Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Erfahrung mit Ringelementen

Luna26
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KC-Experience: Mein Freund hat Keratokonus und bereits ein Crosslinking (auf der linken Seite) hinter sich.

Erfahrung mit Ringelementen

Post by Luna26 »

Hallo zusammen,

ich bin neu in dem Forum und hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann/möchte.

Es geht um meinen Freund. Dieser hat den Keratokonus auf beiden Augenseiten (glaube das ist sogar auch meistens beidseitig). Das linke Auge ist um einiges schlimmer und droht nun, lt. Augenarzt, zu platzen...
Naja, auf jedenfall haben wir in 2 Wochen einen Termin in einer Uniklinik, um die Dicke der Hornhaut vermessen zu lassen.
Da mein Freund noch keine 30Jahre alt ist, stellt sich bei mir die Frage, wie oft man so eine Hornhauttransplantation durchführen kann, da die Transplantante in der Regel ja nur ca 10 Jahre halten sollen. Außerdem besteht ja auch immer die Gefahr einer Abstoßung. Um eine Transplantation hinauszuzögern, habe ich im Internet 2 "neue" Methoden gefunden. Zum einen die Behandlung mit dem MyoRing und mit den Intracorneale Ringelemente (ICR). Bei dem MyoRing benötigt man noch eine Hornhautdicke von min. 350 Mikrometer. Leider finde ich über die ICR keine Info darüber. Ich konnte nur herauslesen, dass bei der ICR Methode die Gefahr des Herauswachsens der Ringe größer ist, da es sich im Gegensatz zum MyoRing um 2Teilstücke handelt. Falls jemand damit bereits Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Methoden gemacht hat, wäre ich um jede Info sehr dankbar.

Viele Grüße und herzliches Dankeschön schon einmal im Voraus für jeden eurer Beitrage,
Luna
diavlo
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KC-Experience: Keratokonus ist gemein!
Keratoconus since: Kurzsichtigkeit seit ca. dem 13. Lebensjahr (Brillenkorrektur) / Diagnose Keratokonus durch Dr. Hartje, Detmold (2000) / beidseitig progressive Entwicklung
Experience with eyeglasses / lenses: Erfahrung mit fast allen Arten von Brillen und Kontaktlinsen - inzwischen leider absolute Kontaklinsen- und Brillenunverträglichkeit.
Operationen: PKP (perforierende Keratoplastik) l. 2003, r. 2005 - Uni-Klinik Münster -> Nachkorrektur durch Brille/Kontaktlinsen, fortschreitender Keratokonus,
seit ca. 2010 Kontaktlinsen-/Brillenunverträglichkeit

Dr. Krumeich sen. (Bochum): PKP l. mit Titan-Ring & Kunstlinse (Krumeich-Ring): Januar 2013 - Abstoßung, März 2013: Re-PKP l. - positiver Verlauf, März 2014: PKP r. (Krumeich-Ring), div. Komplikationen, allergische Reaktion, keine Abstoßung, Entfernung Grauer Star / Nov. 2014: Entfernung Nach-Star (Grauer Star) / l. Auge: leichte stabile Ödeme auf Teilen der Netzhaut

2017 (aktueller Stand, keine Korrektur Brille/Kontaklinsen):
l. Auge: Visus ca. 0.35, Horhaut klar
r. Auge: Visus ca. 0.08, Hornhaut teilw. vernarbt, hoher Astigmatismus (irregulär)
Begeiterscheinungen: Symptome und Probleme: extreme Augentrockenheit, Brennen, Kratzen, starkes Fremdkörpergefühl, Augenränder, sehr unflexibler Schlafrythmus, starkes Augenreiben und Blinzeln, häufige Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsschwächen, Schleier-Sehen, Doppelbilder, starke Halos, hohe Blend-/Lichtempfindlichkeit, Überempfindlichkeit gegen UV-Licht
Mögliche Ursachen: Unterfunktion der Tränendrüsen, hohe Augentrockenheit, häufig infektiöser Tränenfilm, häufiges Augenreiben, Bildschirmarbeit, Rauchen, Streß, Fehlanpassungen mit harten KL 2006-2008
Ich über mich: Computer (Hard-/Software) sind mein Hobby und mein Beruf - leider auch das größte Problem für meine Augen + leider ein Berufsbild aus einer inzwischen sehr beschränkten Auswahl :/
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by diavlo »

Hallo!

Zum MyoRing und ICR kann ich leider nicht viel sagen, bei mir wurde beidseitig der sogenannte Krumeich-Ring implantiert (Titanlegierung) mit Kunstlinse, dieser wird ähnlich den beiden Methoden in eine tiefere Schicht der Hornhaut eingebettet. Die Legierung dabei eignet sich besonders, um das Abstoßungsrisiko zu minimieren. Bei mir wurde er nach 2maliger Operation mit Abstoßung eingesetzt und hat damit praktisch meine Hornhaut (bzw. die 3. :roll: ) gerettet, seitdem ist sie halbwegs stabil und die Dicke hat auch wieder zugenommen. Vor der Op lag sie bei unter 420 Mikrometer, inzwischen wieder über 460.

Der Punkt ist, Implantierung eines Ringes, evtl. mit Linse, ist ein heftiger Eingriff. Eben ein Implantat. Auch wenn die Abstoßung ggf. minimiert wird, kann es andere Risiken geben; Entzündungsrisiko, Fremdkörpergefühl, je nach Material und Verträglichkeit auch da Immunreaktionen, je nach Zustand bzw. Vorbelastung der Hornhaut Astigmatismus, Defekt des Tränenfilms, Vernarbungen durch die OP.
Bei einer Implantation in einer stabilen Hornhaut eher unwahrscheinlich, bei einer Hornhauttransplantatione schon eher. So individuell die Op ist, so individuell sind auch die Begleiterscheinungen und Risiken, es kann ebenso alles gut und völlig problemlos klappen.

Auf jeden Fall solltest du dich (bzw. dein Freund) ausgiebig von deinem Augenarzt dazu beraten lassen, ggf. auch mit 2. oder 3. Meinung und alle möglichen Methoden abwägen.

Wenn der Augenarzt allerdings der Meinung ist, dass das Auge platzen könnte (ich nehme mal an, die Hornhaut :wink: ), haben sich vermutlich schon Haarrisse gebildet und die Hornhaut ist schon extrem dünn, bei weiterem Voranschreiten wird da eine Transplantation kaum abzuwenden sein, wenn sich das nicht noch und sehr bald stabilisieren lässt. (Den Fall hatte ich selbst schon.)

Wenn sich eine Transplantation vermeiden lässt, wäre das gut. Aber ich denke auch da sollte man das Risiko und die Erfolgschancen genau abwägen, d. h. flicken oder lieber gleich neu machen, wenn der Flicken eh nur eine Mittellösung ist? Alles Gute für euch und viel Glück. :)
Luna26
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by Luna26 »

Hi diavlo,
vielen lieben Dank für die ausführliche Nachricht.Jetzt verstehe ich auch das mit dem "Platzen" ^^
Hab gerade gelesen dass der Kumerich Ring bei Hornhauttransplantationen eingesetzt wird.
Hast du dann schon 2 Trasplantationen hinter dir und erst die 3.hat durch den Ring gehoben? :::blink1
Was hat man zu dir gesagt, wie lange so ein Hornhautimplantat hebt bzw wie oft man im Leben eine Transplantation machen kann (geht ja schließlich immer etwas von eigenen Auge kaputt?

Liebe Grüße,
Luna
diavlo
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seit ca. 2010 Kontaktlinsen-/Brillenunverträglichkeit

Dr. Krumeich sen. (Bochum): PKP l. mit Titan-Ring & Kunstlinse (Krumeich-Ring): Januar 2013 - Abstoßung, März 2013: Re-PKP l. - positiver Verlauf, März 2014: PKP r. (Krumeich-Ring), div. Komplikationen, allergische Reaktion, keine Abstoßung, Entfernung Grauer Star / Nov. 2014: Entfernung Nach-Star (Grauer Star) / l. Auge: leichte stabile Ödeme auf Teilen der Netzhaut

2017 (aktueller Stand, keine Korrektur Brille/Kontaklinsen):
l. Auge: Visus ca. 0.35, Horhaut klar
r. Auge: Visus ca. 0.08, Hornhaut teilw. vernarbt, hoher Astigmatismus (irregulär)
Begeiterscheinungen: Symptome und Probleme: extreme Augentrockenheit, Brennen, Kratzen, starkes Fremdkörpergefühl, Augenränder, sehr unflexibler Schlafrythmus, starkes Augenreiben und Blinzeln, häufige Ermüdungserscheinungen, Konzentrationsschwächen, Schleier-Sehen, Doppelbilder, starke Halos, hohe Blend-/Lichtempfindlichkeit, Überempfindlichkeit gegen UV-Licht
Mögliche Ursachen: Unterfunktion der Tränendrüsen, hohe Augentrockenheit, häufig infektiöser Tränenfilm, häufiges Augenreiben, Bildschirmarbeit, Rauchen, Streß, Fehlanpassungen mit harten KL 2006-2008
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by diavlo »

Naja, die ersten beiden PKP's (perforierende Keratoplastik, sprich Voll-Transplantation mit Spender-Hornhaut) hatte ich 2003, wobei links 2004 wegen leichter Abstoßungs-Reaktion neu aufgesetzt werden musste, mit konventioneller Stern-Naht, also vernäht mit Mikro-Gewebe.
2005 wurde meine rechte Hornhaut geradezu "zerfetzt" durch kleine Haarrisse und extreme irreguläre Wölbung, also wieder PKP.
Die Fäden mussten ein Jahr später auch entfernt werden und waren verantwortlich für langanhaltenden irregulären Astigmatismus und allerlei andere Probleme, da das Fädenziehen die Hornhaut stark beansprucht, zu der Zeit war die Hornhaut auch sehr dünn und dazu noch unregelmäßig, so dass praktisch nur Transplantationen in Betracht kamen.
Seitdem wurde immer mal wieder gelasert, nachgezogen oder kleinere ambulante Op's vorgenommen, letztendlich habe ich eigentlich alle 2 Jahre mit einer OP gerechnet, da die Hornhaut teilweise in so schlechtem Zustand war. Das das Implantat dann doch so lang gehalten hat, also fast 10 Jahre, war erst nicht abzusehen.

Allerdings war der Keratokonus bei mir schon sehr stark fortgeschritten, als er diagnostiziert wurde und hat vor der ersten OP kaum Zeit für Behandlung gelassen. Seit dem hat sich bei den Behandlungsmethoden auch einiges getan, wenn ich mir heute etwas über den Myoring, Diamantschnitte oder Crosslinking durchlese, hätte ich mir damals eine frühere Diagnose gewünscht, dann wäre viell. einiges anders gelaufen.

Auf jeden Fall war die OP mit dem Krumeich-Ring eine völlig andere Erfahrung als damals mit der Naht, die Hornhaut ist viel besser und schneller verheilt. Die wenigen Fäden, die den Ring fixieren, werden glaube ich auch hinterher entfernt, bei mir sind sie allerding einfach dringeblieben, da sie zu tief verwachsen waren und auch nicht störten. Die Stabilisierung durch den Ring in der Hornhautschicht ist aber denke ich der größte Vorteil um die Hornhaut auch auf Dauer stabil (bzw. unter Spannung) zu halten, um ein weiteres Voranschreiten des KK zu verhindern. Ich hoffe zumindest das ich weitere 10 Jahre mindestens PKP-frei bleiben kann. :mrgreen:
P.S. Bei der ersten OP 2013 mit dem Ring wurde die Hornhaut übrigens nicht wegen dem Ring oder dem Transplantat abgestoßen, sondern wegen einer allergischen Reaktion auf die Transportflüssigkeit des Transplantats.

Der Zeitraum, den so ein Transplantat hält, ist aber m. W. völlig individuell, solange der Keratokonus fortschreitet - und je nachdem wie aggressiv - ist immer wieder eine neue Transplantation notwendig, da die Hornhaut immer wieder geschädigt wird, bevor sie überhaupt richtig heilen kann.
Läßt sich der KK aber mit Crosslinking, harten Linsen oder Implantat stoppen, kann das Tranplantat auch 30 Jahre halten, wie ich schon von Patienten gelesen habe, Korrektur mit Brille oder Kontaktlinsen und 120 % Sehrkraft und das ganze utopische Zeug. :::tongue
Da kommen so viele Faktoren rein - Astigmatismus, Immunreaktion, Tränenfilm, Umwelteinflüsse, Ernährung uswusw.

Bei einer relativ stabilen Hornhaut, bzw. einem nicht so weit fortgeschrittenen KK kann man zumindest theoretisch immer wieder operieren, z. B. eine Teil-Transplantation (TKP, lamellär), wenn keine großen Komplikationen entstehen. Wenn aber die ganze Hornhaut ausgetauscht werden muss, wird das natürlich mit jeder OP immer riskanter, da das Gewebe drumherum ja sehr stark beansprucht wird und etwa durch die Nähte mit jeder OP immer weiter ausdünnt. Mit jeder OP kann der Bereich, der so ausgetauscht werden muss, immer größer werden, bis eben irgendwann die Grenze erreicht wird.

Schlußendlich bin ich froh, dass die OP mit dem Ring meinen KK gestoppt hat, auch wenn ich mit dem aktuellen Ergebnis nicht besonders glücklich bin und weiter nach Behandlungmethoden suche, da gehts allerdings mehr um die ganzen Begleiterscheinungen, die vermutlich auch aufgrund der Vorbelastung auftreten. Die sind aber denke ich, wie sooft bei KK, völlig individuell und spielen für deinen Freund evt. gar keine Rolle.

Solange sich eine Voll-Transplantation vermeiden lässt und es noch relativ gut (v)erträglich ist, würde ich die Chance auf jeden Fall nutzen.
Luna26
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KC-Experience: Mein Freund hat Keratokonus und bereits ein Crosslinking (auf der linken Seite) hinter sich.

Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by Luna26 »

Ohje das tut mir wirklich leid, dass die Diagnose erst so spät kam.. Ich danke dir für dein Erfahrungbericht und wünsche dir sowie allen anderen Betroffenen hier im Forum alles Gute und viel Optimismus. Ich hoffe sehr, dass es für dich bald eine Behandlungsmethode geben wird, mit der du glücklich werden wirst.
LG
kera98
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KC-Experience: Ich habe keinen Keratokonus, sondern eine seltene erbliche Hornhautdystrophie, allerdings mit ähnlichen Folgen für die Sehschärfe.
Keratoconus since: Meine Dystrophie begann ca. mit 16-17 Jahren, wurde aber nicht erkannt und über Jahre deswegen falsch und gar nicht behandelt. Die korrekte Diagnose kam, als ich Anfang 40 war.
Experience with eyeglasses / lenses: Ich trage auf beiden Augen Minisklerallinsen. Links nach Keratoplastik mit irregulärem Astigmatismus, rechts (noch) ohne OP. Eine Brille habe ich zwar, komme damit aber nur auf eine Sehschärfe von 25-30%.
Operationen: Keratoplastik (li Auge) 5x in 25 Jahren
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by kera98 »

Hallo Luna,

es ist schon richtig, dass immer gesagt wird, dass ein Hornhauttransplantat bei einer durchgreifenden Hornhauttransplantation im Schnitt 10-15 Jahre hält. Es gibt aber durchaus auch Leute, bei denen es länger gehalten hat, habe da schon von 20 und sogar 30 Jahren gehört.

Früher hieß es immer, dass man nicht beliebig viele Wiederholungen der OP machen kann, aber ich kann immerhin als lebendes Beispiel dafür gelten, dass man 5 durchgreifende Transplantationen schafft. Das Transplantat muss entgegen einer weit verbreiteten Annahme auch nicht jedes Mal größer gemacht werden, man kann auch mit demselben oder sogar kleinerem Durchmesser neu transplantieren. Mein Operateur hat auch Patienten mit dem 6. und 7. Transplantat.

Viele Grüße
Lore
Luna26
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by Luna26 »

Hi Lore,

Danke für deinen lieben Beitrag. Das beruhigt mich sehr zu hören :)) Oha, hast du dann eine komplette Hornhaut (perforierende Transpl.) oder "nur" eine Lamelläre? Vorallem da es auf einem Auge nun höchstwahrscheinlich auf eine Transplantation hinauslaufen wird. Waren heute in der Uniklinik in Ulm zum Konatktlinsen anpassen. Leider sieht er nur noch 10 % und mit Kontaktlinsen 30 %. Der Arzt aus der Klinik meinte vor 2 Wochen (da waren wir beim Oberarzt aus der Klinik heute bei ihrem hauseigenen Optiker) , dass wenn er auf keine 60 % mit Linsen kommt, er zu einer Transplantation rät. Dazu muss ich leider aber auch sagen, dass mein Freund mit diesen harten Linsen überhaupt nicht klar kommt und diese deshalb sowieso nie trägt. Im Februar möchte der Arzt ihn nochmal untersuchen um auch festzustellen, wie schnell sich die Krankheit verschlechtert. Wir haben nun diesen Monat noch einen Termin bei Dr Daxxer mit der MyoRing Methode... Mal schauen ob er noch etwas machen kann oder ob die Hornhaut dafür schon zu dünn ist.

Liebe Grüße und eine entspannte Nacht,
Luna
Günter
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KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.

Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131
Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by Günter »

Hallo,

zum Thema Keratoplastik:

ich habe rechts seit 1991 eine Keratoplastik (perforierende Transpl.) die hält immer noch und ich trage fast täglich formstabile Kontaktlinsen. Es wird zwar mit zunehmendem alter etwas schwieriger, da die Augen, altersbedingt, immer trockener werden aber mit tropfen geht es.

1995 hatte ich rechts eine Keratoplastik (perforierende Transpl.), die musste allerdings 2015 erneuert werden und ist jetzt langsam mit formstabilen Kontaktlinsen einsatzfähig.

Also perforierende Transpl. können schon lange halten. Aber lamelläre Transpl. sollen noch länger haltbar sein und sind verträglicher.
Allerdings lamelläre Transpl. muss man durchführen lassen solange die unteren Hirnhautschichten noch intakt sind. Also um einiges früher als eine perforierende Transplantation in der Regel gemacht wird.
Gruß Günter
Luna26
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by Luna26 »

Hallo Günter,

Danke für deinen infomativen Beitrag. Wie hat sich deine Sehstärke nach den Operationen verbessert? Wenn du in dem Bereich schon Erfahrungen hast, weißt du mit Sicherheit, ob man nach einer Keratoplastik nur formstabile Kontaktlinsen tragen sollte oder ob auch weiche Kontaktlinsen möglich sind (mein Freund verträgt seine formstabilen Kontaklinsen leider nicht ).
Am Freitag waren wir beim Dokter Daxer in München und haben uns die Myoring-Methode angehört. Er war bisher der netteste Arzt bei welchem wir waren und hat sich sehr viel Zeit für uns genommen (kann jedem der Interesse an dieser Methode hat, einen Besuch beim Dr. Daxer nur empfehlen!!). Allerdings wollte mein Freund diese Methode auf seinem schlechterem Auge ausprobieren lassen, bevor er dort eine Transplantation macht. Leider ist dies aufgrund der dünnen Hornhaut auf diesem Auge nicht mehr möglich :(
Da er sehr ungern an seinem "guten" Auge etwas machen lassen machen will, wollte ich fragen, ob hier jemand schon Erfahrung mit dem Myoring beim Doktor Daxer gemacht hat

Liebe Grüße und allen einen schönen Sonntag,
Luna
Günter
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- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen.
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Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).

Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
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Re: Erfahrung mit Ringelementen

Post by Günter »

Hallo,

nach eine Keratoplastik (KP) ist alles wieder individuell offen.
Leider ist nach einer Keratoplastik die Hornhaut meistens so verzerrt, dass nur noch harte Linsen helfen.
Aber das ist nur meistens der Fall. Es kann auch anders ausgehen ca. 20% kommen nach einer KP auf mehr als 80% nur mit einer Brille.
Das kann dir aber niemand garantieren. Ich hatte nie das Glück, ich komme mit Brille auf ca. 30% bis 40%. Das reicht nicht zum arbeiten, also benötige ich formstabile Linsen. Damit komme ich auf beiden Augen ca. 100%.

Wenn dein Freund die formstabilen Kontaklinsen nicht verträgt sollte es sich mal nach alternativen erkundigen.

Eine der gebräuchlichsten alternativen in diesem Fall ist ein Huckepack-System. Da wird auf eine weiche Linse eine formstabile Kontaklinse darauf gesetzt. Ist genau so verträglich wie eine weiche Linse erzielt aber das Ergebnis einer formstabilen Kontaklinse.
Dazu musst du aber einen Optiker suchen, das das kann - was nicht einfach ist!
Gruß Günter