Ich war heute zum ersten Mal in der Universitäts-Augenklinik Tübingen zu einem Kontrollbesuch. Dank eines Hinweises von "Waldi" in seinem ARK-OP-Bericht (noch einmal lieben Dank an Waldi!) bin ich ebenfalls dort gelandet und zwar bei Frau Dr. med. Altpeter (
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Pre ... 4rzte.html , Terminvereinbarung Tel. 07071/2984773).
Der Termin war eigentlich um 14 Uhr, aber ich saß natürlich eine halbe Stunde früher parat und es ging da dann auch direkt los, als der Patient vor mir fertig war. Frau Altpeter hat sich zunächst ein Bild von meinem gesamten Verlauf gemacht und sich die mitgebrachten Befunde und Topographien angeschaut (natürlich hatte ich auch welche dabei, die vor der Mini-ARK gemacht wurden). Ein paar Topographien hat sie eingescannt und dazu Notizen gemacht.
Danach erfolgten die üblichen Routine-Untersuchungen, die sie selbst durchführte.
Sie meinte, dass alles in bester Ordnung sei, es gut aussieht und die OPs der Entwicklung und dem Stand der Dinge nach sehr gut verlaufen sind.
Mit Brille hatte ich sowohl rechts als auch links die volle Sehleistung.
Hornhautdicke rechts: Pupillenzentrum 491, Apex (Spitze der Hornhaut) 492, dünnste Stelle 474 (vor der OP 490 Microns)
Hornhautdicke links: Pupillenzentrum 489, Apex 481, dünnste Stelle 469 (vor der OP 460 Microns)
Die normale Hornhautdicke liegt zwischen 500-550 Microns.
Die neuen Topographien drückte sie mir direkt in die Hand ohne dass ich überhaupt darum gebeten hatte.
Sie sprach von sich aus das Thema Vernetzung an (ich wusste, dass sie selbst welche durchführt) und sagte hierzu, dass sie mir von einer Vernetzung abraten würde. Durch die vorhandenen Schnitte bzw. Narben, die auch in Zukunft immer vorhanden sein werden, ist es ihrer Meinung nach zu unsicher. Die Hornhaut muss bei einer Vernetzung eben sein um den gewünschten Erfolg zu erreichen und das ist mit den Schnitten/Narben nicht der Fall. Mit den vernarbten Bereichen könne nicht gleichmäßig vernetzt werden, da sich das Mittel unterschiedlich absetzt.
Sie sagte auch offen, dass sie sich lieber etablierteren Methoden (z.B. Vernetzung) zuwendet als experimentellen; Lombardi ordnete sie eher bei letzterem ein.
Auf Nachfrage meinte sie, dass in Tübingen noch keine Vernetzung nach einer ARK gemacht wurde. Weiter sagte sie aber von sich aus, dass man mit Sicherheit Ärzte finden wird, die dennoch eine Vernetzung machen würden - sie selbst aber momentan nicht.
Zudem erklärte sie, dass die Hornhaut mit zunehmendem Alter stabiler wird und somit das Fortschreiten des Keratokonus auch eher stagnieren kann - na, immerhin ein Vorteil des Älterwerdens
Frau Altpeter machte nicht nur einen kompetenten und ehrlichen Eindruck, sondern war auch auf eine angenehme Art sehr freundlich. Ich habe ja mittlerweile schon ein paar deutsche Ärzte durch und das war mit Abstand der angenehmste Termin. Es hat wirklich alles gepasst.
Nach dem Check wurden im Fotolabor mit einer Canon EOS 30D noch verschiedene Aufnahmen von meinen Augen / OP-Schnitten zur Dokumentation gemacht. Die Dame dort war auch richtig gut drauf und sie war fasziniert von den Aufnahmen (Mini-ARK-Patienten dürften immer noch recht selten sein); ich war übrigens auch fasziniert, kannte das auch noch nicht und es ist beeindruckend, das alles mal selbst zu sehen. Ohne Scheiß, ich kam mir vor wie bei einem Fotoshooting ("ja super... so bleiben... klasse... noch einen Tick rechts... da sind die Schnitte etwas feiner als da... toll... noch etwas höher schauen... aah, links sind mehr Schnitte als rechts... mit der anderen Blende bekommen wir das bestimmt noch besser hin... sehr schön...").
Als sie anbot mir ein paar Aufnahmen per Email zuzusenden, sagte ich natürlich nicht nein und bis ich zu Hause war, hatte ich tatsächlich vier Aufnahmen in Originalgröße.
Und nach einer Stunde war ich komplett fertig - ein Traum. Ich muss vielleicht fairerweise dazu sagen, dass ich alles auf Privatrechnung bezahlt habe, aber ich bin mir sicher, dass das hier keine tragende Rolle gespielt hat. Bei dem Team hat man einfach gemerkt, dass die Arbeit Spaß macht, dass eine gute Organisation dahintersteckt, dass man sich Zeit nimmt und der Patient auch noch wirklich Patient ist.
Ich werde, wie von ihr empfohlen, wieder in 1-2 Jahren in Tübingen vorbeischauen; früher sei es nur erforderlich, wenn ich Verschlechterungen bemerke oder sonst irgendwelche Probleme bekomme.
Sorry, dass es jetzt wieder etwas mehr Geschreibsel geworden ist, aber das Ganze soll ja schließlich auch meiner persönlichen Dokumentation dienen und ich könnte mir auf die Dauer nicht annähernd alles merken
Habe ich auch festgestellt, als ich die letzten Tage mal wieder meinen ganzen Thread durchgelesen habe. Bin echt froh, dass ich soweit immer das Wichtigste festgehalten habe... dazu würde ich auch jedem raten.