eine leichte Brille, hauptsächlich zum Auto fahren. Der Ring wurde bei mir wegen dem starken Fortschreiten eingesetzt.
Morgens und abends ist die Sehschärfe im Moment eher schlecht.

Würde mich über updates von euch freuen
Liebe Grüße
Claudia
Deleted User 14173

Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

Hallo,

Ja, eine Woche ist definitiv bich zu früh, um das zu beurteilen. Morgens und abends ist es anfangs oft eine Katastrophe, vor allem bei aktuellen Lichtverhältnissen.

Ich bin auch mit etwa 3,5 dpt weitsichtig geworden, wie die aktuellen Werte zeigen. Allerdings war mein Auge in meiner Jugend gleich weitsichtig, sodass ich wieder auf selbigem Niveau bin. Lässt sich aber ja gut korrigieren.

Darf ich fragen, wie alt du bist (weil dein KK stark voranschreitet)?

Viele Grüße

Manuel
Deleted User 14173

Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

Hallo zusammen,

Zeit für ein Follow-up nach 7 Monaten. Ich war nochmal in München zur Nachkontrolle am 11.03., da keine Brille sinnvoll anpassbar war.

Zuvor war ich beim Kontaktlinseninstitut meines Vertrauens, wo man mir eine CL gefertigt hat, die eine extreme Visussteigerung bewirkt (von 0.5 SC auf 1.0 CC).

Die Nebeneffekte wie Ghostings, Glares und leicht milchiges Sehen bei bestimmten Lichtverhältnissen sind geblieben. Herr Dr. D. meinte, man könne einen stärkeren Ring probieren, was allerdings in meinem Fall schwierig ist, da ich bereits jetzt mit 3dpt hyperop bin und dann auf diesem Auge auf bis zu +6dpt rutschen würde - dann ist eine Brille auch undenkbar. Das andere Auge ist unverändert auf einem Visus von 1.6 - 2.0 je nach Tagesform.

Immerhin scheint die Progression gestoppt, sofern es überhaupt zu einer Progression gekommen wäre, da ja auch das andere Auge stabil geblieben ist trotz beginnendem Konus.

Outdoor bei Sonnenschein ist die Sicht auf 20-30m sogar ganz okay, aber insgesamt war es ohne Ring besser.

Denke also nun über eine Entfernung nach, da es in meinem Fall wohl nicht wirklich so top ist. Mit CL ist es stark, war aber ja nicht dir Idee der OP, das hätte man sicher auch ohne Ring nach ein paar Folgeanpassungen erreicht.

Man darf sich tatsächlich nicht zu viel erhoffen. Es ging recht gut los bei mir, aber nach einer gewissen Zeit pendelte sich das auf weniger gutem Niveau ein.

Ich halte euch auf dem Laufenden. 🙂
Mart54
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Joined: 2021-06-17, 00:38
KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
Keratoconus since: Diagnose mit 19
Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag
Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017
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Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Mart54 »

Hallo Manuel,
vielen Dank für Deine Fortsetzung!
Ich wünsche Dir alles Gute!
Liebe Grüße
Martin
"Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen."
(Mahatma Gandhi)
Deleted User 14173

Re: Myoring linkes Auge Juli 2021

Post by Deleted User 14173 »

Guten Tag,

ich wollte nach einiger Zeit mal ein kleines Follow-up für alle Interessierten liefern. Der Myoring ist ja nun 10 Monate im Auge und ich muss sagen, dass sich vor allem die letzten 2-3 Monate richtig was getan hat.

Tagsüber (und auch bei den üblichen kontrastreichen Tests bei Optikern) komme ich ohne Korrektur auf Werte zwischen 0.8 und 1.0, manchmal auch 1.25. Allerdings fällt der Visus bei Dämmerlicht (übliche Innenbeleuchtung in der Nacht) heftig ab auf 0.4 (Vergleich zu früher) oder gar schlechter.

Das mag daran liegen, dass bei mir ein schwächerer Ring als eigentlich notwendig "eingebaut" wurde aufgrund meiner Hyperopie. Dr. D. hat mir natürlich angeboten, den Rong zu tauschen, dann könnte es aber aufgrund einer noch deutlicheren Hyperopie tagsüber auch nicht mehr so gut sein (irgendwann ist ja auch bei einer Weitsichtigkeit Schluss mit einer tollen Fernsicht).
Ich überlege gerade noch und lass noch etwas Zeit verstreichen, da der Ring ja in meinem Fall erst sehr spät begonnen hat zu arbeiten.

Interessanterweise erreiche ich diese unkorrigierten Werte am Tag und in Sehtests mit folgender Refraktion:

Sph. + 3.75 Cyl. -4.0 Achse 155, Kmax: 50 dpt (Ausgangswerte vor der OP: Sph. +1.25 Cyl. -6.0 Achse 170 Kmax 55 dpt)

Pachy Präop.: 538
Pachy Postop (mehrere Messungen): 522 - das liegt wohl daran, dass der Ring ja auch spannt und die HH dann wohl etwas dünner sein könnte, was nicht mit einer realen Verdünnung zu tun haben muss.

Fragt nicht, wie dieser Visus geht, ich weiß es auch nicht. Aber der KC ist ja eh was Besonderes. :D Als Jugendlicher war ich stark weitsichtig, die Aufsteilung hat dem wohl entgegengewirkt.

Rechtes Auge ist unverändert mit Visus bei 1.6 - 2.0, nur eben mit den tollen Nebeneffekten wie Schlieren in der Nacht und leichten Schatten/Ghosting um Buchstaben je nach Licht. Dunkle Räume sind auch anstrengend wegen der Effekte, aber mit einer Pachy zwischen 555 und 561 und diesem Visus ist sicher keine OP angezeigt.

Ich habe mir Hartlinsen für nachts anpassen lassen, die Linse auf dem rechten Auge versagt natürlich total bei dem Visus, den ich sonst habe. Ich denke hier ernsthaft über eine andere Linsenlösung (Skleral?) nach, da ich keine langen Tragezeiten hätte und leider Brillen und weiche Linsen mir keinen Mehrwert hinsichtlich der Effekte bieten. Wenn jemand Erfahrung hat, dann freue ich mich gerne über einen Tipp. Mein sonst sehr gutes CL-Institut kommt mit meiner Situation etwas an die Grenzen und meine Linsenanpasserei ist mittlerweile ein teures Hobby geworden. (Und zwar nicht, weil sich der Konus verändert, sondern weil ich einen Optimierungsdrang verspüre) :D Da ich privat versichert bin, wird in diesem Fall ohnehin kaum etwas gezahlt (dafür aber sämtliche Kontrolltermine bei Dr. D. In München)

Nach meiner vllt etwas schnellen Entscheidung zum Myoring, habe ich mittlerweile eine verlässliche Uniklinik (Freiburg) gefunden, bei der ich nun seit letzten Sommer betreut werde und die alle möglichen Methoden auf dem Schirm haben, mich aber insgesamt auch immer etwas beruhigen können. Sie sehen den Myoring auch nicht als allzu kritisch, wenden es nur selbst nicht an, weil die wirklich hohe Erfolgsrate wohl ausbleibt. Die Stabilisierung des Konus werde aber in allen Fällen dadurch erreicht.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich warte aktuell ab. :)