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Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen
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Peter D L
Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen
Nach einigen leidvollen Versuchen der Brillen- und Kontaktlinsen-Anpassung
habe ich die spannende Entdeckung gemacht, dass die seitens Augenarzt/Optiker
ermittelten Korrekturwerte nicht stimmen. Besser gesagt, die empfohlen
Dioptrien sind für mich nicht praxistauglich.
Um die Werte überprüfen zu können, hatte mir mein freundlicher Optiker ein
Linsenset mit variabel zusammensteckbarer Testbrille geliehen. Damit ist es
mir gelungen, deutlich brauchbarere Korrekturwerte zu finden. Mit einer
entsprechend angefertigten Brille komme ich seit etwa einem Jahr gut zurecht.
Das Thema Kontaktlinse habe damit auf Eis gelegt zumal der therapeutische
Nutzen wohl mehr als fraglich ist.
Das Vorgehen im einzelnen war wie folgt. Von meinen Schreibtischstuhl aus habe
ich mir drei Referenzobjekte gesucht: in der Ferne, auf mittlere Zimmerdistanz
und in der Nähe (Strommast mit Leitung, Bild an der Wand, Buch am Tisch).
Wichtig ist, dass die Objekte sowohl horizontale als auch vertikale Linien
aufweisen. Für jedes Auge einzeln habe ich dann verschiedene sphärische und
torische Linsen kombiniert und getestet. Bis letztlich ein Optimum an
Sehleistung erzielt wurde.
Entscheidend war für mich, dass sich auf alle drei Distanzen die Keratokonus-
typischen und sehr störenden Doppelbilder vermeiden lassen (sowohl horizontal
als auch vertikal) was die Sehleistung deutlich verbessert. Ich betone dies,
weil bei falscher Korrektur auch die Sehschärfe verbessert sein kann, ohne dass
die Doppelbilder verschwinden.
Eine weitere Entdeckung war, dass sich Sehleistung und Korrekturwerte im
Tagesverlauf verändern. Auch Belastung durch Sport ist hier von Einfluss.
Dies betrifft insbesondere den Zylinderwinkel meines linken, schwächeren
Auges. Der Winkel verdreht sich üblicherweise gegen Abend um etwa 30 Grad.
Dem zu begegnen, trage ich nun eine kreisrunde „Harry Potter“ Brille. Das linke
Glas ist leicht gelockert, so dass der Winkel per Hand verdreht und nachstellt
werden kann.
Soweit mein Lösungweg, der vielleicht auch für andere Betroffene hilfreich ist.
Für ebenso ernst wie die Tatsache der nachlassenden Sehleistung halte ich die
psychologischen Auswirkungen der Erkrankung. Noch gut überwinden ließen sich
bislang gelegentliche depressive Phasen im Hinblick auf eine mögliche
Verschlechterung.
Weitaus problematischer ist da eine Art Fixierung, die ich auf mein linkes,
stärker betroffenes Auge entwickelt habe. Gerade in Gesprächssituationen
beginnt dieses zu tränen und die gesamte linke Gesichthälfte verkrampft.
Obwohl mir dies als psychischer Effekt bewusst ist, habe ich noch keinen Weg
gefunden, diese Fixierung bzw. Verunsicherung zu vermeiden.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und das Problem überwunden ?
Info hierzu wäre sehr hilfreich für mich.
Vielen Dank & Grüsse, Peter
-
pirol
Re: Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen
Als Antwort auf: Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen geschrieben von Peter D L am 13. Januar 2003 14:31:33:
Danke für Deinen Beitrag, er ist sehr hilfreich und hat
meine Vermutungen bestätigt, ich habe nämlich ähnliche
Feststellungen gemacht. Ich habe während dem Tag über
die Schläfen bis in den Nacken Verspannungen/Verkrampfungen
welche besserten nachdem mir endlich ein Optiker
eine Brille anpassen konnte, die nicht rein auf computerbasierten
Werten entstanden ist. Ich lebte während einigen Monaten
mit einer "falschen" Brille und hatte Angstzustände und vieles andere.
Im Moment plagen mich immer noch Verspannungen und eine auf der rechten
Seite betonten Reizung im Hinterkopf (rechts Auge ist schlimmer Keratokons)??
Ob dies damit zusammenhängt weiss ich nicht
-
Peter D L
Re: Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen
Als Antwort auf: Re: Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen geschrieben von pirol am 23. Januar 2003 13:47:49:
Um ein Missverständnis auszuschließen, die falsche Brille kam nicht nicht nur durch Computerwerte zustande, sondern durch das übliche Verfahren beim Augenarzt bzw. Optiker. Wobei einem verschiedene Gläser vorgehalten werden, stets begleitet von der Frage ob nun damit besser sieht. Klingt einleuchtend, hat aber bei mir zu falschen Werten geführt, weil:
1.) Mein Zylinderwinkel (links 88 grad bei -2 zyl.) im Tagesverlauf um ca. 30 Grad rotiert, also auf etwa 120 Grad. Da ich immer abends nach der Arbeit zum Arzt bzw. Optiker gegangen bin, war die resultierende Brille völlig untauglich für den Vormittag bis frühen Nachmittag.
2.) Beim Augenarzt bzw. Optiker wird üblicherweise immer nur eine bestimmte Entfernung betrachtet (doppelte Zimmerdistanz durch Spiegelsystem). Nahbereich und echte Ferndistanz werden nicht überprüft. Z.B. wollte man mir ursprünglich noch "ein paar" sphärische Plus-dioptrin verpassen. Das hätte im Nahbereich und auf besagter Zimmerdistanz eine geringfügige Verbesserung erbracht. Wie sich später herausstellte wurde die Fernsicht damit deutlich verschlechtert.
3.) Die Standardfrage ob man nun besser sieht, bezieht sich üblicherweise auf eine Zahlen- und Buchstabenreihe. Der Effekt des Doppeltsehens (mit einem Auge) wird damit nicht ausreichend berücksichtigt. Besser sind horizontale und vertikale Strukturen, um zu erkennen durch welchen Korrekturwert dieses Doppelsehen am besten unterdrückt wird. Das halte ich für weitaus wichtiger als die Frage nach der Schärfe und ob man nun noch kleinere Buchstaben erkennt.
Also, in meinem Fall ist der Keratokonus nicht statisch. Ich bräuchte im Grunde verschiedene Brillen für morgens, mittags, abends, Nähe, Mitte, Ferne und ob ich ein senkrechtes oder waagrechtes Objekt betrachte.
Es stellt sich also die Frage nach dem bestmöglichen Kompromiss bezüglich der Korrekturwerte. Und an dieser Stelle kann ich nur empfehlen, die Sache selbst in Hand zu nehmen. Also sich bei Arzt oder freundlichem Optiker eine Testbrille mit verschiedenen Einsteck-Gläsern zu leihen, und dann wie beschrieben vorzugehen.
Good Luck & Viele Grüsse, Peter
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Michael K.
Re: Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen
Als Antwort auf: Persönlicher Lösungsweg mit Restproblemen geschrieben von Peter D L am 13. Januar 2003 14:31:33:
Hallo Peter,
habe interessante Beobachtungen mit einer anderen Brille gemacht.
Der soge. Rasterbrille. Dies ist eine Brille mit lauter kleinen Löchern, welche nur den senktrechten Anteil des einfallenden Lichts auf die Netzhaut lenken. Über Beugungseffekte an den Löchern werden die Doppelbilder reduziert.
Dadurch habe ich eine deutliche Steigerung der Schärfe des Bildes erreicht. Es dauert ein wenig bis das Gehirn die Löcher ausblendet aber dann geht es gut. Ist allerdings nichts für nachts und fürs fahren mit dem Auto weil es das Sehfeld einschränkt. Die Brille ist relativ preisgünstig. Der Effekt kann auch relativ leicht überprüft werden ohne Brille. Einfach den Teil wo die Vorwölbung liegt mit dem Finger durch langsame Annährung und Abschattung ausblenden. Auf einmal merkt man eine Zunahme der Schärfe des Bildes.
Mich hätte noch interessiert welche Sehleistung du im Moment hast und welche Gläser sie Dir zur Verfügung gestellt haben. Würde das auch gerne mal ausprobieren.
Vielen Dank im vorraus.
Michael K.
PS: Rasterbrilleinfo unter www. rasterbrille.de