Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: viewtopic.php?t=6501

Keratoplastik in 1984/Osnabrück

Daniela
Beiträge: < 10 - Forenrechte eingeschränkt
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Joined: 2005-01-15, 00:50

Keratoplastik in 1984/Osnabrück

Post by Daniela »

Hallo, durch google.de bin ich auf dieses Forum aufmerksam geworden. Ich habe dann gestern und heute einige Beiträge gelesen. Vor allem interessieren mich die Infos zu Prof. Lombardi und seine OP Methode. Ich bin 1984 in Osnabrück am rechten Auge operiert worden. Die Keratoplastik wird dieses Jahr also 21 Jahre alt. Mein Bericht über diese Krankheit ähnelt den Berichten vieler Betroffener. Mit 13 Jahren ist bei mir der Keratokonus beidseits aufgetreten. Der erste Augenarzt, den ich aufsuchte, hat das gar nicht diagnostiziert. Ich bekam eine Brille, was natürlich nichts brachte. Erst als meine schulischen Ergebnisse derart schlecht waren, glaubte man mir. Ich suchte einen anderen Augenarzt auf, der dann die richtige Diagnose stellte. Marburg Blindenschule oder Versuch harte Kontaktlinsen waren meine Optionen. Die harten KL habe ich seinerzeit bei einem "normalen" Optiker bekommen, am Anfang gab es keine Probleme. Erst als nach ca. 3 Jahren die "alten" Linsen zum Aufpolieren eingeschickt werden sollten, und der Optiker die gleichen Linsen neu bestellt hatte, fing alles an. Man stellte fest, dass sich die Linsen meiner Hornhaut angepasst hatten, so dass die gleichen, neu bestellten Linsen, nicht mehr passten.
Lange Geschichte, kurz: ich fuhr letztendlich regelmässig zur KL Anpassung nach Düsseldorf. Dort gab es zu der Zeit noch ein Schulungszentrum von Titmus Eurocon. Während meiner Oberstufenzeit habe ich die Linsen nur noch wechselseitig tragen können, da ich immer abwechselnd unter schmerzhaften Hornhautentzündungen litt. Ich konnte die KL nicht mehr vertragen. Dann habe ich alle möglichen Kliniken aufgesucht: Aachen, Bonn, Düsseldorf, Duisburg. Die Untersuchungen waren Quälerei. In einer Klinik hat man mir einmal mit Stäbchen die Augen aufgesperrt, da ich diese wegen Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Blendempfinden usw., nicht mehr offenhalten konnte. Dann durften alle Studenten mal gucken. Naja, manches vergisst man nie. Ein Arzt aus der Duisburger Klinik gab mir dann die Adresse von Prof. Dr. Meyer, Marienhospital Osnabrück. In keiner der von mir aufgesuchten Kliniken wollte man eine Transplantation wagen. 1984 habe ich mich dann, zwischen der schriftlichen und mündlichen Abiturprüfung, operieren lassen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Wahl des Termins nicht günstig war. In meinem jugendlichen Leichtsinn hatte ich mir das wohl anders vorgestellt. 3 Wochen Krankenhaus, davon 1 Woche beide Augen verbunden und nicht aufstehen. Also füttern, auf den Topf.... Nach der OP habe ich nur noch links die KL getragen. Nach einem Jahr musste ich noch mal für eine Wochenende ins Krankenhaus um den fortlaufenden Faden entfernen zu lassen. Dann hat es noch eine Zeit gedauert ehe sich due -Sehstärke stabilisierte. Seit ca. 4 Jahren nach der OP trage ich dauerhaft eine Brille. Ich sehe mit dem operierten Auge nach wie vor ohne Sehhilfe nichts (2 % oder so). Mit Brille komme ich auf ca. 80 %. Ist unterschiedlich. Das linke Auge kann natürlich nur mit Brille nicht gut korrigiert werden, ich komme da auf ca. 40% (ohne Sehhilfe auch nur 2%). Mit KL könnte ich wahrscheinlich auf beiden Augen 100 % erzielen, ich habe auch noch mal eine Anpassung versucht, jedoch abgebrochen. Ich habe selber eine Aversion gegen KL, denke auch, dass ich sie nicht mehr vertragen kann. Ich bin extrem lichtempfindlich, es gibt gute Tage, da habe ich weniger oder keine Probleme, aber es gibt auch sehr viele schlechte Tage, da kann ich fast gar nicht geradeaus gucken, vor allem draussen. Dazu kommt noch die Trockenheit der Augen, weshalb ich eigentlich jede Stunde tropfen müsste. Am 03. Januar war ich nach langer Zeit noch mal in einer Klinik, in Düsseldorf. In einem Ärzteblatt hatte ich gelesen, dass dort sehr viele Übertagungen gemacht werden. Leider war der Besuch enttäuschend, ich bin nur gesetzlich versichert, und hatte es lediglich mit einer Ärztin im praktischen Jahr zu tun. In Aachen war ich vor etwa 2 Jahren noch mal, da fiel dem OA nichts Besseres ein als mir Kortisonsalbe zu verschreiben. Was vielleicht für einige interessant sein könnte: abschliessend hat man in D´dorf noch die OÄrztin geholt, die dann doch noch einen Blick in meine Augen geworfen hat. Sie meinte, dass die Lebensdauer einer transplantierten Hornhaut 20-30 Jahre beträgt. Man hat noch die Zellendichte gemessen und noch dig. Fotos gemacht um den jetzigen Zustand festzuhalten, falls sich in ein paar Jahren etwas verschlechtern sollte.
Ich bin im Marienhospital Osnabrück operiert worden, habe leider den Kontakt dazu verloren. Ich denke, dass Prof. Dr. Meyer aus Altersgründen dort wohl nicht mehr tätig sein wird. Soviel ich weiss, hat man seinerzeit eine "Datenbank" gegründet um die Resultate nach soundsoviel Jahren überprüfen zu können. Vielleicht weiss jemand etwas darüber? Ich werde auch noch mal versuchen das Krankenhaus zu kontaktieren. 1984 lag ich dort mit einem jungen Mädchen auf ein Zimmer, deren Auge aufgrund eines Virus schon zum zweiten Mal transplantiert wurde. (Stefanie?)
So, das erst einmal zu meiner Vorstellung und zu einem Teil meiner Geschichte. Ich denke, ich könnte noch so vieles dazu sagen, auch was die Themen: Alltag, Umgang mit der Krankheit, Kollegen, Arbeitsplatz, Hobby, Lebensumstände, Behinderung, ... angehen.
Ich habe mittlerweile 2 Kinder, und hoffe, dass sie es nicht bekommen.
Frank B
-
Posts: 573
Joined: 2003-12-10, 20:12
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Re: Keratoplastik in 1984/Osnabrück

Post by Frank B »

Hallo Daniela,

herzlich willkommen im Forum. Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich hoffe du fühlst dich bei uns wohl.

Dein Bericht ist für mich ein weiteres Dokument dafür, welch ein belastendes Ausmaß die Erkrankung Keratokonus annehmen kann.

Er zeigt mir auch, daß wir gar nicht genug tun können, hier im Forum alle Informationen rund um den Keratokonus zusammenzutragen, uns auszutauschen und auf unsere seltene Krankheit aufmerksam zu machen.

Viele Grüße,
Frank
Raffke 19
-
Posts: 78
Joined: 2008-05-27, 19:26
KC-Experience: Habe seit 1980 eine Keratoplastic
Keratoconus since: Mein Erkrankung wurde mit ca 26 Jahren fest gestellt
Experience with eyeglasses / lenses: Habe einen Horror gegen Linsen daher nur mit Brille
Operationen: im Januar 1980 wurde eine Keratoplastic in Osnabrück im Marienhospital von prf. Meyer gemacht, bisher immer im grünen Bereich
Ich über mich: Diplom-Chemiker in der Pharma-Industrie,ich habe ca.10 jahre nur mit
Augenkliniken zusammen gearbeitet.
Ich habe als Anpasser mit einem CL-Hersteller in Kiel gearbeitet.
Ausbildung Ärzte / Optiker: als Chemiker und Pharmareferent 10 Jahre AA beraten und Pflegemittel und diverse Präparate unter das Volk gebracht,war dann seit 1983 für viele Pharmaunternehmen als Pillenverteiler unterwegs.

Re: Keratoplastik in 1984/Osnabrück

Post by Raffke 19 »

Hallo Guten Abend
habe im Januar 1980 von Proff. Meier eine Keratoplastic erhalten,habe die gleichen Erfahrungen gemacht,aber habe bis jetzt also seit 28 Jahren keine großen probleme gehabt.
Aber leider muß ich jetzt unters Messer, stehe auf der Warteliste in der MHH Hannover.
MFG Paule
Daniela
Beiträge: < 10 - Forenrechte eingeschränkt
Posts: 5
Joined: 2005-01-15, 00:50

Re: Keratoplastik in 1984/Osnabrück

Post by Daniela »

Hallo,

nach langer Zeit wollte ich mich noch mal melden.

Ich möchte mich nicht ständig mit der Krankheit Keratokonus und deren Folgen beschäftigen....

Meine Keratoplastik ist nun schon 28 Jahre alt und ich hoffe, dass sie mindestens noch mal 28 Jahre hält...und länger...

Inzwischen habe ich eine Gleitsichtbrille. Mein Sehvermögen ist seit geraumer Zeit schlechter geworden (altersbedingt?). Vor 3 Jahren sollte ich bereits eine Gleitsichtbrille anfertigen lassen.
Das habe ich aber nicht gemacht, doch in diesem Jahr kam ich nicht mehr drum herum. Nun muß ich meinen Augenarzt mal wieder zur Kontrolle aufsuchen denn sehr viel besser sehe ich mit den neuen Gläsern auch nicht. Zu der Gleitsichtbrille habe ich mir dann noch eine Lesebrille machen lassen. Die benutze ich wenn ich wirklich nur noch unter Anstrengung am PC sitzen, oder das Kleingedruckte in der Zeitung lesen kann. Ist wie eine Lupe.

Zum Glück habe ich seit geraumer Zeit keine weiteren Probleme, wie Entzündungen u.a. Auch die Lichtempfindlichkeit hält sich in Grenzen.

Morgens benutze ich Blugel UD Tropfen. (Eigentlich sollte ich den ganzen Tag über regelmässig tropfen). Zur Nacht nehme ich Artelac Nighttime Gel. Ich habe vieles ausprobiert, aber mit den beiden Präparaten komme ich gut zurecht.

So, das war ein kleines "Update".

Viele Grüße,

Daniela
LBH49
-
Posts: 52
Joined: 2007-02-03, 17:02
KC-Experience: KC beidäugig, li. Auge 1987 transplantiert (Prof. Meyer in OS), re . Auge mit langsamerer Entwicklung; März 2007 Re-Keratoplastik li. Auge (mit Titanring) + re. Auge cirkuläre Keratotomie (Dr. Krumeich)
Geblieben ist auf dem linken Auge ein Glaukom postoperativ, das mit Cosopt vollständigt behandelbar ist und bisher keine Schäden am Sehnerv verursacht hat.
Keratoconus since: 1982, bis zur konkreten Diagnose vergingen etwa 2 Jahre
Experience with eyeglasses / lenses: KC-Kunden sind des Optikers bester Freund!
Operationen: Keratoplastik li. Auge 1987, Re-Keratoplastik 2007;
Cirkuläre Keratotomie re. Auge 2007

Re: Keratoplastik in 1984/Osnabrück

Post by LBH49 »

Hallo Daniela,

stoße jetzt erst auf Deinen Bericht aus 2005, weil ich wohl erst danach auf dieses - sehr gute - Forum gestoßen bin.
Meine Überschrift wäre Keratoplastik 1981/Osnabrück und 2007 Re-PKP bei Dr. Krumeich.
Lies doch einfach mein Profil und meine Beiträge.

Zu Prof. Meyer:
Ich weiß nicht mal, ob er noch lebt, er war ein Pionier. Ende der 90er, er war damals schon im Ruhestand, bestellte er noch einmal seine ehemaligen Patienten ein, so er sie denn wiederfand, um ein damals neues Gerät zur Messung der Hornhautdicke und der hintersten Membran an seinen Transplantaten zu erproben, so konnte ich ich auch noch einmal wiedersehen - und mich bedanken.

Meine Behandlung hat dann 2006/2007 nach einem sehr qualifizierten Hinweis eines Osnabrücker Augenarztes Dr. Krumeich in Bochum fortgesetzt. Mir hat er sehr geholfen.

Frdl. Gruß

Ludwig