Hallo smulli,
du hast möglicherweise schon selbst daran gedacht, aber falls nicht, kann ich hier mit meinen Erfahrungen vielleicht einen zusätzlichen Gedanken einbringen:
Am Anfang meiner Keratokonus-Karriere war ich fast zwanghaft der Meinung ich müsse doch auch mit dieser Krankheit alles ganz "scharf, klar und deutlich" sehen, 12-18 Stunden am Tag - so wie früher, jeden Tag, ohne Keratokonus..... Die Kontaktlinsenwerbung verspricht ja auch das Seh-Wunder: völlig unkompliziert, einfach, billig, ohne Spätschäden durch zu geringe Sauerstoffversorgung der Hornhaut, ohne Probleme mit falscher Anpassung, etc. etc.
Nun ja, nach SEHR vielen verschlissenen Kontaktlinsenanpassern bin ich dann irgendwann darauf gekommen, das ich meine Augen damit völlig überfordere. Ich habe dann den Versuch gemacht 3 Monate keine Linsen zu tragen und danach meine Augen ganz langsam wieder an die Fremdkörper auf meinen Augen zu gewöhnen: eine halbe Stunde pro Tag in den ersten zwei Wochen, eine Stunde pro Tag in der 3.-4. Woche, .....etc. bis zu der Grenze, die ich als unangenehm empfinde.
Anschließend bin ich damit zurecht gekommen, die Linsen stundenweise zu tragen - in Abhängigkeit von der Tagesform und den Umgebungsbedingungen = wenn ich die Linsen gestern lange getragen hatte, dann trage ich sie heute entsprechend weniger, bzw. in einer staubigen Umgebung ggf. gar nicht.
.......letztlich bin ich dazu übergegangen gar keine Linsen mehr zu tragen - ich sehe mit meinen ca. 20 verschiedenen Brillen/Brillengläsern so je nach Tagesform 60-90% - das reicht zwar nicht um auf mehr als 15 Meter Gesichter sicher zu erkennen, aber für Computerarbeit (Grafik+Design), nicht zu langes lesen, Auto fahren tagsüber, etc. ist es mit gewissen Einschränkungen OK.
Das ist sehr angenehm, nicht zwanghaft alles scharf sehen zu müssen - manchmal gehe ich sogar ohne Brille spazieren oder fahre eine Strecke ohne Brille mit dem Fahrrad - Detais sind dann zwar nicht mehr zu erkennen, aber ich höre und rieche viel mehr als früher.
Gruß, Seven of Nine
