Termine für den KeraLens-"Online-Stammtisch" der Keratokonus Selbsthilfegruppe:

2026: 11. Feb. - 8. Apr. - 10. Jun. - 12. Aug. - 14. Okt. - 9. Dez. 2026 (19:00 - 21:00 Uhr)
-- zum Teil mit Medizinern / Kontaktlinsenspezialisten (wird vorab bekannt gegeben).

Dauerhafter Link zum KeraLens-"Online-Stammtisch": https://lecture.senfcall.de/ker-358-fzk-yqk
(Keine Anmeldung, kein Passwort notwendig - einfach per "Click" zur angegebenen Zeit teilnehmen)

Weitere Infos zu den Stammtischen unter: https://www.forum.keratokonus.de/viewforum.php?f=152
(Zusätzlich oder als Alternative zu den regionalen Treffen.)
Die KeraLens-Accounts der Keratokonus Selbsthilfegruppe auf Instagram und Facebook werden im Verlauf von 2026 gelöscht/deaktiviert.

Es werden neue Kanäle aufgebaut, wie z.B. auf Mastodon und Bluesky. Weitere werden folgen.

Weitere Information und Diskussion dazu bitte hier: https://forum.keratokonus.de/viewtopic.php?t=6501

keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

skywalker280
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keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by skywalker280 »

Hallo,

unser Sohn hat mit gerade 4 Jahren einen stark fortschreitende Astigmatismusprogressio (Ende 2010 cyl.-1, heute bereits -5,25).
die Augenklinik vermutet einen Keratokonus, der Augenarzt hält es jedoch für sehr ungewöhnlich weiss aber auch nicht was es sonst sein könnte. In der Familie ist die Krankheit unbekannt, lediglich mein Mann hat "normalen" Astigmatismus. Nun sollen wir für den Kleinen harte Kontaktlinsen bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen wie das bei einem 4 Jährigen funktionieren kann. Zudem denken die Ärzte über Cross Linking nach. Kann und soll man das bei kleinen Kindern schon anwenden? Das Auge wächst doch noch, hat eine solche Behandlung dann Erfolg? Langzeitprognosen gibt es ja auch keine.
Hat jemand Erfahrung mit Keratokonus und dessen Behandlung bei Kleinkindern?
welche Erfahrungen und Tipps können Sie uns geben?

Vielen Dank

skywalker280
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by sabine s. »

hallo skywalker,

oje das tut mir aber leid. es stimmt, daß keratokonus in dem jungen alter extrem ungewöhnlich ist und was ich auf KEINEN fall machen lassen würde ist eine vernetzung!
wenns irgendwie geht würde ich versuchen mit brille so gut wie möglich zu korrigieren und die augen zu beobachten, denn die entwickeln sich ja noch und evtl. geht dieser astigmatismus auch wieder zurück .
ihr solltet auch zu einem auf keratokonus spezialisierten augenarzt gehen, damit die diagnose verlässlicher ist. mehr kann ich dazu leider auch nicht sagen, außer, daß ich unbedingt von einer vernetzung abraten würde, denn noch habt ihr ja nicht mal die 100%ige diagnose. und einfach auf verdacht hin zu vernetzen, bei so einem kleinen kind????
ich wünsche euch alles gute und schreibt, wie ihr weiter verfahren seid.
grüßle
sabine
Mimi3
-
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KC-Experience: Erste Brille mit 5 (weitsichtig). Mit 14 Jahren plötzlich Kurzsichtigkeit mit Astigmatismus (Augenarzt ist ziemlich ratlos...). Bis heute: Ständig wechselnde Brillenwerte, Zunehmende Kurzsichtigkeit und Astigmatismus.

Mit 17 Diagnose Keratokonus durch einen Fachoptiker für KL, dieser will deshalb auch nur formstabile KL anpassen. Der Augenarzt versteht das Problem nicht, passt weiche Monatslinsen an.
Wenig später weist ein Augenarzt im Notdienst auf bestehende Hornhautveränderungen und Ausbuchtungen der Lidränder hin und rät zur Vorstellung beim Hausaugenarzt. KL dürften nicht ohne besondere Fachberatung getragen werden, weiche schon gar nicht! Hausaugenarzt sieht keine Bedenken.

Mit 19 sitzen die KL immer schlechter, lassen sich schwer einsetzen, reißen, verrutschen oder fallen heraus. Probleme mit trockenen Augen kommen erschwerend dazu. Da die bisherigen KL die Astigmatismuswerte nicht mehr ausgleichen können erstmal Rückkehr zur Brille.

Beginn zunehmender Sehstörungen (Halos, Lichtsterne, Doppelbilder, Ghosting, Verzerrungen), auf dem linken Auge vermutlich schon etwas früher, wurden aber durch das rechte ausgeglichen. Arztbesuche bringen zunächst wenig Klarheit, allerdings ist stets von Hornhautveränderung die Rede. Neuer Hausaugenarzt versteht die wechselnden Brillenwerte nicht.

Mit 24 Diagnose "Verdacht auf Keratokonus" (mit gewisser Unsicherheit bezüglich Keratoglobus oder PMD) bzw. "Keratokonus" (gesichert, mit einigen untypischen Parametern). Wegen zunehmend schlechterer Sehschärfe Anpassung von formstabilen angepassten KL beim Fachoptiker; leider ist die Tragezeit aufgrund trockener Augen und empfindlicher Hornhaut begrenzt (max 4 Stunden).

Mit 27 Diagnose Keratokonus (gesichert). Neben deutlichen Auffälligkeiten der Topographie starke Veränderungen der Kollagenfasern der Augenhornhaut. Augenklinik diagnostiziert ja nach Arzt Keratokonus (gesichert) oder Verdacht auf Keratokonus.
KL werden immer schlechter vertragen, daher Korrektur mit Brille soweit wie möglich. Brillenwerte ändern sich weiterhin ständig, die Sehschärfe nimmt immer weiter ab.

Mit 29 zeigt die Hornhaut links, mit 30 auch rechts ständige Risse und Narbenbildung. Epithel ist sehr dünn und unregelmäßig, zeigt kleine Wirbel. Die Hornhaut zeigt vertikale Linien, wird immer dünner und weicher. Sehschärfe jetzt noch 5-10% links, 30% rechts mit optimaler Brille (ohne nicht messbar). Diagnose "Hornhautveränderung, Verdacht auf Keratokonus" kann der Hausaugenarzt nun auch ohne weitere Hilfsmittel stellen. KL sind aufgrund der Befunde keine Option mehr.
Keratoconus since: Erste Auffälligkeiten (Kurzsichtigkeit, Astigmatismus, wechselnde Brillenwerte) mit 14. Diagnose Keratokonus mit 17 durch einen Fachoptiker. Ab 19 deutliche Probleme und Sehstörungen. Es folgte die übliche Arztodysee... Mit 24 durch Augenarzt bzw. Klinik erneut Diagnose Keratokonus bzw. Verdacht auf Keratokonus, ebenso mit 27 (Keratokonus, gesichert). Da es schwarz auf weiß bisher aber "nur" einen Bericht mit der Diagnose "Verdacht auf Keratokonus" gibt, habe ich mich lange geweigert, daran zu glauben...
Experience with eyeglasses / lenses: Da KL bei mir keine Option (mehr) sind, trage ich Brille, damit sehe ich wenigstens etwas... Anpassen lasse ich diese nur noch, wenn es deutlich etwas bringt, da sich die Werte ohnehin ständig wieder ändern.
Begeiterscheinungen: Trockene Augen, Hornhautrisse und Narben, Schwindel (vor allem bei Veränderung der Achswerte und Rissbildung). Ansonsten bestehen u.a. Asthma bronchiale, Allergien, instabile Bänder/Sehen/Muskeln mit Knick-Senkfuss und Neigung zu Bänderrissen, Skoliose und neurodermitisches Hautbild. Hilfreich ist, dass ich sehr gut höre!
Mögliche Ursachen: Möglicherweise weiche KL, allerdings nur was die Entwicklung angeht, die Auffälligkeiten fingen schon deutlich vor den ersten KL an!
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Re: keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by Mimi3 »

Hallo skywalker,

das klingt ja wirklich nicht sehr gut, wie kommt denn dein Kleiner damit klar? Kontaktlinsen stelle ich mir zunächst einmal bei so einem Lütten auch sehr schwer vor, allerdings kommen Kinder mit vielen Dingen (vor allem wenn sie noch jung sind!) besser und schneller klar und die Eltern tun sich dann schwerer als das Kind. Davon, dass Kontaktlinsen bei Kleinkindern und sogar Babys erfolgreich angewendet werden habe ich durchaus schon öfter gelesen (hoffe, das macht dir etwas Hoffnung). Was eine Brillenkorrektur angeht stimme ich Sabine prinzipiell zu, allerdings ist bei Kleinkindern zu bedenken, dass sich ihr Gehirn noch entwickelt. Sieht das Kind dann sehr unscharf kann es passieren, dass das Gehirn einfach kein besseres Sehen lernt, auch dann nicht, wenn die Augen scharf sehen würden (etwa nach einer Transplantation). Deshalb ist eine möglichst gute Korrektur der Sehschärfe sehr wichtig!!! Ob diese mit Kontaktlinsen bei deinem Sohn wirklich besser ist als mit Brille können natürlich nur die behandelnden Ärzte sagen. Ist denn überhaupt bekannt, ob der Kleine auch eine schlechte Sehschärfe hat, das ist ja nochmal etwas anderes als die Verkrümmung der Hornhaut (cyl-Wert)?

@Sabine: Ich hoffe, du nimmst mir diesen Hinweis nicht übel; das soll keine Kritik deines Beitrages sein, nur eine Ergänzung!

Bezüglich Vernetzung kann ich nichts sagen, nur dass ich ohne gesicherte Diagnose da auch ein sehr flaues Gefühl im Magen hätte; in jedem Falle würde ich vorher eine zweite Fachmeinung einholen.

Viele Grüße und alles Gute Mimi3
skywalker280
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Re: keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by skywalker280 »

Hallo an euch,

erst einmal vielen Dank für Eure Rückmeldung.
Wir haben bislang Untersuchungen in der Augenklinik München gehabt. Dort geht man mehr oder weniger von der Diagnose aus. In einem letzten Termin Ende Februar wollen Sie sich festlegen und mit uns die Vernetzung besprechen. Da mir eben auch nicht sehr wohl dabei ist haben wir nun weitere Termine aufgemacht um zusätzliche Meinungen einzuholen. Angeregt durch das Forum haben wir einen Termin in der Praxis von Dr. Neumann in München und in der Augenklinik in Erlangen. Dann sollten wir glaube ich einige Expertenmeinungen haben. Seine Sehstärke ist gar nicht so schlecht, es geht hauptsächlich um die rasant schlechter werdenden Hornhautverkrümmung. Innerhalb 1 1/4 Jahre 4,25 Dioptrien. Eigentlich habe ich gar nicht das Gefühl, dass er schlecht sieht. Denn wenn er seine Brille mal kurz abzieht kommt er auch ohne klar (ohne stolpern o.ä.). Das ist erfreulich aber auch seltsam...
Unser Augenarzt hat seit dem letzen Termin vor ein paar Tagen sehr viel Druck gemacht, dass wir uns die Kontaktlinsen anpassen lassen und schnellst möglich weitere Termine wahrnehmen. Das stimmt mich etwas sorgenvoll.
Ich werde berichten wie es weitergeht.

Vielen Dank und beste Grüsse an Euch
sabine s.
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KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird.
Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by sabine s. »

hallo skywalker,

genau! den Prof. Neuhann hätte ich euch dann auch wärmstens ans herz gelegt. da seid ihr auf jeden fall mal in guten händen.


grüßle
sabine
MaHa
-
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Joined: 2011-12-29, 20:58
KC-Experience: Großmutter litt an Keratokonus - KK seit 1974 festgestellt, rechts mehr als links - Harte Kontaktlinsen, Transplantation rechts (1990), links (1997), sehr, Korrektur mit Brille möglich!! - seit 2011 starke Achsenverschiebung links, Neubeginn des Keratokonus?
Keratoconus since: festgestellt im Alter von ca. 20 Jahren.
Experience with eyeglasses / lenses: erste Anpassung ca 1974 war schrecklich;
harte Linsen, Verträglichkeit ca. 1 - 2 h am Tag;
1975: Anpassung bei gutem Optiker, der sich viel Zeit genommen hat;
harte Linsen, Verträglichkeit bis zu 4 h am Tag;
1978: Anpassung der Linsen an der Uniklinik Tübingen, erstmals speziell für KK, zuerst hatre Linsen, dann hochgasdurchlässig; hochgasdurchlässige Linsen bis zu 10 h am Tag einsetzbar - am Wochenende war Linsen-frei
seit 1997 (OP am 2. Auge) Korrektur mit Brille möglich.
Operationen: Transplantation rechts (1990, Uniklinik Erlangen, Herr Dr. Jonas), anfangs sehr guter Erfolg, dann wieder starker Astigmatismus - Reaktion rechts 1994 - Korrektur-OP rechts 1995 - Transplantation links (1997, Uniklinik Erlangen, Herr Prof. Naumann), sehr guter Erfolg, Korrektur mit Brille möglich!! - seit 2011 starke Achsenverschiebung links, Neubeginn des Keratokonus; Korrektur-OPs 2013 und 2014
Begeiterscheinungen: Probleme bei schlechten Lichtverhältnissen -> schnelle Ermüdung; Blendung; bei Nacht, schlechtes Sehen;
Bluthochdruck; Gelenkschmerzschübe (seit 2011); Erschöpfung, Depression
Mögliche Ursachen: ererbt
Ich über mich: verheiratet seit 1980, 2 erwachsene Töchter
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Re: keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by MaHa »

Hallo Skywalker,
Dein Problem hat mich in den letzten Tagen sehr heftig beschäftigt.
Ich habe meinen KK geerbt, beim Augenarzt war ich dann zum ersten Mal mit 19 oder 20 Jahren.
Vorher habe ich mich so "durchgemogelt" - sogar bis zum Abi.
Ich will damit sagen, dass Kinder sehr viel kompensieren können.
Die "Großen" glauben alles ist ok und dann ist es halt doch nicht so.
Ich habe viel übers Hören gelernt - Rechtschreibschwäche - aber ganz ordentliche Sprachgewandtheit.
Ich kann heute noch (hatte 2 Transplantationen und sehe jetzt ganz ordentlich) ohne Licht in den Keller gehen - Laufe barfuß und ertaste Stufen mit den Zehen.
Bildliches Vorstellungsvermögen habe ich keines - habe ich vermutlich nie antrainiert.
Gesichter kann ich mir auch keine merken - Leute erkenne ich aber an ihrem Gang und an der Art, wie sie sich bewegen.

Eigentlich will ich damit sagen, dass eine gute medizinische Versorgung eine Sache ist.
Ein guter Augenarzt und ein guter Optiker - in eurem Fall müssen Sie gut mit Kindern umgehen können - sind absolut wichtig.
Wichtig ist es aber auch, dass euer Kind in seiner Entwicklung optimal gefördert wird.
Sprecht mit Erziehern und Lehrern - evtl. einer Schule für Sehbehinderte - was ihr an dieser Stelle tun könnt.

Liebe Grüße und alles Gute
Martin
Mimi3
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KC-Experience: Erste Brille mit 5 (weitsichtig). Mit 14 Jahren plötzlich Kurzsichtigkeit mit Astigmatismus (Augenarzt ist ziemlich ratlos...). Bis heute: Ständig wechselnde Brillenwerte, Zunehmende Kurzsichtigkeit und Astigmatismus.

Mit 17 Diagnose Keratokonus durch einen Fachoptiker für KL, dieser will deshalb auch nur formstabile KL anpassen. Der Augenarzt versteht das Problem nicht, passt weiche Monatslinsen an.
Wenig später weist ein Augenarzt im Notdienst auf bestehende Hornhautveränderungen und Ausbuchtungen der Lidränder hin und rät zur Vorstellung beim Hausaugenarzt. KL dürften nicht ohne besondere Fachberatung getragen werden, weiche schon gar nicht! Hausaugenarzt sieht keine Bedenken.

Mit 19 sitzen die KL immer schlechter, lassen sich schwer einsetzen, reißen, verrutschen oder fallen heraus. Probleme mit trockenen Augen kommen erschwerend dazu. Da die bisherigen KL die Astigmatismuswerte nicht mehr ausgleichen können erstmal Rückkehr zur Brille.

Beginn zunehmender Sehstörungen (Halos, Lichtsterne, Doppelbilder, Ghosting, Verzerrungen), auf dem linken Auge vermutlich schon etwas früher, wurden aber durch das rechte ausgeglichen. Arztbesuche bringen zunächst wenig Klarheit, allerdings ist stets von Hornhautveränderung die Rede. Neuer Hausaugenarzt versteht die wechselnden Brillenwerte nicht.

Mit 24 Diagnose "Verdacht auf Keratokonus" (mit gewisser Unsicherheit bezüglich Keratoglobus oder PMD) bzw. "Keratokonus" (gesichert, mit einigen untypischen Parametern). Wegen zunehmend schlechterer Sehschärfe Anpassung von formstabilen angepassten KL beim Fachoptiker; leider ist die Tragezeit aufgrund trockener Augen und empfindlicher Hornhaut begrenzt (max 4 Stunden).

Mit 27 Diagnose Keratokonus (gesichert). Neben deutlichen Auffälligkeiten der Topographie starke Veränderungen der Kollagenfasern der Augenhornhaut. Augenklinik diagnostiziert ja nach Arzt Keratokonus (gesichert) oder Verdacht auf Keratokonus.
KL werden immer schlechter vertragen, daher Korrektur mit Brille soweit wie möglich. Brillenwerte ändern sich weiterhin ständig, die Sehschärfe nimmt immer weiter ab.

Mit 29 zeigt die Hornhaut links, mit 30 auch rechts ständige Risse und Narbenbildung. Epithel ist sehr dünn und unregelmäßig, zeigt kleine Wirbel. Die Hornhaut zeigt vertikale Linien, wird immer dünner und weicher. Sehschärfe jetzt noch 5-10% links, 30% rechts mit optimaler Brille (ohne nicht messbar). Diagnose "Hornhautveränderung, Verdacht auf Keratokonus" kann der Hausaugenarzt nun auch ohne weitere Hilfsmittel stellen. KL sind aufgrund der Befunde keine Option mehr.
Keratoconus since: Erste Auffälligkeiten (Kurzsichtigkeit, Astigmatismus, wechselnde Brillenwerte) mit 14. Diagnose Keratokonus mit 17 durch einen Fachoptiker. Ab 19 deutliche Probleme und Sehstörungen. Es folgte die übliche Arztodysee... Mit 24 durch Augenarzt bzw. Klinik erneut Diagnose Keratokonus bzw. Verdacht auf Keratokonus, ebenso mit 27 (Keratokonus, gesichert). Da es schwarz auf weiß bisher aber "nur" einen Bericht mit der Diagnose "Verdacht auf Keratokonus" gibt, habe ich mich lange geweigert, daran zu glauben...
Experience with eyeglasses / lenses: Da KL bei mir keine Option (mehr) sind, trage ich Brille, damit sehe ich wenigstens etwas... Anpassen lasse ich diese nur noch, wenn es deutlich etwas bringt, da sich die Werte ohnehin ständig wieder ändern.
Begeiterscheinungen: Trockene Augen, Hornhautrisse und Narben, Schwindel (vor allem bei Veränderung der Achswerte und Rissbildung). Ansonsten bestehen u.a. Asthma bronchiale, Allergien, instabile Bänder/Sehen/Muskeln mit Knick-Senkfuss und Neigung zu Bänderrissen, Skoliose und neurodermitisches Hautbild. Hilfreich ist, dass ich sehr gut höre!
Mögliche Ursachen: Möglicherweise weiche KL, allerdings nur was die Entwicklung angeht, die Auffälligkeiten fingen schon deutlich vor den ersten KL an!
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Re: keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by Mimi3 »

Hallo nocheinmal!

Ich kann mich dem, was Martin zwischen den Zeilen sagt, nur anschließen: Dass auf den ersten Blick keine Sehschwäche auffällt muss nicht heißen, dass keine besteht! (Natürlich muss auch nicht unbedingt schon eine Sehschwäche vorliegen!). Selbst bei einem Erwachsenen muss eine schleichende Sehschwäche weder ihm selbst noch anderen auffallen, bis es vielleicht irgendwann ganz arg wird. Und wenn ein kleines Kind es gar nicht anderes kennt kompensiert es halt bestmöglichst. Darunter kann aber evtl. seine Entwicklung leiden, weil ihm Eindrücke die andere Kinder erleben fehlen. Ich schließe mich daher Martin an: Eine gute Förderung ist wirklich sehr wichtig (aber auch keine Überbehütung, das schade der Entwicklung dann ebenso)!

Wenn möglich sollte natürlich erstmal geklärt werden, ob dein Sohn denn nun neben der hohen Hornhautverkrümmung wirklich auch (schon) eine Sehschwäche (mit Brille) hat.

Viele Grüße und alles Gute
Mimi3
skywalker280
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Hornhautwachstum durch Virusinfektion - schon mal gehört

Post by skywalker280 »

Hallo zusammen,

ja, eine Sehschwäche ist schon vorhanden. Er kann mit Brille zwischen 50% bis 80% sehen. Das schwankt immer mal wieder, da sich die Werte ja ständig ändern und wir immer wieder neue Gläser brauchen. Mit 80% liegt er am unteren Rande des Normbereiches für Kinder seines Alters (laut Arzt), allerdings können wir diesen Wert nicht dauerhaft halten, versuchen es aber.

Ich habe nun von einer ganz anderen Sache gehört. Wenn eine Virusinfektion (z.B. Schnupfen) über die Finger ins Auge gelangt und vom Auge nicht bekämpft werden kann, wehrt sich das Auge mit vermehrter Produktion weißer Blutkörperchen. Diese wiederum lassen die Hornhaut wachsen. Habt ihr so was schon mal gehört?
Hierzu werde ich auch mal unseren Augenarzt befragen.

Viele Grüße

Skywalker280
skywalker280
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Arztbesuche geschafft

Post by skywalker280 »

Hallo zusammen

nun haben wir unseren Arztmarathon hinter uns gebracht. Der Kleine hat schon gelitten bei den vielen Untersuchungen, aber es hat sich gelohnt.
Der Verdacht auf Keratokonus wurde ausgeschlossen. Wir sind so froh. Natürlich kann man nie sagen ob er ihn mit seiner "Vorerkrankung" nicht doch noch bekommt, jedoch ist es derzeit kein Ketratokonus.
Leider sind wir aber auch keinen Schritt weiter warum der Astigmatismus sonst so schnell voranschreitet. Hierzu kann keiner eine Ursache finden. Das ist natürlich weiterhin etwas beänstigend.
Ich bin sehr froh dieses Formum gefunden zu haben, denn sowohl die Praxis Prof. Nehann in München als auch die Augenklinik in Erlangen waren gute Adressen auf die wir hier gestoßen sind. Auch ich kann diese beiden Adressen nur wärmstens empfehlen. Im Gegenteil zur Augenklinik in München. Dort hatten wir ebenfalls einen Termin beim Facharzt mit 3 monatiger Wartezeit vereinbart und wer war nicht anwesend - der Facharzt. Naja, was solls...

Auch euch möchte ich danken für die vielen Tipps, ermunternden Worte und auch Erfahrungen die ihr uns geschrieben habt.
Alles gute
skywalker280
Franciß 84
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Joined: 2012-03-07, 00:47
KC-Experience: Hallo,
Mein Keratokonus ist angebohren
leider ist meine Hornhaut zu dünn
für eine sichere Transplantation der
Hornhaut da Sie stellenweise auf
0 ausläuft.
Mein Fachartzt ist Herr Dr. Neuhahn
aus München.
Keratoconus since: Der Keratokonus ist angebohren
und wurde im Alter von 6 Jahren
bei der Einschulung festgestellt.
Experience with eyeglasses / lenses: Leider ist die Anpassung von
Formstabilen Linsen nicht möglich.
Der Versuch der anpassung wurde
bei sämtlichen Fachbezogenen Firmen
durchgeführt, der letzte Versuch der
Anpassung wurde durch die Firma Galifa
in der Schweiz (St. Gallen) ohne Erfolg
unternommen.
Ich trage eine Brille mit über 10 Dioptrin
dadurch habe ich ständig Kopfschmertzen.
Durch die akute Hornhautverkrümmung ist
die Blendempfindlichkeit enorm.
Operationen: Bisher noch keine
Begeiterscheinungen: Blendempfindlichkeit
Mögliche Ursachen: das alltägliche Leben
Ich über mich: Ich habe eine Ausbildung zum Tischler erfolgreich
absolviert durch die Sehschwäche musste ich mit
20 Jahren in die Holzindustrie wechseln.

Re: keratokonus bei Kleinkind (4 Jahre) mögl.? Was tun?

Post by Franciß 84 »

Hallo skywalker,

Ich habe auch einen akuten Keratokonus von Geburt
an ohne Vererbliche Vorgänger!

Kann nicht recht verstehen, warum das die Fachärtzte
noch nicht feststellen können, ob es sich bei der Krankheit
Deines Sohnes um einen Keratokonus handelt.

Zu Deiner Info: bei mir ist es so gelaufen, daß bis jetzt
kein Eingriff vorgenommen wurde, weil die Operation
zu riskant wäre. Allerdings ist jedes Auge individuell
und oft kann die Methode Cross linking jetzt durchgeführt
werden!

Hoffe das beste für Deinen Sohn

Gruß Franciß