ich möchte nach einem dreiviertel Jahr inklusive erster Diagnose und CCL beider Augen meine Erfahrungen hier teilen. Ich war im Dezember 2016 bei Dr. Nordwald in Berlin da ich seit 2 Jahren zunehmend schlechter gesehen habe. Soweit ich mich erinnere lautet die Diagnose:
- linkes Auge Keratokonus Stadion 2-3, was einer Sehkraft von 30% bis 40% entsprach
- rechtes Auge Keratokonus Stadion 1-2, was einer Sehkraft von 50% bis 60% entsprach
- linkes Auge: Sehkraft wieder bei 80%-90%
- rechtes Auge: Sehkraft wieder 100% (kein Fehler wirklich)
Ich bemerkte im Jahr 2014, dass ich irgendwie schlechter in die Ferne gucken kann. Ich war daraufhin bei einer Augenärztin diese hatte eine Wassereinlagerung in der Netzhaut vermutet (oder etwas in der Art, das war auf jeden Fall falsch). Sie schickte mich in eine Augenklinik in Berlin, wo vieles untersucht wurde aber nicht die Krümmung und Dicke der Hornhaut. In der Augenklinik wurde ebenfalls nichts festgestellt. Ich bekam ein Rezept für eine Brille. Diese Brille hatte ich mir nicht geholt. Warum auch immer, irgendwie ging es auch ohne.
Im Jahr 2016 entschied ich mich doch zum Optiker zu gehen und mir eine Brille zu besorgen, da meine Augen immer schlechter wurden. Der Optiker, ein Freund der auch meine Werte aus dem Jahr 2014 kannte, führte die üblichen Sehtests mit mir durch. Er stellte fest, dass die gemessenen Werte deutlich von den Werten aus dem Jahr 2014 abweichten. Für ihn war diese Verschlechterung nicht mehr im Rahmen einer "normalen" nachlassenden Sehkraft. Er empfahl mir dringend zum Augenarzt zu gehen.
Ich war dann wieder bei der gleichen Augenärztin, die auch diesmal, bis auf eine kleine Trübung der Hornhaut auf der linken Seite, nichts weiter feststellte. Sie tippte auf einen beginnenden grauen Star konnte sich aber auch nicht erklären, wie ein Mann mit 37 Jahren eine typische Alterserkrankung haben konnte. Sie wollte das weiter beobachten und verschrieb mir eine Brille. Ich war mit der Diagnose nicht zufrieden und wollte eine Zweitmeinung.
Ich erzählte einem Freund meine Geschichte, der wiederum gerade bei einem Privatarzt in Berlin in Behandlung war. Er empfahl mir seinen Arzt. Zu diesem Zeitpunkt und für seine Augen war das Dr. Nordwald. Dieser Freund hatte die Neigung sich grundsätzlich die besten Ärzte rauszusuchen. Er recherchiert sehr viel um den für ihn optimalen Arzt zu finden. So landete ich durch puren Zufall bei einem der wenigen Spezialisten für Keratokonus bei der Nordwald. Dr. Nordwald reichte die normale Voruntersuchung um den ersten Verdacht zu haben und diesen dann durch weitere Untersuchungen zu untermauern.
Da meine Erkrankung auf dem linken Auge schon relativ weit fortgeschritten war entschied ich mich für eine zeitnahe Operation im Januar 2017. Einem Monat nach der Diagnose. Die Diagnose war ein Schock für mich, da sie mich ziemlich unvorbereitet traf. Die OP machte mir Sorgen.
Die OP fand einem Samstag statt. Das linke Auge wurde betäubt, präpariert (was bis auf ein leichtes kribbeln absolut schmerzfrei war) und erfolgte auf einem bequemen Stuhl im Liegen. Tatsächlich war die OP schon fast entspannend. Der Dr. und ich unterhielten uns nett, im Hintergrund spielte angenehme Jazz-Musik und alles was fehlte war ein schönes Glas mit Wein.
Die ersten Nacht war etwas unangenehm, da das operierte Auge stark tränte und mir auch noch die Nase lief. Schmerzen hatte ich keine. Ich war bestens mit den nötigen Pillen versorgt. Ein paar Nasentropfen und ein paar Augentropfen haben mir dann eine ruhig Nacht beschert.
Am nächste Morgen ging es mir sehr gut. Ich war schmerzfrei und machte mich auf dem Weg zur Kontrolluntersuchung. Dr. Nordwald hat mich jeden Tag So., Mo., Di., Mi. und Fr. untersucht und das Auge kontrolliert. Ich war 1 1/2 Wochen krank geschrieben. Das merkwürdigste war der Heilungsschleicher, der sich am 3 Tag der OP sich bildete und einen gewissen Milchglaseffekt auf dem operierten Auge erzeugte. Der verschwand nach wenigen Tage wieder. Es dauerte ein paar Wochen bis das Auge das gleiche Sehkraftniveau wie vor der OP erreichte und dann noch weitere Wochen bis sich die Sehkraft verbesserte.
Beim rechten Augen war der Ablauf ähnlich. Die OP war im März und wieder recht angenehm und unproblematisch. Leider gab es wieder keinen Wein, was für die Wirkung der Schmerzmittel wahrscheinlich auch besser war. Dr. Nordwald musst am 4. oder 5. Tag nach der OP die Verbandkontaktlinse vorzeitig entfernen, da im das Risiko einer sterilen Infektion zu groß war. Durch das frühzeitigere entfernen der Verbandskontaktlinse dauerte meines Erachtens nach die Glättung der Hornhaut etwas länger und damit das Erreichen der vorherigen Sehkraft und die Verbesserung der selbigen ein paar Wochen länger als beim linken Auge.
Im großem und ganzen einfach ein exzellentes Ergebnis mit dem ich so nicht gerechnet habe. Dr. Nordwald will im kommenden Sommer den jetzigen Zustand durch eine Vitamin B2-Kur weiter stabilisieren.
Ich bin gespannt.