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Neue Diagnose Keratokonus - Welche Auswirkungen im Alltag?
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Julesha
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Neue Diagnose Keratokonus - Welche Auswirkungen im Alltag?
Ich habe gerade die Diagnose Keratokonus bekommen.
Laut Augenklinik rechts Stadium 3 mit Empfehlung für harte Linsen. Der Optiker sagt der Wert liegt unter dem Wert def Krankenkasse zur Übernahme u links wäre nichts. Die Augenklinik bestätigt links ein Anfangsstadium.
Ich bin 40 u habe vor 3 Jahren schon Probleme gehavt, dass neue Kontaktlinsen nicht die gewünschte Sehleistung gebracht haben, auch immer rausgefallen sind. Ich dachte das liegt an trockenen Augen j viel Bildschirmarbeit.
Beim Sehtest beim Optiker habe uch egal mit welchen Gläsern kein zufriedenes Bild mehr bekommen, die letzte Zeit hatte ich den Eindruck es wird immer schlimmer.
Ich bin seit Jahren ziemlich ab, oft auch müde. Allerdings arbeite ich auch seit 15 Jahren eine 50- 60 Stundenwoche. Ich habe es immer darauf geschoben. Denn Gesundheitswerte sind super, aber uch fühle mich nicht so.
Mit der Diagnose fühle ich mich jetzt etwas allein. Könnte das gestresste Gefühl auch vom Keratokonus kommen. Ist es wirklich ein Einschnitt im Alltag?
Kommt das Gefühl der trockenen Augen ggf. Von der Anstrengung? Was macht ihr dagegen.
Am Rechner seh ich oft ganz verschwommen u muss paar mal blinzeln, bis der Fokus stimmt. Ist das auch davon, oder stimmt einfach nur mein Arbeitsplatz nicht.
Ich danke Euch für die Hilfe u Unterstützung.
Viele Grüße
Julia
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Malva
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Re: Auswirkung im Alltag
deine Beschreibungen passen so ziemlich zu meinen Erfahrungen, nur dass ich 27 bin und beschriebenes während der Schulzeit, meines derzeitigen Studiums und im Nebenjob feststellte.
Gerade kurz vor der Diagnose, als meine Sehhilfe immer weniger die gewohnte Sehqualität verschaffte, hatte ich plötzlich trockene Augen bei längeren Bildschirmarbeiten festgestellt.
Befeuchtende Augentropfen & eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (da dies bei mir ebenfalls zu kurz kommt) hatten mir sehr geholfen.
Zusätzlich, damit ich meine Augen nicht mehr so arg zukneifen muss, war ich sehr hinterher schnell eine Sehhilfe zu bekommen, die mir eine konzentriertere, ausdauernde Bildschirmarbeit ermöglicht. Mein damaliger Augenarzt wollte lieber die Zeit verstreichen lassen, ob ich nicht doch noch am anderen Auge operiert werden muss, ehe er mir Kontaktlinsen anpassen wollte.
Ich machte mich selber auf dem Weg zu einem Optometristen & mein damaliger Umzug und darauffolgender Augenarztwechsel kamen wie gerufen.
Nun, mit formstabilen Kontaktlinsen ist es zunächst ungewohnt gewesen, da ich deutlich mehr blinzel als vorher & mich dies in meiner Konzentration hin und wieder bremst.
Auch wenn ich am Anfang, als ich die Linsen neu hatte (& auch davor aufgrund meines Cross-linkings & dem ständigen Hinweis ich müsse meine Augen wegen Trockenheit mehr tropfen) viel, oh ja, verdammt viel die Augen getropft habe, so habe ich aktuell keine Probleme mit trockenen Augen (mehr).
Die verbesserte Sehqualität durch die Kontaktlinsen und somit geringere Anstrengung, hat in meinem Falle definitiv dazu beigetragen, dass sich meine Augen viel seltener trocken anfühlen.
Long Story short:
Augentropfen, viel trinken & Kontaktlinsen haben mir das Leben um einiges einfacher gemacht.
Liebe Grüße
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Deleted User 14173
Re: Auswirkung im Alltag
vorweg, ich habe einen leichten Keratokonus und diesen auch erst spät diagnostiziert bekommen (mit 33, bin jetzt 34).
Bei mir "korrigierte" der Keratokonus die Weitsichtigkeit, allerdings nicht die Hornhautverkrümmung. Ich gab mich lange der Illusion hin, meine Augen würden besser, bis auch das gute entsprechende Effekte zeigte.
Ich kann aufgrund der Nähe zur Diagnose voll und ganz nachvollziehen, dass die subjektive Wahrnehmung dann noch intensiver auf das Sehen gerichtet wird. Ichbin Lehrer und tausche mich oft mit KollegInnen nach langen Tagen aus und stelle fest, dass auch "Normalsichtige" extrem müde und verpeilt sind und letztlich ist es bei deinem Workload einfach auch nachvollziehbar, dass du ermüdest, dazu benötigt es keinen Keratokonus.
Und ja, man ist erstmal allein damit, weil das niemand so richtig nachvollziehen kann. Man sieht es einem ja nicht an, außer man ist wirklich ein sehr schwerer Fall und sieht auch mit Korrektur unter 20-30%. Für mich war es jahrelang üblich, schneller zu ermüden, habe mir keine Gedanken gemacht.
Aber ich möchte das nicht dramatisieren, mein Leben geht beruflich und privat mittlerweile wie zuvor weiter. Ich kann alles machen und bin nicht eingeschränkt, ich sehe halt nur mit ein paar "exklusiven" Effekten. Man muss die Diagnose verarbeiten und dann akzeptieren. Schön wäre es ohne, aber es geht auch mit gut weiter und es gibt im Extremfall immer Möglichkeiten, die Sicht zu verbessern. Das tröstet und beruhigt.
Ich habe links (Stadium 2-3) einen Myoring drin, seitdem seh ich auf diesem Auge so gut wie noch nie, natürlich mit so manchen Effekten des Rings. Das ist eine von vielen Möglichkeiten, die konservative Versorgung reicht ja oft aus. In deinem jungen mittleren Alter stehen die Chancen ja nicht schlecht, dass eine weitere Progression ausbleibt.
Trockene Augen sind vermutlich aufgrund der Geometrie normal, da helfen einfache Tropfen. Allerdings ist Bildschirmarbeit ja ohnehin austrocknend, weshalb Tropfen eh empfehlenswert sind.
Liebe Grüße
Manu
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Mart54
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- KC-Experience: Karrierebeginn 1973 - KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, 2024 li - Transplantatreaktion re 1994 - Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 - KK war in der ganzen Zeit nie stabil.
- Keratoconus since: Diagnose mit 19
- Experience with eyeglasses / lenses: erste KL 1973, nur rechts, war kaum auszuhalten.
1975 KL für beide Augen, Optiker Optenkamp Heilbronn, klasse Betreuung, Tragezeit 3 - 4 h/Tag, 1978 KL angepasst in der Uni Tübingen, hochgasdurchlässig, Tragzeit jetzt 10 bis 12 h/Tag, Wochenenden KL-frei.
1991 KPL re, danach nur noch KL li, re Korr. mit Brille. 1997 KPL li, danach nur noch Brille, zeitweise ein Auge nicht voll korrigiert wegen zu unterschiedlicher Glasstärken. 2013 neuer Versuch mit KL. KL fielen ständig aus den Augen. 2017 OP Grauer Star, jetzt nur noch Brille, aber schlechter Visus. Sklerallinsen seit April 2025 - Tragezeit ca 6 Stunden am Tag - Operationen: KPL 1991 re, 1997 li, 2022 li, DMEK 2024 li -
Korrektur-OPs mit Raffnähten 1993, 2013, 2014 -
Grauer Star re und li 2017 - Begeiterscheinungen: Transplantatektasie li u. re
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Trockene Augen, hohe Lichtempfindlichkeit, Schatten an Buchstaben, Strahlenkränze um Lichtquellen, Nachtblindheit
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Re: Auswirkung im Alltag
Du wartest jetzt bestimmt schon gespannt auf eine Antwort aus dem Forum. Aber es waren viele Fragen auf einmal und die sind im Paket nicht so einfach auf die Schnelle zu beantworten.
Ich denke, dass sich jede und jeder von uns nach der Diagnose Keratokonus alleingelassen gefühlt hat. Da ist einerseits die Situation, dass Brillen und weiche Kontaktlinsen nicht mehr zufriedenstellend weiterhelfen und auf der anderen Seite das Unverständnis der lieben Mitmenschen - schlechtes Sehen sieht man halt nicht.
Aus meiner Sicht ist es wichtig, einen guten Augenarzt und einen guten Optiker zu haben. Wichtig ist, dass sich beide viel Zeit für Dich nehmen, sich Deine Probleme, die sich aus Deinem schlechten Sehen ergeben anhören und diese Probleme auch ernst nehmen.
Aus der Mitgliederkarte konnte ich ersehen, dass Du aus der Gegend von Heilbronn kommst. Ich war, als ich noch Kontaktlinsen tragen konnte, beim Optiker BO AUGENOPTIK - Bernd Optenkamp GmbH - Gymnasiumstr. 52 - Heilbronn. Man hatte dort immer Zeit für mich und hat mir gut weitergeholfen. Auf alle Fälle kennt man sich dort mit dem Keratokonus aus.
Zum Thema Stress: Ich hatte immer das Gefühl, dass mich mein schlechtes Sehen gestresst hat. Irgendwann habe ich bemerkt, dass ich manche Dinge nicht mehr so gut oder so schnell erledigen konnte, wie meine Kollegen. Da hat das Mithaltenwollen Stress verursacht. Später hatte ich Stress vor Besprechungen. Ich musste mein Material so vorbereiten, dass ich es im Gespräch benutzen konnte - Ordnung, Schriftgröße. Dann war mir auch klar, dass ich schneller ermüden würde, als die meisten meiner Gesprächspartner - das war Stress pur!
Ermüdung: Schlechtes Sehen macht müde! Sehapparat und Gehirn versuchen das Defizit auszugleichen und ermüden dabei. Da können Pausen weiterhelfen und Entspannungsübungen für die Augen.
Trockene Augen sind eine Begleiterscheinung der Bildschirmarbeit. Beim starren auf den Bildschirm schauen vergisst man mit den Wimpern zu klimpern und dann verdunstet die Tränenflüssigkeit. Augentropfen können weiterhelfen und natürlich Pausen.
Verschwommenes Sehen am Rechner: Hier könnte sowohl eine Überlastung des Sehapparates, als auch zu wenig Tränenflüssigkeit der Grund sein.
Wichtig ist, dass Du einen guten Arbeit-Pausen-Rhythmus findest. Hab Mut zur Pause! Ich habe festgestellt, dass meine gut sehenden Kolleginnen und Kollegen regelmäßig Pausen machten und ich hab gearbeitet, weil ich glaubte, wegen meiner schlechten Augen langsamer zu sein als die. Es gibt aber auch Arbeiten, bei denen sich gestresste Augen erholen können - kopieren, ausdrucken, telefonieren ... Hier kann etwas Planung weiterhelfen.
Natürlich sollte auch Dein Arbeitsplatz auf Dein Sehen abgestimmt sein. Die Beleuchtung muss passen, muss ausreichend hell sein, darf aber auch nicht blenden. Dein Rechner sollte nicht vor einem Fenster stehen - Gegenlicht. Dein Bildschirm sollte ausreichend groß und richtig eingestellt sein. Wenn Du während der Arbeit Dokumente lesen musst, sollten diese im richtigen Abstand zu Deinen Augen liegen. Ich hatte einen höhenverstellbaren Schreibtisch und diesen entsprechend eingestellt. Zum Entlasten meiner Augen benutzte ich während der letzten Jahre meines Arbeitslebens eine Vorlesesoftware und Kopfhörer. Dank dieser konnten sich beim "Lesen" meine Augen ausruhen.
Soviel von mir. Vielleicht kann Dir mein Beitrag ein wenig weiterhelfen, vielleicht können Dir auch andere Nutzer*innen des Forums zu einzelnen Themen Tipps geben.
Liebe Grüße
Martin
(Mahatma Gandhi)
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Julesha
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Re: Auswirkung im Alltag
Herzlichen Dank für die Antworten.Die helfen schon sehr weiter. Vermutlich hat die jahrelange Arbeitsbelastung größere Auswirkung als der Keratokonus
Mart 54, danke für den Tipp. Herr Optenkampp wurde mir auch empfohlen- erster Kontaktlinsenversuch hatte ich- die haben leider nicht gepasst.
Allerdings merke ich da wie schlecht das eine Auge wirklich sieht. Da ich mit Brille angeblich bei 100% bin, sind alle recht entspannt außer mir
Ich wünsche Euch eine schöne Adventszeit u danke für die Unterstützung.
LG