Ich bin relativ neu hier, möchte aber doch meine "frischen" Erfahrungen aus der Cross-Linking OP mit anderen teilen...
Am vergangenen Montag habe ich an meinem linken Auge ein Cross-Linking im Klinikum Rechts der Isar durchführen lassen. Mein linkes Auge weisst eine Sehfähigkeit von ca. 30% auf und ist bisher nicht korrigiert gewesen - da mein rechtes Auge aufgrund sehr guter Sehleistung das "schlechte" Auge kompensiert hat. Ziel ist es den Keratokonus links zu "stoppen" und anschließend in ca. 3 Monaten mittels Kontaktlinse zu korrigieren.
Am Montag um 14:00 Uhr ging es los... Nach Anziehen von OP-Kittel und sexy Haube auf dem Kopf ging es mit der OP-Vorbereitung los. Auf der OP-LIege wurde mein Kopf mit Tape fixiert, das rechte Auge abgeklebt, Puls-Messer am Finger angelegt und zur optimalen Suaerstoff-Versorgung ein Sauerstoffschluch in die Nase eingeführt. Die Schwester betäubte mittels Tropfen das linke Auge.
Der behandelnde Arzt deckte nach ca. 10 Minuten dann das Gesichtsfeld mit einem sterilen OP-Tuch ab und brachte den Lidspanner an. Anschließend wurde die oberste Augenschicht "abgeschaabt". Dieser Eingriff dauerte nur ca. 1 Minute und war der für mich unangenehmste, aber total schmerzfreie Abschnitt des Eingriffes. Anschlueßend begann unter Beschallung meines MP3-Players (empfehle ich jedem unbedingt mitzunehmen!
Nach einer halben Stunde, wobei ich persönlich das Zeitgefühl total verloren hatte, folgte Spülung des Auges, Einsetzen der Verbandskontaktlinse und schließendem Entfernen des Lidspanners. EIne Wohltat das Auge mal zumachen zu können.
Als Therapie erhilt ich: Tränenersatzgel (stündlich bzw. bei Bedarf), antibiotische Tropfen (5 * 1 Tropfen täglich), Diclophenac gegen die Schmerzen bei Bedarf und ein starkes Schmerzmittel für die Nacht. Neben einem Merkblatt mit allen wichtigen Hinweisen erhielt ich noch diverse mündliche Informationen (u. a. Nicht Reiben, Nicht lesen, sondern in dei Ferne schauen oder Fernsehen - hier beliebt das Auge ruhig, etc.). Das Auge war gerötet, aber total schmerzfrei.
Ca. 2 Stunden nach dem Eingriff (17:00 Uhr) begann leichtes Kratzen und stärkere Rötung des Auges - ich habe ca. stündlich das Tränenersatzmittel genommen und ca. alle 4-5 Stunden eine Dicolphenac. Am Tag der OP verwendete ich die Antibiotika.Tropfen dreimal. Ab ca. 18:00 Uhr war das Auge extrem lichtemfpindlich und ich bewegte mich mit Sonnenbrille im abgedunkelten Raum. Starkes Fremdkörpergefühl, Schwellung des Lides und leichte Schmerzen, die aber mit Schmerzmittel kein Problem waren.
Am Dienstag Morgen Nachkontrolle in Rechts der Isar - alles soweit in Ordnung. Nächste Kontrolle am Donnerstag...
Dienstag und Mittwoch soweit keine Probleme - ab und zu stärkeres Kratzen, aber durch das Tränenersatzmittel war das gut in den Griff zu kriegen.
Am Donnerstag morgen erfolgte intensive Kontrolle mittels Stablampe & Sehtest. Die Verbanskontaktlinse wurde entfernt - ein tolles Gefühl
Die Krankenkasse (BKK HVB) hat die Kostenerstattung abgelehnt - ich werde aber nochmal eine Einzelfall - Prüfung beantragen..
Ich hoffe mit diesem OP-Bericht denjenigen zu helfen, die ein Cross-Linking noch vor sich haben... es wird oftmals viel über extreme Schmerzen, etc. geschrieben und ich kann dies für mich defintiv verneinen. Es ist unangenehm und ab und zu schmerzhaft, aber mit richtigem Verhalten, rechtzeitiger Einnahme von Schmerzmitteln sowie der menateln Vorbereitung auf 2-3 "Sch..."-Tage war es bei mir echt weit unter meinen schlimmen Erwartungen.
Die Betreuung Rechts der Isar fand ich bisher (bis auf die Wartezeiten) echt gut und kann ich empfehlen...
Liebe Grüße,
asx74