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mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
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malkasten
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mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
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sabine s.
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- KC-Experience: 4x transplantiert, 3x an einem auge, immunsuppression wegen ständiger transplantatabstoßungen, glaukom bereits mehrmals operiert, beginnender katarakt an beiden augen. visus mit brille um die 35%. Kontaklinsenunverträglichkeit .
augen-op´s insges. 13x. bin bei prof. th. neuhann in behandlung.
5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird. - Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
- Operationen: 1999 wurde die erste Keratoplastik gemacht. s.o. bei und von Prof. Thomas Neuhann. Alle anderen Keratoplastiken (mit wachsendem Vergnügen, ebenfalls vom Prof. Neuhann der sich absolut rührend um mich kümmert. Div. Trabekulektomien, Div. Cortisonspülungen....................alles zwar Operationen, aber immer irgendwie im Vorbeigehen.
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
das ist gar nicht verwunderlich, sondern ganz normal und eigentlich genau das, was den KC ausmacht.
bei kc ist die hornhaut ja kegelförmig (konus) vorgewölbt. eine harte linse drückt gewissermaßen die hornhaut in ihre "normale" form, eine brille kann das ja nicht.
und da bei einem kc häufig nur eine geringe kruzsichtigkeit oder weitsichtigkeit besteht, reicht eben in den meisten fällen eine formstabile linse mit eben der entsprechenden refraktion um diesen sehr schlechten visus auszugleichen.
kaum jemand wird bei einem höhergradigen KC nur mit brille ausreichend versorgt sein, da sind fast immer harte linsen gefragt.
grüßle
sabine
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Hans-J. Hirche
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- KC-Experience: beidseitiger Keratokonus;
Korrektur mit formstabilen (harten) Kontaktlinsen. - - -
Mein Keratokonus ist immer noch aktiv. Ich hoffe das er irgendwann einmal zum stehen kommt (die Hoffnung stirbt zuletzt). Alles in allem sollte man diese Erkrankung frei nach Monthy Python betrachten: ...Always look on the bright site of life
Alles in allem habe ich wider Erwarten gute Erfahrungen mit meinen harten Kontaktlinsen gemacht. Tragezeiten von bis zu 18+ Stunden sind inzwischen machbar.
Epi off Crosslinking rechts
beidseitiger grauer Star - künstliche Augenlinsen - nun weitsichtig (vorher sehr kurzsichtig) - Keratoconus since: ca. 1993
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
Nicht ganz richtig. Es ist schon wahr, dass die Kontaktlinse bedingt durch die Adhäsionskräfte (deshalb haften die Linsen) eine Wirkung auf die Hornhaut hat. Daher sollte bei einer Aufnahme der Hornhaut - beispielsweise mit einem Orbscan - eine gewisse Tragepause vorher eingelegt werden,eine harte linse drückt gewissermaßen die hornhaut in ihre "normale" form, eine brille kann das ja nicht.
Wenn die Linse jedoch auf die Hornhaut "drückt", dann ist sie nicht korrekt angepasst. Insofern muss man das wie eben beschrieben relativieren.
Hans
...always look on the bright side of life ... (life of Brian)
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sabine s.
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5. transpl. steht in den starlöchern.??? mehr oder weniger. das 5. transplantat war bereits am anfang märz 08 gefunden worden. 2 h später, anruf vom Prof. er könne es nicht nehmen. jetzt muß ich also weiter warten.
nävus auf der netzhaut inoperabel, tumor in der orbita nähe des sehnerves.
visus bleibt erwiesenermaßen schlecht, bzw. verschlechtert sich zumindest in der nähe und an den äußeren gesichtsfeldrändern. visus scheint irgendwie zu stagnieren, komme gerade so zurecht, wobei das Lesen immer schwieriger wird. - Experience with eyeglasses / lenses: Sehr schnell wurden mir harte KC-Linsen angepaßt, die sich aber andauernd veränderten, so, daß der Anpasser gar nciht mehr nachgekommen ist.
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
grüßle
sabine
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Günter
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- KC-Experience: - Ende 1978 Diagnose KC , mit 14 jahren
- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
- April 1991 KP (Keratoplastik, Hornhauttransplantation) rechtes Auge in Heidelberg
- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- Dezember 1995 KP linkes Auge in Jena
- 1997 linkes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
- 2000 habe einen neuen Optiker, und klasse Linsen jetzt auf beiden Augen ca. 120%
- 2012 Abstoßungsreaktion auf dem linken Auge
- 2013 hohe Belastung für das rechte Auge, das Auge wird instabil. Rekeratokonus mit steigender Instabilität beider Augen
- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
- 2017 Mai, das linke Auge ist soweit stabil, das ich wieder eine
Kontaktlinse auf dem Auge tragen kann damit erreiche ich einen Visus
von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
sehen. - Keratoconus since: Ab dem Alter von 14 Jahren.
- Experience with eyeglasses / lenses: Mit meinen harten Kontaktlinsen komme ich im großen Ganzen gut klar.
Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.
Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).
Mit einer iScription Brille komme habe ich links ca. 0,3 (30%) und rechts 0,3 (30%).
Dir Brille hat die Werte:
R Spr. -2,75 Cyl -8,50 Achse 175
L Spr. +4,50 Cyl -3,75 Achse 131 - Operationen: Auf beiden Augen eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation)
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
warum es einen großen Unterschied bei KC zwischen Brille und Kontaktlinse gibt möchte ich noch einmal kurz erklären. Ähnliche Erklärungen finden sich einige im Forum und an der einen oder andern Stelle, auch von mir.
Der KC verformt die Hornhaut des Auges unregelmäßig. Das kann man sich wie einen unregelmäßig geformten Berg vorstellen. Da aber die Hornhaut im Auge als Optische-Linse wirk verursachen die Unregelmäßigkeiten Verzerrungen und Halos.
Die Unregelmäßigkeit der Hornhaut sorgt dafür, dass das Licht sehr unterschiedlich gebrochen wird, eine gesunde Hornhaut bricht das Licht gleichmäßig.
Eine Brille bricht das Licht aber auch nur Gleichmäßig so dass mit einer Brille nur gleichmäßige optische Veränderungen im Auge ausgeglichen werden können (Anmerkung: daran ändert auch iScription nichts).
Gleichmäßige optische Veränderungen sind, zum Glück die Regel (dazu zählt Kurz und Weitsichtigkeit und ein Astigmatismus).
Eine Brille die Unregelmäßigkeiten ausgleichen sollte müsste, könnte keine gleichmäßige Form haben sondern müsste ähnlich unregelmäßig wie die Hornhaut sein. Sowas ist technisch, auch heute noch, nicht möglich herzustellen.
Aber warum funktioniert es denn bei Linsen?
Zum ersten es funktioniert nur bei harten, formstabilen Kontaktlinsen, bei weichen klappt es nur bedingt.
Deswegen rede ich im Weiteren nur von harten, formstabilen Kontaktlinsen.
Eine Kontaktlinse wird auf das Auge gesetzt mit einer regelmäßigen Innenfläche, das Bedeutet sie kann die Unregelmäßigkeiten auch nicht ausgleichen. Aber jetzt kommt ein „Zufall“ hinzu die Lücken zwischen der unregelmäßigen Hornhaut und der Linse füllen sich mit Tränenflüssigkeit. Die Tränenflüssigkeit hat aber nahezu dieselben optischen Eigenschaften wie die Hornhaut selbst. Dadurch werden die Unregelmäßigkeiten der Hornhaut durch die Tränenflüssigkeit ausgeglichen und es entsteht unter der Linse eine regelmäßige optische Form. Nun kann durch optische Korrekturen an der Linse die Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden.
Allerdings verschwinden die Verzerrungen auch dann nicht ganz, das liegt daran, dass der Brechungsindex der
Hornhaut und der Tränenflüssigkeit um ein paar Prozent abweicht. Das merken wir aber bei Tageslicht fast nicht, erst bei Dunkelheit kommt das Zutage.
Ich hoffe ich habe das einigermaßen verständlich rübergebracht!
-
andreas
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- KC-Experience: Im Studium und im Beruf war es immer sehr anstrengend, mit den Kollegen mitzuhalten - trotz sehr großer Bildschirme und immer "vorne sitzen" bei Präsentationen. Feierabend war wirklich Feierabend; da war keine Kraft mehr für After-Work-Parties oder Work-Out im Fitnessstudio. Langes lesen oder schreiben von Texten war trotz aller Hilfsmittel anstrengend; oder lange Besprechungen mit Präsentationen.
Seitdem ich Rentner bin, kann ich mir meine Zeit / Pausen sehr viel großzügiger einteilen; trotz der regelmäßigen Struktur, die ich meinem Rentnerleben gegeben habe. - Keratoconus since: Die erste richtige Diagnose kam so 1978 - erst irregulärer Astigmatismus, dann Keratokonus. Bis zur richtigen Diagnose habe ich ca. 10 Augenärzte und 3-4 Jahre gebraucht. Seit ca. 2006 stabil in rechts Stufe II-III: links I-II; kaum Veränderungen bei Scanns in 4-6-Jahres-Abständen
- Experience with eyeglasses / lenses: Ich komme gut mit verschiedenen Brillen zurecht (Hell&Fern; NormalesTageslicht/Nah; Dunkel/Fern; Dunkel/Nah; reichen fast immer. Früher habe ich gelegentlich Tageslinsen getragen, dass brauche ich nun nicht mehr.
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
super ausführliche Beschreibung! Klasse.
Ich hab mal vor langer Zeit eine sehr stark vereinfachte Schema-Zeichnung gemacht, die das Wirk-Prinzip von Kontakt- bzw. Konuslinsen verdeutlichen sollte - also hier ein Versuch deinen Text grafisch zu ergänzen:
Dadurch, dass der Tränenfilm unter der Kontaktlinse alle Unebenheiten der Hornhaut und ggf. auch den Konus ausgleicht, ergibt sich plötzlich wieder eine (fast) ideal konkave, glatte Außen-Oberfläche für das Auge.
Eine Brille kann das nur ansatzweise leisten.
Gruß, Andreas
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Dieter W.
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- KC-Experience: Seit 2002 bekannter Keratokonus, bis 2009 nicht behandelt, Korrektur mit ersten Linsen (hart und weich) bringen keine Verbesserung des Visus (nach Versuchen mit meinem Optiker) deshalb Brille; neue Gläser nach 6 bis 12 Monaten notwendig;
Bis Anfang 2008 habe ich mich nicht selbst um Therapiemöglichkeiten gekümmert, was sich aber dann geändert hat. Dank diesem Forum!
Die Folgen davon: CXL, Harte Linsen, die passen. - Keratoconus since: Diagnose 2002 also mit 32 Jahren; erste Brille 2000 (ein Auge sph +0,5, anderes Auge sph -0,5) wegen leichter Leseprobleme
- Experience with eyeglasses / lenses: 2007 Korrektur mit Linsen (hart und weich) brachten keine Verbesserung des Visus (nach Versuchen mit meinem Optiker) deshalb Brille; neue Gläser nach 6 bis 12 Monaten notwendig
2009 2.Versuch der Linsenanpassung: sehr erfolgreich, nach 3 bzw. 4 Linsen. Linsen von Herrn Zimmermann bei "Die Brille" in Olching, mit super Service - Operationen: Crosslinking am 10.02.2009 im RK-Krankenhaus durch Frau Dr. Wolf (Praxis Prof. Neuhann) erfolgreich (soweit bis jetzt beurteilbar)
- Begeiterscheinungen: Es könnte sein, daß er sich durch Streß verstärkt.
Allergien: "Heuschnupfen" auf Frühblüher (+ Kreuzallergie auf Äpfel) - Desensibilisierung bisjetzt erfolgreich, sogar schon vor Abschluß; Tierhaare (Katzen, Hunde, Pferde)
BurnOut 2008, 2015 - Mögliche Ursachen: Streß, trockene Augen => Mangelversorgung der Cornea => Schwäche der Cornea z.B. Keratokonus; KPU = Kryptopyrolurie
- Ich über mich: Für mich ist der Glaube an Jesus Christus ein Teil meines Lebens. Ohne ihn und meine Frau und Familie hätte ich sicher meinen Streß, der mich bis zum BurnOut gebracht hat, nicht so gut überstanden.
Er hat mir immer Zuversicht für und Freude an meinem Leben gegeben. - Been thanked: 1 time
Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
leider muss ich euch teilweise widersprechen.
Den ersten Teil von Günter, der die Problematik des KK beschreibt und warum Brillen das nicht ausgleichen können, finde ich gut.
Das Bild von Andreas zeigt aber, dass die Erklärung von Günter zu den Linsen nicht stimmt:
Wie auf dem Bild gut zu erkennen, hat die Linse an der Stelle eine Mulde, an der die Hornhaut einen Buckel hat.
Dies ist die Besonderheit der Keratokonuslinsen. Die konkave Seite der KK-Linsen ist idealerweise das exakte Gegenstück zur Hornhaut, man könnte auch sagen ein Negativabdruck der Hornhaut. Durch die gleichmäßige konvexe Aussenseite kann dann das Licht wieder korrekt gebrochen werden. Dadurch werden die Halos u.ä. fast oder ganz beseitigt.
Leider kennen viele Optiker diese Art von Linsen nicht.
Mein "Haus-"Optiker hatte mir auch gesagt, dass die Hohlräume zwischen Linse und Hornhaut mit Tränenflüssigkeit aufgefüllt werden und dadurch die optischen Probleme des KK behoben werden. Erst bei meinem jetzigen Optiker habe ich erfahren, wie eine KK-Linse wirklich aussehen muss, damit die Sicht besser wird.
Dass die Probleme auch mit Linsen bei Dunkelheit nicht gut ausgeglichen werden können liegt aber nicht daran, dass wir die Halos bei Licht nicht sehen, sondern daran, dass die Unebenheiten überwiegend im Randbereich des lichtdurchlässigen Bereichs (vor der LInse) liegen. Dieser Randbereich wird bei viel Licht von der Iris abgedeckt, damit nicht zuviel Licht auf die Netzhaut trifft. Wird das Licht weniger, wird die Pupille größer und das Licht fällt jetzt auch durch den unebenen Bereich der Hornhaut. Das könnt ihr gut testen, indem ihr eine lichtdichte Platte mit einem kleinen Loch (z.B. mit einer Stecknadel durch eine Karton gestochen) nah vor ein Auge haltet. Jetzt werden die meisten KK-Patienten ein Bild ohne Halos haben, evtl. sogar scharf sehen, wenn die Sehunschärfe nur durch die kranke Hornhaut entsteht. Wer also vor dem KK keine Brille benötigt hat, der müsste mit dieser Technik scharf sehen.
Ich hoffe ich konnte das ausreichend erklären.
Gruß Dieter
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Schalom, Gottes Liebe ist bedingungslos und unbegrenzt!
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andreas
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
den Effekt den du beschreibst, findet man gleichermaßen bei Brillen und Kontaktlinsen (nur hier um den Faktor 100 geringer) - obwohl die meisten Kontaktlinsen mit 7-15 mm Durchmesser die min- / maximale Öffnungsweite der Iris (1-10 mm) abdecken sollten. Auch die von Günter beschriebene, nicht 100%ige Übereinstimmung der Brechungswerte von Kontaktlinse, Tränenfilm, Hornhaut, Kammerwasser und Linse ist verantwortlich für einen Teil der verbleibenden "Halo-Effekte".
Unter den Stichwörtern "Lochbrille" / "Rasterbrille" findet man einige Beiträge im Forum, die den von dir beschriebenen Effekt diskutieren.
Es gibt sicher noch viele weitere Aspekte beim optischen System Auge/Kontaktlinse im Vergleich zu Auge/Brille.
Vielen Dank für die Erweiterung.
Gruß, Andreas
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Günter
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- Ende 1990 endgültiger zusammenbruch des rechten Auges, ca. 5% Sehfähigkeit
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- 1993 endgültiger Zusammenbruch des linken Auges, tragen von Linsen nicht mehr möglich, ca. 5% Sehfähigkeit (Visus)
- 1993 fast zur gleichen Zeit, rechtes Transplantiertes Auge wieder einsatzfähig, mit Linse ca. 80%
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- 2015 März 2015 erneute KP links
- rechtes Auge wird mit Medikamenten einigermaßen stabil gehalten
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von ca. 1,0 (100%). Somit kann ich wieder auf beiden Augen vernünftig
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Ich trage sehr gut angepasste quartantenspezifische Kontaktlinsen, von FALCO. Mit diesen erreiche ich einen Visus von ca. 1,0 (100%) auf beiden Augen.
Die Tragezeit der Kontaktlinsen beträgt ca. 10 Stunden pro Tag.
Ohne Kontaktlinsen habe ich links einen Visus von ca. 0.05 (5%) und rechts < 0.05(5%).
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Dir Brille hat die Werte:
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
ich sehe auch keinen Widerspruch meiner Erklärung zu Andreas Schemazeichnung.
Da im Prinzip meine Erklärung zutrifft und ich, denke, ich habe alle wesentlichen Effekte erklärt. Ich wollte die Erklärung auch nicht unverständlich kompliziert machen, sie ist so schon kompliziert genug für jemand der vom Auge und Optik nichts versteht.
Das eine Linse möglichst nah an der Augenform modelliert sein sollte ist eine Selbstverständlichkeit bei der Anpassung guter Linsen. Allerdings müssen die Linsen, auch wenn sie quadratenspezifisch und torisch sind, Symmetrien haben und dürfen keine spürbaren optischen Übergänge aufweisen. Das bedeutet wirkliche Unregelmäßigkeiten können die Linsen nur durch den Tränenfilm darunter ausgleichen. (Z.B. Narben auf der Hornhaut können Linsen nicht ausgleichen, da die abrupte optische Änderungen auf der Hornhaut verursachen.)
Halos sehen wir bei Tag im wesentlich aus 2 Gründen mit Linsen nicht. Zum einen überdeckt die Lichtfülle bei Tag die Halos, genauer die mitteln sich optisch raus, zum andern ist die Pupille bei viel Licht sehr klein dadurch wird das Bild auf der Netzhaut schärfer und Abbildungsfehler der Hornhaut, Linsen, Tränenflüssigkeits-Kombination kommen fast nicht zum Tragen.
Nachts wenn die Pupille sich stark vergrößert wird das Bild auf der Netzhaut erst einmal unschärfer, hinzu kommt, dass durch das wenige Licht die Halos nicht mehr überdeckt werden können und die Abbildungsfehler der Hornhaut, Linsen, Tränenflüssigkeits-Kombination sich deutlich verstärken was zu den uns bekannten Effekten führt.
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Dieter W.
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2009 2.Versuch der Linsenanpassung: sehr erfolgreich, nach 3 bzw. 4 Linsen. Linsen von Herrn Zimmermann bei "Die Brille" in Olching, mit super Service - Operationen: Crosslinking am 10.02.2009 im RK-Krankenhaus durch Frau Dr. Wolf (Praxis Prof. Neuhann) erfolgreich (soweit bis jetzt beurteilbar)
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BurnOut 2008, 2015 - Mögliche Ursachen: Streß, trockene Augen => Mangelversorgung der Cornea => Schwäche der Cornea z.B. Keratokonus; KPU = Kryptopyrolurie
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
ich denke wir sind einer Meinung. Mir war nur wichtig, dass eine KK-Linse nicht nur durch den Tränenfilm die Unebenheiten der Hornhaut ausgleicht. Eine gut angepasste KK-Linse ist auf der konvexen Seite auch uneben (Negativabdruck), sonst entsteht vermehrt Druck auf den Konus und sie haftet nicht gut.
Klar, die Erklärung wird immer komplizierter, je ganauer sie ist.
Danke für die Präzisierung
Gruß Dieter
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kera98
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- KC-Experience: Ich habe keinen Keratokonus, sondern eine seltene erbliche Hornhautdystrophie, allerdings mit ähnlichen Folgen für die Sehschärfe.
- Keratoconus since: Meine Dystrophie begann ca. mit 16-17 Jahren, wurde aber nicht erkannt und über Jahre deswegen falsch und gar nicht behandelt. Die korrekte Diagnose kam, als ich Anfang 40 war.
- Experience with eyeglasses / lenses: Ich trage auf beiden Augen Minisklerallinsen. Links nach Keratoplastik mit irregulärem Astigmatismus, rechts (noch) ohne OP. Eine Brille habe ich zwar, komme damit aber nur auf eine Sehschärfe von 25-30%.
- Operationen: Keratoplastik (li Auge) 5x in 25 Jahren
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
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andreas
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Seitdem ich Rentner bin, kann ich mir meine Zeit / Pausen sehr viel großzügiger einteilen; trotz der regelmäßigen Struktur, die ich meinem Rentnerleben gegeben habe. - Keratoconus since: Die erste richtige Diagnose kam so 1978 - erst irregulärer Astigmatismus, dann Keratokonus. Bis zur richtigen Diagnose habe ich ca. 10 Augenärzte und 3-4 Jahre gebraucht. Seit ca. 2006 stabil in rechts Stufe II-III: links I-II; kaum Veränderungen bei Scanns in 4-6-Jahres-Abständen
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Re: mit brillen 40% mit kontaktlinsen 110%???
Gruß, AndreasGünter wrote:........Halos sehen wir bei Tag im wesentlich aus 2 Gründen mit Linsen nicht. Zum einen überdeckt die Lichtfülle bei Tag die Halos, genauer die mitteln sich optisch raus, zum andern ........