So, inzwischen bin ich wieder imstande, ohne Augenkrampf auf einen Bildschirm (mit Schwarz-Invertierung) zu gucken, also berichte ich mal von der OP und dem bisherigen Verlauf.
Die OP war eigentlich für den 14.01.2013 angedacht, im Martin-Luther-Krankenhaus in Bochum. Am 10.01. war ich da und hab das Aufnahmegespräch geführt, Narkoseaufklärung mit der Amnästhesistin usw., aam darauffolgenenden Montag dann die Aufnahme auf der Kurzliegerstation und OP mit anschließendem Aufenthalt. Die gematchte Spenderhornhaut lag bereit.
Am 11. aber bekam ich einen Anruf aus der Praxis. Eine weitaus jüngere Spenderhornhaut ist ...nunja... "kurzfristig verfügbar" geworden, die Erfolgschancen der OP erhöhen sich damit beträchtlich, ebenso wird das Risiko einer Abstoßung gesenkt. Also wurde die OP um eine Woche auf den 22.01. verschoben.
Am 21. dann bekam ich noch einen Anruf aus der Praxis, Termin der OP am 22. um 07:00 Uhr, die OP wird ambulant in der Praxis durchgeführt, da die Hornhaut aufgrund diverser Testurchläufe nicht früher verfügbar war (o. s. ä.).
Am nächsten Tag bei der OP-Vorbereitung wurde mir dann eine Kostenaufstellung von 320 € für die OP vorgelegt, die ich noch bezahlen muss, da ein Krumeich-Ring nicht von der KK übernommen wird.
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An dieser Stelle möchte ich mich nochmal kurz über die mangelnde Aufklärung und Kommunikation vor der OP entrüsten. ;p
Mag sein, dass einiges vor der OP bei einem Gespräch mit dem Arzt vor über 2 Monaten geklärt worden ist, wenn ja, kann es sein, dass einiges viell. meinem Gedächtnis entfallen ist. Viell. aber auch nicht.
Mein Info-Stand vor der OP war eine komplette Übernahme der Kosten durch die KK und eine konservative Stern-Naht mit dem Transplantat.
Dass die OP dann letztendlich ambulant in der Praxis unter Verwendung eines Krumeich-Rings mit Kosten in Höhe von nicht unerheblichen 320 € (ich weiß, im Vergleich zu ~4000 € für diverse OP-Methoden nix, aber dennoch viel mehr als keine Kosten!) durchgeführt wurde, ohne dass diese Umstände in irgendeiner Weise vor der OP nochmal zu Sprache gebracht wurden, fand ich schon etwas unverschämt. Ein klärendes Gespräch dazu habe ich dann direkt vor der OP noch über Telefon geführt.
Außerdem kamen noch auch nicht unerhebliche Folgekosten für Übernachtung und Taxi-Fahrten hinzu, da ich mich in Wattenscheid nicht auskenne.
Für die nächste OP weiß ich dann zumindest bescheid. Na gut, soviel dazu
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Die eigentliche Operation war nicht ganz einfach aufgrund der stark unterschiedlichen Hornhautdicke und anderer Unregelmäßigkeiten, wie mir Dr. Krumeich später erzählte. Die Op dauerte etwa eine Stunde. Nachdem ich dann so um 14:00 aus dem Land der Träume zurück war, konnte ich die Praxis auch bald wieder verlassen.
Für eine Woche folgender Kontrolluntersuchungen habe ich mich in einer Pension in Bochum einquartiert. ("Zum Dortmunder" - Sehr empfehlenswert, da die Inhaberin als leitendes Mitglied des Blinden- und Sehbehinderten-Verbande in Bochum Erfahrung damit hat, oder für eine nette Unterhaltung darüber)
Auf dem Weg dahin habe ich mir bei der Apotheke eine noch eine reiche Palette an Schmiermitteln und diversen Entzündungshemmern abgeholt, die ich noch regelmäßig einnehme.
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Laut den Nachuntersuchungen war die OP erfolgreich.
Am ersten und zweiten Tag war das Auge noch stark geschwollen und musste für ein paar Tage regelmäßig gekühlt werden, Tropfen nehme ich noch regelmäßig.
In der ersten Woche wurde das Auge zudem mit einer Kompresse zugedeckt, die ich jetzt aber nicht mehr tragen muss.
Ein starkes Fremdkörpergefühl und ein unangenehmes Kratzen und Stechen ist auch noch vorhanden. Selten kommt es zu Brennen und Tränen des Auges oder auch leichten Kopfschmerzen und hoher Augentrockenheit.
Dazu gesellt sich eine sehr hohe Licht- und Druckempfindlichkeit. (Die Anschaffung einer guten Sonnenbrille vor der OP ist sehr von Vorteil gewesen.)
Der Visus ist noch nicht wirklich vorhanden, die Sicht ist im Moment wie durch eine Klarsichtfolie - sehr trüb und verschwommen (zum Glück hab ich 2 Augen^^).
Das Epithel (die Schutzschicht) hat sich aber bereits wieder über der Hornhaut gebildet und der Heilungsprozess geht gut voran. Kontrolluntersuchungen in der Praxis erfolgen jetzt im Abstand von einer Woche.
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Der Krumeich-Ring scheint eine sehr erfolgversprechende Methode zu sein, es ist praktisch ein mirkoskopisch dünner Titan-Ring, der anstelle der herkömlichen Naht in die Hornhaut-Schicht eingesetzt wird und die Hornhaut unter Spannung hält, was weitgehend die bekannten extremen Unregelmäßigkeiten durch Verziehen der herkömmlichen Naht vermeidet.
Er wird aber nicht von der Krankenkasse übernommen, trotz lt. Dr. Krumeich hervorragender Ergebnisse bei den Operationen.
Wenn ich daran denke, wie meine erste PKP in der Uni-Klinik in Münster verlaufen ist, inkl. der Folgebeschwerden und der extrem langwierigen Heilungszeit von über einem Jahr ist der Verlauf dieser OP das Paradies dagegen. Der Heilungsprozess ist überhaupt nicht mit einer herkömlichen Sternnaht zu vergleichen, auch die Beschwerden sind im Gegensatz dazu verschwindend gering.
Von daher denke ich, dass es eine sehr gute Entscheidung war, den Ring einsetzen zu lassen. Aber der Heilungsprozess ist noch im Gang und der Visus muss sich noch neu bilden, deshalb betrachte ich das Ergebnis erst dann als Erfolg, wenn ich es "sehe".
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Die Planung für eine Operation des rechten Auges beginnt, wenn das linke Auge einigermaßen gut verheilt ist und einen annehmbaren bzw. korriegierbaren Visus aufweist. Da freue ich mich schon fast drauf; das rechte Auge war zwar vorher das Bessere, wies aber auch eine sehr viel höhere Unregelmäßigkeit der Hornhaut auf und ist auch im Moment sehr stark belastet.
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Über Dr. Krumeich senior, bei dem ich in Behandlung bin, möchte ich noch kurz etwas loswerden, da ich in Vergangenheit viele teils auch kritische Meinung zu ihm gelesen habe.
Nunja, erstmal, die Wartezeiten in der Praxis sind echt nicht ohne - die Praxis war jedesmal, als ich da war, brechend voll und Wartzeiten von bis zu 2 Stunden sind locker drin. Leider.
Was den Doc angeht, man sollte seine Fragen vorbereiten, um gute Aufklärung zu erhalten, ist aber leider ein Phänomen, was anscheinend viele Augenärzte betrifft, von wegen aus der Nase ziehen und so...
Auf jeden Fall kennt er sich auf seinem Fachgebiet sehr gut aus; da ich so lange suchen musste, um auf dem Fachgebiet Keratokonus einen kompetenten Arzt zu finden, reicht mir das völlig aus. Ich hab auch schon Augenärzte erlebt, die einem das Blaue vom Himmel erzählt haben, weil sie halt Ärzte sind usw. blabla - Kompetenz ist halt unbezahlbar.
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Naja, das war erstmal der bisherige Verlauf, bin auf jeden Fall gespannt, wie der weitere Heilungsverlauf "aussieht". ^^
Viele Grüße, diavlo